Vor dem Achtelfinale spricht der oberste deutsche Fanbeauftragte über Besonderheiten in Südafrikas Stadien, geschenkte Karten fürs Eröffnungsspiel und den Plan, gemeinsam mit den englischen Fans die Vuvuzelas zu übertönen.
Die vom DFB unterstützte Koordinationsstelle Fanprojekte (Kos) begleitet zusammen mit der deutschen Botschaft in Südafrika die deutschen Fans. Mit ihrem schwarz-rot-goldenen Fanmobil werden die sieben Mitarbeiter auch beim Achtelfinale in Bloemfontein stehen. Kos-Chef Michael Gabriel spricht über geschenkte Karten fürs Eröffnungsspiel, das Fan-Duell gegen England und die Hoffnung, erstmals die Vuvuzelas zu überstimmen.
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sueddeutsche.de: Herr Gabriel, vor der Weltmeisterschaft musste man den Eindruck bekommen, eine Reise zur WM nach Südafrika sei ziemlich gefährlich. Wie geht's den deutschen Fans?
Gabriel: Wir haben bisher fast ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen. Die Bedenken, vor allem was die Sicherheit betrifft, haben sich nicht bestätigt. Die Südafrikaner sind sehr gastfreundlich.
sueddeutsche.de: Ist denn überhaupt irgendetwas schief gelaufen?
Gabriel: Einem Fan wurde in Durban am Flughafen der Rucksack gestohlen, durch unsere Kooperation mit der Deutschen Botschaft konnte ihm ein neuer Ausweis ausgestellt werden. Ein anderer Fan hat vor dem Spiel in Port Elizabeth gegen Serbien vor dem Stadion ein paar Karten verkaufen wollen und ist von der Polizei mitgenommen worden. Den haben wir aber früh genug rausgekriegt, dass er das Spiel sehen konnte.
sueddeutsche.de: Ein größerer Vorfall blieb bislang aus?
Gabriel: Muss man so sagen. Im Stadion gibt es hin und wieder Ärger, weil deutsche Fans während des Spiels stehen möchten, aber andere Personen im Block sind, die sitzen wollen. In Soccer City sind deshalb drei Deutsche aus ihrem Block verwiesen worden. Abgesehen davon denken die meisten Leute mit einem breiten Grinsen an diejenigen in Deutschland, die sich nicht getraut haben. Es klappt nicht alles gleich, man muss flexibel reagieren und manchmal etwas warten, aber das sind Erfahrungen aus dem wahren Leben, die man hier macht.
sueddeutsche.de: Dennoch ist einiges gewöhnungsbedürftig.
Gabriel: Bei einigen Dingen müssen wir schon stutzen. Das Public Viewing zum Beispiel ist vielerorts ein einziges Desaster, da ist kaum jemand. Die Sicherheitskontrollen am Stadion sind gewöhnungsbedürftig. Mit Metalldetektoren wird Sicherheit suggeriert, doch dann blinkt und piepst es bei jedem und trotzdem wird keiner kontrolliert. Es klafft eine große Lücke zwischen dem, was die Organisatoren sagen, und dem was konkret umgesetzt wird. Im Stadion darf man dann volle Plastikflaschen kaufen, da wird nur der Deckel abgeschraubt. Beim 1:0 gegen Ghana flogen einige volle Flaschen vom Oberrang nach unten. Das würde es in Deutschland nicht geben.
sueddeutsche.de: Wie viele deutsche Fans sind denn in Südafrika?
Gabriel: Ich schätze, dass bisher insgesamt um die 3000 Fans aus Deutschland eingereist sind.
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