Fan-Ausschreitungen 484 Festnahmen nach Kopenhagener Derby

Ausschreitungen beim Kopenhagener Derby: 484 Fans wurden nach dem Spiel vorläufig festgenommen.

(Foto: dpa)

Nach dem Fußballspiel zwischen Brøndby IF und FC Kopenhagen nimmt die Polizei 484 Fans fest. Fußball-Nationalspieler Mario Gomez soll beim AC Florenz wieder ins Training einsteigen. Die deutsche Snowboarderin Silvia Mittermüller muss ihre Olympia-Hoffnungen nach einem Achillessehnenriss begraben.

Fußball, Dänemark: Nach dem Fußballspiel zwischen den Lokalrivalen Brøndby IF und FC Kopenhagen in der dänischen Superliga haben Ausschreitungen am Sonntagabend zu 484 Festnahmen geführt. Kurz vor dem Spiel im Kopenhagener Vorort Brøndby hatten Fans auf beiden Seiten massenhaft Pyrotechnik gezündet, so dass der Rasen wegen dichten Rauchs zunächst nicht bespielbar war. "Vor und nach dem Spiel haben wir große Fangruppen gesehen, die für Unruhe gesorgt und Steine geworfen haben", erklärte ein Polizeisprecher. "Viele gehen nur zu dem Spiel, um sich zu prügeln." Nach dem 3:1-Sieg des FC Kopenhagen bewarfen Fans beider Vereine Polizisten auf dem Weg aus dem Stadion mit Steinen. "Mehr als 30 Polizisten wurden getroffen", sagte der Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa in Kopenhagen. Die Atmosphäre habe der in einer "Kriegszone" geglichen. Bei Brøndby-Anhängern fanden die Polizisten unter anderem Pfefferspray, Messer und Masken. Bei dem Lokalderby der Erzrivalen hat die Polizei regelmäßig Probleme mit Fan-Krawallen.

Basketball, NBA: Ohne den deutschen Nationalspieler Chris Kaman haben die Los Angeles Lakers in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA einen Rückschlag erlitten. Der 16-malige Meister unterlag den Portland Trail Blazers 108:114 und kassierte damit die neunte Saisonniederlage. Kaman, der zuletzt über Rückenschmerzen geklagt hatte, stand zwar im Kader, kam jedoch nicht zum Einsatz. Die meisten Punkte für die Lakers erzielte Xavier Henry (27), in der Western Conference belegt das Team aus dem US-Bundesstaat Kalifornien nur den zwölften Platz. Meister Miami Heat feierte dank einer Aufholjagd den zehnten Sieg in Folge. Beim 99:98-Sieg gegen die Charlotte Bobcats lagen die Heat zu Beginn des Schlussviertels noch mit 14 Punkten in Rückstand, ehe die Offensive um LeBron James aufdrehte. Der MVP der Vorsaison, mit 26 Punkten erfolgreichster Werfer seines Teams, erhöhte den Vorsprung 8,9 Sekunden vor Spielende mit zwei Freiwürfen auf vier Punkte und sorgte damit für die Entscheidung. In der Eastern Conference liegt Miami (14 Siege, drei Niederlagen) auf dem zweiten Platz hinter den Indiana Pacers (16/1), die sich bei den Los Angeles Clippers 105:100 durchsetzten. Bei den Clippers brach sich Guard JJ Redick die rechte Hand und wird seinem Team sechs bis acht Wochen fehlen.

Snowboard, Olympia:Bei den deutschen Snowboardern ist die Hoffnung auf eine Freestylerin bei den Winterspielen schon zum Auftakt der Olympia-Saison dahin. Slopestylerin Silvia Mittermüller erlitt in den USA einen Achillessehnenriss und muss in Vail operiert werden. "Das ist ein Schock", sagte Sportdirektor Stefan Knirsch am Montag in München. Mittermüller war die einzige Sportlerin des Snowboard Verbands Deutschland, die auf Sotschi hoffen konnte und Chancen auf eine gute Platzierung gehabt hätte. Nun wünscht sich der Verband, dass wenigstens der 18-jährige Johannes Höpfl seine Chance zur Qualifikation nutzt. Sonst wäre das Team ohne Freestyler beim Saisonhöhepunkt am Start.

