Europa Pariser Erklärung

Die Uefa prüft, ob sich Frankreichs Meister an das Financial Fair Play hält. An dessen Verschärfung wird bereits gearbeitet.

222 Millionen Euro hat Paris Saint-Germain im August 2017 für den brasilianischen Stürmer Neymar ausgegeben, 180 Millionen Euro werden in diesem Sommer für Frankreichs Nationalspieler Kylian Mbappé fällig. Wegen der beiden teuersten Transfers der Fußball-Geschichte muss sich der französische Meister am Freitag bei der Uefa erklären: Der europäische Verband untersagt seinen Klubs zumindest auf dem Papier, über einen längeren Zeitraum mehr Geld auszugeben als einzunehmen.

Konkret geht es am Freitag am Uefa-Sitz in Nyon um die Fragen: Hat PSG mit seinen wahnwitzigen Investitionen gegen die Regeln des "Financial Fair Plays" (FFP) verstoßen? Und wenn ja: Welche Strafen hat der im Besitz eines katarischen Staatsfonds befindliche Klub zu befürchten - von einer Millionen-Geldbuße bis hin zum Ausschluss aus der Champions League? Außerdem: Lässt sich das Financial Fair Play durchsetzen oder ist es bloß ein harmloses Instrument? Und traut sich die Uefa auch an einen großen Klub heran oder bestraft sie bloß Vereine wie den FC Sion, FK Vojvodina oder FC Ertis aus Kasachstan?

Das Ergebnis der PSG-Anhörung will die Uefa im Juni bekanntgeben; unabhängig davon arbeiten der Verband und die Klub-Vereinigung ECA bereits an einer verschärften und vor allem rechtssicheren Variante des Systems. ECA und Uefa wollen, dass die Vereine in Zukunft Finanzberichte und Zahlungen an Spielerberater offenlegen. Große Hoffnungen ruhen dabei auf der Europäischen Union, die dem Profifußball einen Sonderstatus verleihen soll.

"Ich gehe davon aus, dass das relativ zeitnah final beschlossen werden kann", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München Karl-Heinz Rummenigge kürzlich im Kicker. Der Sportrechtsexperte Paul Lambertz sagte der dpa: "Wenn Sanktionen nicht spürbar sind, muss man sich nicht wundern, dass gegen Regeln verstoßen oder in Graubereiche vorgedrungen wird." PSG sei 2014 schon einmal "zu Geldstrafen und der vorübergehenden Verkleinerung seines Kaders verurteilt worden", erinnerte Lambertz. Aber das sei "keine wirklich empfindliche Strafe"; der Ausschluss aus der Champions League sollte deshalb "kein Tabu sein".