Anstatt nur Medaillen zu zählen, könnte man doch auch eine andere Rechnung aufmachen: Wie viele Medaillen hat ein Land in Relation zu seinen Einwohnern geholt? Eine erstaunliche Liste.
Er ist der ständige statistische Begleiter der Olympischen Spiele, er ist immer und überall: der Medaillenspiegel. Welche Nation liegt vorne, welche erlebt eine Enttäuschung nach der anderen - und wann trägt sich die deutsche Delegation endlich ein? Schon bei den ersten Spielen der Neuzeit gab es den Medaillenspiegel. Damals ganz vorne: die USA mit elf Olympiasiegern (damals gab es dafür Silber), sechs Mal Platz zwei und zwei Drittplatzierten.
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Darum geht es in diesem Jahr in Peking: die Goldmedaille. (© Foto: dpa)
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Viele empfanden diese Wertung ungerecht, weil die griechische Mannschaft 47 Medaillen holte, aber eben nur zehn Olympiasieger stellte. Man regte eine Punktewertung an oder einfach nur eine Medaillenzählung. Es half nichts, bis heute gilt der Medaillenspiegel. Im Jahr 1912 dominierten die Vereinigten Staaten dann sowohl bei den Olympiasiegen als auch bei den Gesamtmedaillen - was vor allem daran lag, dass die Olympischen Spiele in St. Louis ausgetragen wurden und aufgrund der Reisekosten nur wenige Sportler aus Europa teilnahmen. 242 von 277 möglichen Medaillen - es gab damals bei einigen Disziplinen zwei Bronzemedaillen, deshalb die nicht durch drei teilbare Gesamtzahl - holten Sportler aus den USA.
Während des Kalten Krieges gab es stets einen Zweikampf zwischen der UdSSR und den Vereinigten Staaten um die erste Position im Medaillenspiegel. Dahinter landete meist die Mannschaft der DDR und das Gastgeberland. Westdeutschland kämpfte in diesen Jahren meist um den fünften Platz. In diesem Jahr sind Russland und die USA die Favoriten auf den ersten Platz. Der Geheimtipp lautet allerdings: Der Gastgeber. China werden erstmals Chancen auf den "Gesamtsieg" eingeräumt werden.
Kein Wunder, mag da der geographisch kundige Sportfan einwenden. Die USA, Russland und China gehören zu den einwohnerstärksten Nationen der Welt. Etwa 1,3 Milliarden Menschen leben derzeit in China, ungefähr 304 Millionen in den USA und immerhin noch circa 142 Millionen in Russland. Da kann es doch nicht so schwer sein, gute Sportler zu finden.
Man könnte natürlich die Anzahl der gewonnenen Medaillen in Relation zur Einwohnerzahl der Nationen setzen, um diesen Makel zu beheben. Das englische Magazin Intelligent Life hat sich für die Olympischen Spiele 2004 in Athen die Mühe gemacht - mit einer interessanten Erkenntnis: Sonnige Inseln liegen ganz vorne. Hier sind die Top Ten.
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Der Artikel ist ziemlich rückwärts gewandt. Mir fehlen ein neue Ideen zum Thema "Medaillenspiegel ". Zum Beispiel die EU als ein Team auf www.medaillenspiegel.eu . Oder der Medaillenspiegel "British Empire" unter http://mreugenides.blogspot.com/2008/08/real-olympic-medal-table.html . Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr.
Hier der Medaillienspiegel auf Basis der offiziellen Daten
vom 18.08.2008 um ca. 13:00 Uhr:
1 Jamaika (eigentlich Platz: 20)
2 Slowakei (eigentlich Platz: 16)
3 Australien (eigentlich Platz: 4)
4 Slowenien (eigentlich Platz: 33)
5 Neuseeland (eigentlich Platz: 21)
6 Georgien (eigentlich Platz: 26)
7 Mongolei (eigentlich Platz: 37)
8 Dänemark (eigentlich Platz: 22)
9 Panama (eigentlich Platz: 41)
10 Schweiz (eigentlich Platz: 25)
38 China (eigentlich Platz: 1)
28 USA (eigentlich Platz: 2)
11 GB (eigentlich Platz: 3)
19 Deutschland (eigentlich Platz: 5)
Ein überraschendes Ergebnis :-)))
und wo die USA und wo Rußland (bzw. die Sowjet-Union) . Und wo die DDR - damals ?
Das wäre doch interessant zu erfahren.