Ex-Radprofi Lance Armstrong "Unmöglich, die Tour ohne Doping zu gewinnen"

Brisante Äußerungen von Lance Armstrong.

(Foto: REUTERS)

Kurz vor dem Start der 100. Tour de France sorgt Lance Armstrong in einem Interview für Aufsehen. Der Amerikaner, dem sieben Tour-Titel aberkannt wurden, glaubt nicht, dass das schwerste Radrennen der Welt ohne Betrug zu gewinnen ist. Der Radweltverband UCI reagiert erbost.

Für den weltweiten Radsport ist die Person Lance Armstrong eigentlich Geschichte. Nun hat der geständige Dopingsünder kurz vor dem Start der 100. Auflage der Tour de France mit brisanten Äußerungen erneut für Aufsehen gesorgt.

Armstrong erklärte im Interview mit der französischen Zeitung Le Monde: "Es ist unmöglich, die Tour ohne Doping zu gewinnen." Die Tour sei eine Veranstaltung, bei der die Kondition entscheidend sei. "Um ein Beispiel zu geben: Epo hilft einem Sprinter über 100 Meter nicht, aber einem Radfahrer umso mehr. Das ist offensichtlich"

Armstrong selbst waren wegen Dopings alle sieben Tour-Erfolge aberkannt worden. Der Amerikaner hatte zu Beginn des Jahres ein umfangreiches Doping-Geständnis abgelegt, als Vorreiter will er sich in Sachen Doping allerdings nicht sehen.

"Ich habe das nicht erfunden, Doping existiert schon seit dem Altertum und wird auch weiter existieren. Es wird nie enden", sagte der Texaner. Er selbst sei nur Teil eines Systems gewesen: "Ich bin eben nur ein Mensch. Ich kann das alles wohl nicht wiedergutmachen, es aber dennoch als meine Lebensaufgabe ansehen."

Auf die Einschätzungen Armstrongs reagierte der Radsport-Weltverband UCI erbost. "Ich kann ihm nur sagen, dass er absolut falsch liegt. Seine Kommentare helfen dem Radsport nicht im Geringsten", sagte Präsident Pat McQuaid: "Die Kultur im Radsport hat sich seit der Armstrong-Ära verändert. Es ist jetzt möglich, Rennen sauber zu gewinnen."

Der Tour-Veranstalter ASO plant zum Abschluss der 100. Tour de France eine große Feier auf der Avenue des Champs Élysées, zu der nahezu alle noch lebenden Fahrer eingeladen sind, die jemals die Frankreich-Rundfahrt beendet haben. Armstrong und der Deutsche Jan Ullrich fehlen auf der Gästeliste.