An den ambitionierten Zielen der deutschen Snowboarder für die Winterspiele ändert der Ausfall nichts. Nach den drei Medaillen bei der WM in diesem Jahr werden auch bei Olympia drei Medaillen angepeilt. "Dass das möglich ist, wenn alles zusammenpasst, haben wir bei der WM gezeigt", betonte Knirsch. Er erwartet zehn bis zwölf deutsche Snowboarder in Sotschi. Am stärksten wird das Parallel-Team um Weltmeisterin Isabella Laböck und die zweimalige WM-Dritte Amelie Kober eingeschätzt. "Mein Ziel ist es, eine olympische Medaille zu holen", sagte Laböck. "Aber es ist eine neue Saison, die Karten werden neu gemischt."

Fußball, Mario Gomez: Nach seinem Innenbandteilriss im rechten Knie und seiner Sehnenentzündung soll Fußball-Nationalspieler Mario Gomez in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining des italienischen Erstligisten AC Florenz einsteigen. Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera berichtet zudem, dass der Stürmer sein Comeback in zwei Wochen gegen den FC Bologna geben solle. Die Rückkehr von Miroslav Klose bei Lazio Rom verzögert sich derweil weiter. Eigentlich sollte der Nationalspieler am Montagabend sein Comeback im Spiel gegen den SSC Neapel geben. Trainer Vladimir Petkovic will Klose nach dessen am 11. November erlittener Schulterverletzung aber noch schonen. Er sei mit Kloses Zustand noch nicht zufrieden, so Petkovic.

Basketball, FC Bayern: Die Basketballer des FC Bayern München haben auch ihr sechstes Heimspiel in der Bundesliga gewonnen. Der Tabellenführer bezwang am Sonntagabend den Mitteldeutschen BC mit 106:81 und verteidigte bei weiter nur einer Saisonniederlage souverän die Spitzenposition. Auf Platz zwei rangiert Meister Brose Baskets Bamberg, der im Verfolgerduell bei den EWE Baskets Oldenburg 73:59 (34:31) siegte und mit nun 18 Punkten an den Niedersachsen (16) vorbeizog.

Ein erfolgreiches Debüt gelang Stefan Koch als Coach der s. Oliver Baskets aus Würzburg. Die Franken gewannen überraschend mit 87:76 bei den Telekom Baskets Bonn mit und verbuchten damit den ersten Auswärtserfolg dieser Spielzeit. Die Würzburger übernahmen Mitte des ersten Viertels die Führung und zeigten sich angeführt von Maximilian Kleber (19 Punkte) bis zum Ende nervenstark. Durch die dritte Niederlage verloren die Bonner ein wenig den Anschluss an die Spitzengruppe.

Handball, Champions League: Der deutsche Handball-Meister THW Kiel und Bundesliga-Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt sind Titelverteidiger HSV Hamburg sowie den Rhein-Neckar Löwen ins Achtelfinale der Champions League gefolgt. Das Kieler Team von Trainer Alfred Gislason gewann am 7. Spieltag gegen den polnischen Vertreter Wisla Plock souverän mit 34:25 (16:11) und ist als Spitzenreiter der Gruppe B ebenso wie die SG in der Gruppe D nicht mehr von einem der ersten vier Plätze zu verdrängen. Flensburg-Handewitt machte durch ein 27:26 (14:13) beim dänischen Meister Aalborg Handball alles klar.

