Beim 1:1 gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen enttäuscht der FC Bayern über weite Strecken. Die Position von Trainer Louis van Gaal bleibt gefährdet.
Diese Woche des FC Bayern hat es in sich. Am Mittwoch gegen Haifa müssen die stolzen Münchner um ihren umstrittenen Trainer Louis van Gaal bereits das frühe Aus in der Champions League fürchten, was ein hitziges Klima ergeben könnte, wenn sich zwei Tage später Uli Hoeneß nach 30 Jahren im Manageramt zum Präsidenten küren lässt. Aber zum Glück kamen ja am Sonntag die Leverkusener vorbei, gern gesehene Gäste sind sie im Süden, wo Bayer 04 zuletzt vor 20 Jahren gewann.
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Bayern-Coach Louis van Gaal (li.) im Gespräch mit Leverkusens Erfolgstrainer Jupp Heynckes. (© Foto: AP)
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Münchner Coach ist 1989 übrigens ein gewisser Jupp Heynckes gewesen, Hoeneß' enger Freund, der nun die Rheinländer betreut. Heynckes' Zuneigung hielt sich somit ausnahmsweise in Grenzen, jedenfalls freute er sich nach dem Abpfiff über ein verdientes 1:1 (1:1), womit sein Team die Tabellenspitze verteidigte. Die über weite Strecken enttäuschenden Münchner verbesserten sich nur unwesentlich, auf Rang sieben. Van Gaals Position bleibt gefährdet, nach dem Spiel sagte er zu Diskussion um seine mögliche Entlassung: "Ich mache diese Entscheidung nicht, mein Fokus liegt bei der Mannschaft."
Van Gaal hatte mit seiner Aufstellung dokumentiert, dass er sich weder von Hoeneß ("Wir wollen 4-4-2 spielen!") noch vom weiter munter nörgelnden Stürmer Toni ("Unverständnis mit dem Trainer") beeinflussen lässt. Zum einen gab Gomez natürlich die einzige echte Spitze; Klose spielte zwar, aber in zweiter Reihe und auch nur deshalb, weil sich der eigentlich vorgesehene Altintop beim Aufwärmen verletzt hatte. Toni gehörte erwartungsgemäß nicht einmal zum Kader, aus disziplinarischen Gründen, wie zu vermuten steht (offiziell indes war von muskulären Problemen die Rede).
Mario Gomez rechtfertigte früh das Vertrauen. Nach einem Leverkusener Ballverlust erreichte Klose mit großem Einsatz den Ball vor Außenverteidiger Schwaab - Gomez setzte das Zuspiel kunstvoll mit dem linken Außenrist ins Eck zur Führung (8.). Der großen Erleichterung beim Nationalspieler und den Bayern folgte allerdings eine Reaktion der Gäste, die ihnen wohl nicht nur die mäßig kreative Südkurve ("Ihr werdet nie deutscher Meister") kaum zugetraut hatte: Vidal flankte weit nach vorn auf Kießling, der den Ball sicher verarbeitete, van Buyten mit einem Haken narrte - und trocken zum 1:1 abschloss (14.).
Nach dem Ausgleich ging dann gut 20 Minuten lang ein ungläubiges Raunen durch die Arena. Denn die Mannschaft in den weißen Hemden ließ die Kugel mit einer Präzision durch ihre Reihen und die Beine des Gegners wandern, dass dieser bisweilen wie angetrunken hinterher taumelte. Chance auf Chance erspielte sich diese Elf, und zum Leidwesen des Publikums handelte es sich bei dem Team in Weiß nicht um die Bayern.
Die hübscheste Stafette garnierte die Münchner Leihgabe Kroos mit einem Hackentrick in den Lauf von Kießling, der den Ball erneut ins Eck setzte. Allerdings stand der Stürmer knapp im Abseits, das 1:2 fand trotz einer rekordverdächtigen B-Note keine Anerkennung (21.). Drei Minuten später tauchte erneut Kießling frei vor Butt auf, der diesmal parieren konnte. "Ich trauere schon den Chancen der ersten Halbzeit nach", sollte der egoistische Freund Heynckes hinterher klagen.
