FC Augsburg Zukunft im Kopf

Schwitzen für die anstehenden Aufgaben in Bundesliga und Europa League: Die Fußballprofis des FC Augsburg im Trainingslager in Estepona, Spanien.

(Foto: Krieger/imago)

Fußball-Bundesligist FC Augsburg arbeitet in Spanien an seiner Form und holt mit Jeffrey Gouweleeuw und Albian Ajeti zwei Perspektivspieler ins Team.

Von Kathrin Steinbichler

Jahrelang galt es als eine Spezialität des FC Bayern München, mit Vorliebe Spieler zu verpflichten, die sich zuvor in Duellen gegen den Rekordmeister hervor getan hatten. Seit dem Wochenende gehört dieses Stilmittel nun auch zum Repertoire des FC Augsburg: Rechtzeitig vor dem Abflug der Schwaben am Samstag ins Trainingslager nach Spanien besiegelte Innenverteidiger Jeffrey Gouweleeuw vom AZ Alkmaar per Unterschrift seinen sofortigen Wechsel zum Bundesligazwölften. Um das zu ermöglichen, betrieb 24-Jährige einen bemerkenswerten zeitlichen und organisatorischen Aufwand.

Tags zuvor nämlich war Gouweleeuw noch schweren Herzens vor seine bisherigen Kollegen vom niederländischen Erstligisten getreten, mit denen er in der Europa-League-Vorrunde dem FCA zweimal unterlegen und nun bereits - ebenfalls in Spanien - in die Vorbereitung gestartet war. Als Alkmaars Kapitän wollte Gouweleeuw sich ordentlich von seiner Mannschaft verabschieden. Dann nahm er einen Flieger nach München, setzte sich in ein Auto, unterschrieb beim FCA und flog kurz darauf wieder zurück nach Spanien - diesmal allerdings mit neuen Klamotten, neuen Kollegen und neuen Zielen: "Es war stressig", sagte der vormalige U21-Nationalspieler, "aber ich freue mich, dass ich jetzt hier bin und die Mannschaft kennenlerne."

Er habe schon lange von der Bundesliga geträumt, sagte Gouweleeuw, und "den FC Augsburg in der Europa-League-Gruppenphase natürlich intensiv verfolgt". Dass der Traum nun so schnell Realität geworden ist, liegt allerdings nicht nur am Scouting des FCA, sondern auch an dessen Personalsituation. Niemand kann abschätzen, wie gut sich Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker von seiner schweren Knöchelverletzung samt Wadenbeinbruch erholen wird, die der 31-Jährige im Dezember bei einem Foul im Spiel in Belgrad erlitten hat. Auch ob und wann Ragnar Klavan, 30, sich noch einmal seinen Traum von der Premier League erfüllt, ist nicht klar.

Die Verpflichtung des zweikampfstarken, passsicheren Gouweleeuw für laut Bild-Zeitung rund drei Millionen Euro ist jedenfalls eine mit Perspektive: Er sei "trotz seiner jungen Jahre bereits ein erfahrener Spieler", lobte FCA-Manager Stefan Reuter. Ein erfolgshungriger noch dazu, der im zentralen Defensivbereich der Augsburger, der in der Hinrunde öfter unaufmerksam wirkte, für neuen Wettbewerb sorgen wird.

Frischen Konkurrenzkampf und eine langfristige Perspektive erhoffen sich die Augsburger Verantwortlichen auch vom zweiten Neuen, der mit ins Trainingslager in Estepona aufbrach: Der 18-jährige Albian Ajeti stürmte bisher für Champions-League-Qualifikant FC Basel, wo der talentierte Schweizer U21-Nationalspieler zuletzt allerdings nicht auf die gewünschten Einsatzzeiten gekommen ist. Beim FC Augsburg, der Ajeti für viereinhalb Jahre bis 2020 an sich gebunden hat, "will ich den nächsten Schritt machen", sagte Ajeti.

Beim FCA herrscht in der Offensive zwar ebenfalls zahlenmäßige Konkurrenz. Schließlich steht Sascha Mölders Wechsel zu 1860 München die Rückkehr von Nikola Djurdjic (Ende der Ausleihe an Malmö FF) sowie die Gesundung von Shawn Parker gegenüber. Neben Bobadilla aber sucht dort FCA-Trainer Markus Weinzierl noch immer einen eiskalten Vollstrecker in der vordersten Reihe. Einen ersten Härtetest wird Ajeti im Trainingsspiel gegen Drittligist Dynamo Dresden (Dienstag, 16 Uhr) erleben, vor allem aber nächsten Samstag (16 Uhr): Dann trifft der Schweizer mit dem FCA im Test auf die alten Kollegen vom FC Basel.