Ex-Profi von 1860 München Savio Nsereko soll eigene Entführung inszeniert haben

Sogar das Bundeskriminalamt ist eingeschaltet: Der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler Savio Nsereko hat in Thailand wohl vorgetäuscht, gekidnappt worden zu sein. Nun nahm ihn die Polizei fest - und sein aktueller Klub zog die Konsequenzen.

Der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler Savio Nsereko ist in Thailand in Obhut genommen worden. Das bestätigte eine Sprecherin der Münchner Polizei am Sonntag. Das Bundeskriminalamt habe Ermittlungen eingeleitet, da bei der Familie des 23-Jährigen in Oberschleißheim bei München wegen einer vermeintlichen Entführung eine Lösegeldforderung eingegangen sei.

Die Polizeisprecherin in München machte keine Angaben zu übereinstimmenden thailändischen Medienberichten, nach denen der Fußballprofi seine eigene Entführung vorgetäuscht haben soll, um von seinen Eltern Geld zu erpressen.

Dies hatte ein Polizeisprecher in Thailand der Zeitung Phujagam (Sonntag) gesagt. Demnach soll Nsereko seine Eltern am 14. Oktober angerufen und 3000 Euro für seine Freilassung verlangt haben.

Am Sonntag gab Nserekos bisheriger Verein, der Drittligist SpVgg Unterhaching, die Vertragsauflösung mit dem Mittelfeldspieler bekannt. Bereits vor einer Woche hätten sich beide Seiten bei einem Gespräch darauf geeinigt. "Es stellte sich hierbei heraus, dass Savio den Kopf voll mit anderen Dingen hat und er sich deshalb nicht auf den Fußball konzentrieren kann", äußerte Hachings Präsident Manfred Schwabl.

Nsereko war früher unter anderem für 1860 München sowie in Italien für den AC Florenz aktiv. Bei 1860 München hatte er zeitweise die Schlagzeilen dominiert, als er tagelang nicht zum Training erschien und sich bei seiner Mutter versteckte. Daraufhin musste er den Klub verlassen.