Bayers freche Dribbler
Denn die Bayern rannten ihrerseits lange nur sporadisch und kopflos mit Kontern an. Der Grund für ihre dramatische Unterlegenheit in der Spielanlage fand sich abermals im Mittelfeld, wo Barnetta, Vidal, Kroos und der junge Reinartz, 20, die Abwesenheit des verletzten Kapitäns Rolfes und des Brasilianers Augusto vergessen machten. Van Bommel und die unsicheren Innenverteidiger Demichelis und van Buyten fanden selten die rechte Distanz zueinander, um Bayers freche Dribbler einzubremsen.
Bei den Münchnern führte die Verunsicherung zu zahlreichen Abspielfehlern im Aufbau - ohne Ribéry und den erneut wegen Knieschmerzen fehlenden Holländer Robben ist ihr Spiel von Zufällen abhängig. Der zunehmende Unmut auf den Rängen machte gerade dem zuletzt so unbeschwerten Youngster Müller und auch Timoschtschuk sichtbar zu schaffen. Beide entwarfen dennoch die verheißungsvollste Situation vor der Pause: Müller glückte doch mal ein gescheites Zuspiel, aber Timoschtschuks strammen Flachschuss parierte der starke Nationalkeeper Adler; zuvor hatte Adler auch Badstubers Freistoß im Hechtsprung entschärft (40.). Angezählt, aber noch nicht geschlagen gingen die Bayern in die Kabine.
Der zweite Abschnitt verlief ausgeglichen und eher zäh. Die deutlich bemühteren Bayern verschoben das Geschehen jetzt um 20 Meter in die andere Richtung, der Leverkusener Elan flaute ab. Trotzdem trieben es van Gaals Leute immer wieder auf die Spitze mit ihrem Ballgeschiebe, das Haus rebellierte lautstark. Lahms Hereingabe, die Adler Probleme bereitete (64.), war mit etwas Enthusiasmus als erste Torchance zu werten. Van Gaal reagierte und brachte für Müller Olic, der nach wochenlanger Verletzung zurückkehrte. Die größte Chance hatte jedoch Gomez, dessen listiger Versuch aus kurzer Distanz per Hacke erneut von Adler pariert wurde.
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(SZ vom 23.11.2009/jbe)
Freundschaft zwischen den Geschlechtern
Ich behaupte es kann jeder beim FCB Trainer werden. Und ich würde mich mal freuen wenn Neururer mal so eine Chance erhalten würde. Ich bin der Meinung das er kein Schlechter ist. Hioddink würde sicher auch darüber nachdenken, nach der Pleite mit Russland!
Das Problem bei Bayern ist doch das jeder Spieler seine Wehwehchen via Bild etc. zum Besten gibt. Die sind Angestellte und haben den Mund zu halten. Ich kann doch auch nicht zu irgend jemanden laufen und plakativ zum Besten geben das mein Vorgesetzter nicht mit mir spricht. Und bei Ferguson macht das auch keiner. Ich frage mich ob Toni den Mund so voll nehmen würde wenn Ferguson ihn trainiert. Aber das dickste Gehalt einzustreichen, keine Tore zu schießen, jeden Ball zu verkaspern und dann auch noch die Klappe groß aufreissen ist ein Musterbeispiel für fehlhaftes Verhalten. Bei dem bin ich froh wenn er weg ist - der Sonnenscheinfussballer.
Natürlich benötigt derartige Entwicklung auch immer Unterstützung vom Vorstand und da ist meiner Meinung nach auch zuwenig Rückgrat. Auch da wird zu oft dem Spieler zugehört. Das war unter Hitzfeld schon so, unter Magath, unter Klinsmann sowieso und jetzt unter van Gaal auch.
Angenommen der FC Bayern würde van Gaal entlassen, wo wäre denn der Nachfolger? Da gibt es zur Zeit nicht so viele Trainer, die zum Trainerstuhl in München passen. Und vor allem muss die Frage erlaubt sein, ob die Trainer nach den Possen um die letzten Übungsleiter überhaupt großes Interesse haben in München zu arbeiten. Na gut, außer Peter Neururer.
Das die Mannschaft unter Rücksichtnahme auf diesen Kader so einen Grottenkick abliefert sollte wirklich zu bedenken geben, aber was fehlt da: Vertrauen in den Trainer oder Vertrauen in die Spieler - schwer das einzuschätzen aber besser wird das nicht mehr, wenn da nicht endlich endlich endlich eine klare Handschrift und eine feste Mannschaft zu erkennen ist.