Die Kieler ließen über die gesamten 60 Minuten nichts anbrennen und verbuchten mühelos ihren sechsten Sieg in der Vorrunde. Bester Werfer der Norddeutschen vor 8600 Zuschauern war der Isländer Aron Pálmarsson mit neun Treffern. Flensburg-Handewitt rückte durch den Sieg beim direkten Verfolger Aalborg bis auf einem Punkt an Gruppen-Spitzenreiter Hamburg heran. Dabei hatte die SG einen schlechten Start erwischt und musste schnell einem Vier-Tore-Rückstand hinterlaufen. Doch der deutsche Vizemeister kam stark zurück, zur Halbzeit lag er bereits in Front. Trotz langer Führung nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zum Ende hin ein Krimi - Flensburg behielt durch einen Treffer von Steffen Weinhold 40 Sekunden vor dem Schlusspfiff die Oberhand. Beste SG-Werfer waren Holger Glandorf und Thomas Mogensen (je 7).

DOSB: Der designierte DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht sich unmittelbar vor seiner Wahl am Samstag in Wiesbaden mit den Folgen eines Kartellrechtsverfahrens konfrontiert. Laut einem Spiegel-Bericht habe das Kartellamt 2008, mehreren Firmen aus der Tondachziegelbranche, darunter auch der Creaton AG mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Hörmann, "wettbewerbsbeschränkende Absprachen" vorgeworfen und die Unternehmen auf insgesamt 188 Millionen Euro verklagt. Hörmann wies diese Vorwürfe am Sonntag zurück. "Während meiner Zeit bei der Creaton AG war ich an keinen Preisabsprachen beteiligt", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Noch im Dezember soll geklärt werden, ob die Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach ihren Ermittlungen den Fall dem Oberlandesgericht Düsseldorf übergibt. "In zwei, drei Wochen werden wir so weit sein", wird Oberstaatsanwalt Holger Schönwitz in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (Montag) zitiert. Nach Auskunft der Behörde richten sich die Vorwürfe an drei juristische und zwei natürliche Personen. Die Creaton AG habe damals Einspruch erhoben und den Preisanstieg mit höheren Energiekosten gerechtfertigt, berichtet die FAZ weiter. "Ich habe seit fünf Jahren vom Verfahren nichts mehr gehört und hoffe auch nichts mehr zu hören", sagte Hörmann der FAZ.

Eisschnelllauf, Weltcup: Team-Olympiasiegerin Stephanie Beckert darf trotz einer unbefriedigenden Leistung beim Eisschnelllauf-Weltcup in Astana bei den Olympischen Winterspielen über 5000 Meter an den Start gehen. Dies teilte Teamchef Helge Jasch am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa nach langer Rechnerei und Studium des komplizierten Regelwerks mit. Beckert schaffte zwar am Freitag in Astana nur die fünftbeste Zeit in der B-Gruppe, allerdings waren auch in der A-Gruppe nur vier Läuferinnen schneller als sie. Dadurch rutschte Beckert über die Liste der Zeitschnellsten doch noch ins Feld der 16 Olympia-Starterinnen, bestätigte Jasch.

Jubeln durften auch Claudia Pechstein und Jenny Wolf, die in Astana beide überzeugten. Einen Tag nach ihrem zweiten Platz über 5000 Meter ließ die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein als Sechste über 1500 Meter die deutsche Meisterin Monique Angermüller (1:58,71) knapp hinter sich. Sprinterin Wolf sicherte sich über 500 Meter zwei zweite Plätze. Einzig Olympiasiegerin und Weltmeisterin Lee Sang-Hwa war zu schnell für die Olympiazweite aus Berlin.

Bei den Männern gelang Patrick Beckert eine Überraschung. Der 23 Jahre alte Erfurter landete über 10.000 Meter auf dem dritten Platz und feierte damit nicht nur den größten Einzel-Erfolg seiner Karriere, sondern sorgte auch für den ersten Weltcup-Podestplatz der deutschen Männer auf den Langstrecken seit sieben Jahren. Im November 2006 war Tobias Schneider in Moskau auf den zweiten Platz gelaufen.