Europa League Mit Urvertrauen und Dusel zum Rekord

Stuttgarter im und neben dem Tor: Nur der Ball wollte gegen Molde nicht ins Netz

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Der VfB Stuttgart zeigt eine schwache Leistung gegen Molde FK und verliert 0:1. Da Kopenhagen gegen Bukarest nur remis spielt, qualifiziert sich der VfB trotzdem für die nächste Runde - und sorgt damit für einen Rekord der Bundesliga-Klubs. Borussia Mönchengladbach feiert in Istanbul mit einer B-Elf einen souveränen Sieg.

Trotz einer sehr dürftigen Vorstellung hat der VfB Stuttgart für ein historisches deutsches Europapokal-Ergebnis gesorgt. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia zitterte sich mit einem 0:1 (0:1) gegen den norwegischen Meister Molde FK in die Zwischenrunde der Fußball-Europa-League, enttäuschte dabei aber maßlos. Damit sind alle sieben Vertreter aus der Bundesliga nach der Vorrunde noch dabei und sorgen damit für einen Rekord in der Europapokalgeschichte. Alle anderen sechs deutschen Vereine hatten die Gruppenphase in der Champions League oder Europa League bereits zuvor erfolgreich überstanden.

"Die erste Halbzeit ist uns bis auf die ersten zehn Minuten komplett misslungen. Beim 0:1 hatten wir eine katastrophale Ordnung. Ich habe mich in der Pause extrem geärgert", sagte Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia, "die zweite Halbzeit war dann typisch, wenn du erst nicht konsequent bist und dann hinterherrennst. Wir haben ungefähr 15 Torchancen gehabt. Die Niederlage ist ärgerlich, positiv ist, dass wir weitergekommen sind. Bei aller Enttäuschung über die erste Halbzeit haben wir unser erklärtes Ziel erreicht."

Die insgesamt äußerst schwachen Stuttgarter, die zuletzt international noch mit zwei Siegen in Folge überzeugt hatten, hatte kurz vor der Pause Davy Claude Angan (45.+1) bestraft. Nach dem Wechsel rannten die Schwaben vor 15.550 Zuschauern dann eher kopflos an, vergaben zahlreiche Chancen und hatten Glück, dass im Parallelspiel der FC Kopenhagen im Fernduell um die Zwischenrunde nicht gegen Gruppensieger Steaua Bukarest gewann (1:1).

Dabei begann der VfB, der bereits am Samstagnachmittag in der Bundesliga auf Schalke 04 trifft, recht schwungvoll. Gerade über die linke Seite mit dem gut aufgelegten Ibrahima Traore entstand sofort Gefahr für den norwegischen Meister, der kürzlich zum zweiten Mal in Folge den nationalen Titel gewonnen hatte. Aber Stuttgart baute rasch ab. Die Elf von Ex-ManUnited-Star Ole Gunnar Solksjær, seit dem 1:2 in der Europa League am 22. November in Kopenhagen ohne jedes Pflichtspiel, zeigte sich dagegen unbekümmert und spielfreudig. Durch Jo Inge Berget (16.) besaß Molde, das keine Chance mehr auf das Erreichen der Zwischenrunde hatte, die zunächst beste Gelegenheit des Spiels. VfB-Torhüter Sven Ulreich musste dann auch bei einem Freistoß von Magnus Eikrem (24.) zupacken.

Beim nachlassenden VfB schlichen sich mit zunehmender Spieldauer viele Fehler ein. Das gesamte Defensivverhalten wirkte ohne den in der Bundesliga gesperrten und angeschlagenen Serdar Tasci unorganisiert und fahrig. Die Stuttgarter boten viel zu viele Räume an. Zudem blieben große Torchancen lange aus. Die beste Gelegenheit vergab der für den früh verletzten Tunay Torun eingewechselte Martin Harnik (39.). Der Österreicher, der in der 47. und 69. Minute weitere Möglichkeiten vergab, scheiterte aber an Molde-Keeper Espen Pettersen. Angan machte es auf der anderen Seite nach einem Konter gegen die viel zu weit aufgerückte VfB-Elf besser.

In der zweiten Hälfte machte der VfB zwar mehr Druck, offenbarte aber immer wieder eklatante Schwächen im Abschluss. Allein Harnik hätte für die Gastgeber im zweiten Durchgang dreimal für den Ausgleich sorgen können, wenn nicht sogar müssen. So aber mussten die Schwaben bis zum Schlusspfiff um den Einzug in die K.-o.-Runde bangen.