Europa League Dank Pogba und Mkhitaryan - United holt sich den Cup

Torschützen: Henrikh Mkhitaryan (links) und Paul Pogba feiern.

(Foto: REUTERS)
  • Paul Pogba mit einem abgefälschten Schuss und Henrikh Mkhitaryan mit einem halben Fallrückzieher entscheiden das Finale der Europa League.
  • Die sehr junge Mannschaft von Ajax Amsterdam spielt gut mit, hat aber eigentlich nie eine wirkliche Chance.
  • Es ist der vierte Europapokal-Titel für Trainer José Mourinho.

Manchester United hat mit der Vollendung seines "Europa-Triples" den Fußball-Olymp erobert und die jungen Wilden von Ajax Amsterdam in die Schranken verwiesen. Zwei Tage nach dem fürchterlichen Terroranschlag in der Heimat besiegte der englische Rekordmeister im Europa-League-Finale von Solna sein niederländisches Pendant mit 2:0 (1:0) - und schenkte einer trauernden Stadt damit etwas Lebensfreude zurück.

Paul Pogba (18.) und der Ex-Dortmunder Henrich Mkhitaryan (48.) führten die Red Devils mit ihren Treffern zudem doch noch auf direktem Weg in die Grupenphase der Champions League. Zudem zählt ManUnited nun zu einem elitären Kreis von nun fünf Teams, die allesamt die Königsklasse, den Europapokal der Pokalsieger und die Europa League (früher Uefa-Pokal) gewonnen haben. Dies war zuvor nur Bayern München, Juventus Turin, dem FC Chelsea und eben Ajax gelungen.

"Wir sind sehr fokussiert ins Spiel gegangen. Wir haben für Manchester und das Land gewonnen", sagte Pogba nach dem Spiel. "Dieser Sieg hat große Bedeutung. Wir wollten die Trophäe für die Stadt Manchester gewinnen - und jetzt nehmen wir sie mit heim", sagte Juan Manuel Mata. Ex-ManUnited-Star David Beckham urteilte: "Heute ging es nicht nur um Sport. Das war eine große Nacht für Manchester United, aber eine noch größere für die Stadt und unser Land."

Die Niederländer, angetreten mit dem künftigen deutschen Nationalspieler Amin Younes und der jüngsten Final-Startelf der Geschichte (im Durchschnitt 22 Jahre und 282 Tage), müssen indes weiter auf ihren ersten europäischen Titel seit 22 Jahren warten.

Aufgrund der beeindruckenden Historie beider Vereine betitelte die Europäische Fußball-Union Uefa die Begegnung als "Duell der Giganten" - das aber auch im Zeichen des Terroranschlags vom Montagabend stand. Vor dem Anpfiff wurde deshalb mit einer Schweigeminute der 22 Todesopfer und der vielen Verletzten gedacht, die United-Profis spielten mit Trauerflor. "Die Opfer und ihre Familien sind in unseren Köpfen und Herzen", hatte Teammanager José Mourinho geäußert: "Aber wir haben einen Job zu erledigen, und genau das werden wir tun." Der Stadtrivale Manchester City sendete nach dem Spiel eine Botschaft via Twitter.

Vor 46.961 Zuschauern in der Friends Arena begann United dann auch engagiert, 100-Millionen-Euro-Mann Pogba gab nach gerade einmal 24 Sekunden den ersten Torschuss ab. Auch in den folgenden Minuten waren die Engländer, die unter anderem ohne den verletzten schwedischen Top-Stürmer und Ex-Ajax-Spieler Zlatan Ibrahimovic auskommen mussten, das Team mit mehr Präsenz und Wucht. Pogbas abgefälschter Schuss landete nicht unverdient im Tor.

Und Ajax? Kam danach immerhin etwas besser ins Spiel. Dennoch wirkten der künftige Nationalspieler Amin Younes und seine Kollegen in der Defensive verwundbar und zu schwach im Zweikampf gegen die erfahrenen United-Spieler. Trotz deutlich mehr Ballbesitz lief bis auf den Schuss von Bertrand Traoré (15.), den Younes noch vor dem Rückstand elegant vorbereitete, nur wenig zusammen.

Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff hatte der ehemalige Dortmunder Mkhitaryan seinen großen Auftritt. Im Fallen spitzelte der Armenier unter größter Bedrängnis den Ball ins Tor, Ajax-Keeper Andre Onana sah dabei nicht gut aus.

Das Tor wirkte deutlich nach, die Niederländer spielten zwar weiter technisch anspruchsvollen Fußball, brachten das Tor von Manchester aber nicht wirklich in Gefahr. Auf der anderen Seite kam Marouane Fellaini (65.) frei zu einem Kopfball, der besser platziert wahrscheinlich die Entscheidung gebracht hätte. Manchester-Kapitän Wayne Rooney, der unter Mourinho kaum noch zum Zuge kommt, wurde in der 90. Minute eingewechselt.