Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg wahren in den Hinspielen in der Europa League ihre Chance auf den Einzug ins Halbfinale. Liverpool und Valencia dagegen blamieren sich.

Mladen Petric ärgerte sich auch Minuten nach dem Spiel noch. "Wir wussten, dass sie stark bei Standards sind", ärgerte sich Petric. "Was sollen wir denn mehr machen als eine Zuordnung zu vereinbaren?" Auslöser für den Ärger war der Gegentreffer in der 30. Minute, bei dem Jerome Boateng seinem Gegenspieler Dieumerci Mbokani nicht einmal Geleitschutz gab.

Mladen Petric

Mladen Petric nach seinem Treffer zum 1:1. (© Foto: dpa)

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Drei Tage nach dem internen Krisengipfel hat der Hamburger SV wenigsten seine Chancen in der Europa-League gewahrt. Mit einem glücklichen 2:1 (2:1)-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel gegen Belgiens Meister Standard Lüttich konnten die Hanseaten ihre sportlichen Sorgen zwar nicht vertreiben, die Hoffnungen auf das Finale am 12. Mai im eigenen Stadion aber am Leben erhalten.

Mladen Petric mit einem Foulelfmeter in der 43. Minute sowie Ruud van Nistelrooy (45.), der sein 62. Tor in einem Europacupspiel erzielte, glichen am Donnerstagabend die Führung der Gäste durch Dieumerci Mbokani (30.) aus und verschafften dem HSV damit eine akzeptable Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche in Lüttich.

Nach dem peinlichen Auftritt bei der Niederlage in Mönchengladbach hatte es am Montag ein ernstes Gespräch zwischen Mannschaft, Trainer und Vereins-Spitze gegeben. Doch der Bundesliga-Sechste, der im Halbfinale auf den FC Fulham oder den deutschen Meister VfL Wolfsburg treffen würde, konnte die Trentwende nicht wirklich einleiten. Zu verhalten spielten die Hamburger über weite Strecken und ließen dem in dieser Saison enttäuschenden zehnmaligen belgischen Titelträger, der als Tabellen-Achter nur noch um die Teilnahme an der Europa League kämpft, viel zu viel Raum.

Jerome Boateng durfte nach Wochen erstmals wieder auf seiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung spielen; Tunay Torun tauschte den Platz mit Piotr Trochowski, der nach seiner schwachen Vorstellung in Gladbach zunächst auf die Bank musste. Doch einen neuen HSV sahen die 48.437 Zuschauer im Stadion in Hamburg nicht. Zu ungenau waren Pässe und Flanken der allerdings engagierten Gastgeber, die den Belgiern keine Probleme bereiteten.

Nach zwanzig Minuten war auch die optische Überlegenheit der Hamburger dahin. Das rächte sich: Im Anschluss an eine Ecke von Mehdi Carcela-Gonzalez entwischt Mbokani nach exakt einer halben Stunde sowohl Boateng als auch van Nistelrooy und vollendete per Kopf aus fünf Metern. "Es ist schade, dass wir gleich bestraft wurden", sagte van Nistelrooy.

Der Rückstand rüttelte den HSV wach, doch die Präzision fehlte weiterhin. Erst ein schmeichelhafter Elfmeter, den Camozzato an Pitroipa verschuldete, brachte durch Petric den Ausgleich. Nun kam auch Sicherheit ins Spiel des HSV. Als sich der Qualm einer Rauchbombe langsam verzog, traf auch van Nistelrooy (45.). Es war sein 62. Treffer im Europacup durch den er mit Bayern-Sturmlegende Gerd Müller gleichzog. Zuvor hatte der Niederländer Pech gehabt, als er zunächst den Pfosten traf (36.) und wenig später den Ball nicht richtig traf (39.).

Ein Spiel auf des Messers Schneide blieb es auch nach dem Seitenwechsel. Zwar hatten die Hanseasten durch Petric in der 62. Minute die große Chance, den Sack zuzumachen. Doch Mbokani hätte fast im Gegenzug für eine erneute kalte Dusche gesorgt. Demel scheiterte mit einem Kopfball in der 86. Minute, danach war der Sieg glücklich unter Dach und Fach gebracht. "Ich glaube, dass wir mit einer guten Leistung in der kommenden Woche das Halbfinale erreichen werden", sagte van Nistelrooy.

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  2. Wolfsburg verliert
  3. Liverpool und Valencia müssen zittern
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