Der Fisch beginnt vom Kopfe an zu stinken, sagt man so, und dieser Kopf ist für mich die Führungsetage an der Säbener Straße. Entweder hat die Machtmenschen der sichere Instinkt der Alphatiere verlassen oder die Jahrtausendwende und das Computerzeitalter bekam der Führung nicht. Nach Gutsherrenart lassen sich heute keine Sportler mehr führen und anleiten, geschweige denn im globalen Wettbewerb Konzerne und Vereine führen.
Alles, was für mich den aktuellen FC Bayern ausmacht, ist eine wechselhafte Willkürlichkeit. Wenn man mal überlegt wo der Verein und die Mannschaft stehen könnte wenn die Zeichen der Zeit richtig erkannt worden wäre, sagen wir schon ab 1999.
Warum schafft es zum Beispiel ein Alex Ferguson seinen Verein über die Jahre immer wieder zu erneuern und zu modernisieren? Der FC Bayern will sich ja im Konzert der großen behaupten, wenn überhaupt spielt er zur Zeit nur die zweite Geige - und auch das nur Mitleid.
so wie er hier geschrieben ist eigentlich OK. Das die Südkurve bei Vizekusen immer dasselbe singt kann nicht wirklich als kreativ bewerten und besser als im Artikel beschrieben hat Bayern wahrlich nicht gespielt. Einziger Fehler: den Hackenschlenzer von Gomez hat nicht Adler sondern Sarpei pariert.
Grund zur Sorge macht das Spiel der Bayern aber schon. Derartig uninspiriert frage ich mich schon langsam was das soll. Irgendwie haben die alle die Saison anscheinend innerlich schon abgehakt, scheint mir.
Was der Schweinsteiger an Mist fabriziert (Ganz besonders in der 86. Minute, wo die Flanke unbehindert hinters Tor gehauen hat obwohl Gomz frei vor Adler war), das geht schon auf keine Kuhhaut mehr.
Nochmal: Ein Trainer der van Bommel und Schweinsteiger ständig spielen lässt kann keine Ahnung haben - deswegen muss er weg!
Hoffentlich fliegen sie aus der CL übermorgen. Dann wird es Hermann Gerland bis zum Ende der Saison hoffentlich richten.
ich habe zufällig sowohl das Spiel gegen Bordeaux gesehen, als auch die gestrige Partie.
Viele Schwächen aus dem Bordeauxspiel gab es gestern auch. Z.B. war Bayern in HZ 1 kaum in der Lage, den Ball kontrolliert aus der Abwehr ins Mittelfeld zu spielen, weil er dort immer gleich verloren wurde. Auch das 1:0 ist nur gefallen, weil da mal eine Stafette geklappt hat.
Wenn bei Bayern mal was geklappt hat, wurde Abseits gepfiffen. Ob der Linienrichter da immer richtig lag konnte man schon bezweifeln ..
Das 1:1 war einer Spitzenmannschaft unwürdig. Es kann doch nicht sein, dass ein Ball so lange in der Luft bleibt und dann bei einem fast vogelfreien Kiesling landet. .. Leider hat da DvB geschlafen ..
Danach hatte Leverkusen die besseren Szenen.
In HZ zwei war Bayern am Drücker. Leverkusen hatte vielleicht noch zwei, drei kontrollierte Angriffe. Wenn nicht einige Spieler extrem von der Rolle gewesen wären (Badstuber - ungewohnte Position, da was Braafheid noch besser, zum wiederholten Male Philipp Lahm, Th. Müller - vielen Dank an Jogi Löw), wäre mehr drin gewesen.
Schön, dass Olic wieder ein Thema ist. Noch bessere Akzente setzte allerdings Baumjohann .. vielleicht eine Alternative auf der rechten Mittelfeldseite.
Bei dem anfänglich sehr schwachen T44 hat man die letzten 20 Minuten gesehen, warum Bayern ihn geholt hat. Der Mann arbeitet Fußball. In England hätte er Kultstatus.
Wo die Argumente aufhören, fangen die Beleidigungen an. Der Verweis auf Fehlentscheidungen hatte keinen ernsthaften Hintergrund sondern diente der Frotzelei.
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