Von A. Burkert u. J. Cáceres

Nach SZ-Informationen verhandelte Diegos Vater, der die Interessen des Sohnes vertritt, mit dem Vorstand des FC Bayern. Ein baldiger Abschied von Franck Ribéry wird damit wahrscheinlicher.

Am Montagmorgen hat Diego ordnungsgemäß trainiert in Bremen, und die nächste Einheit stand erst 24 Stunden später an. Zeit genug bliebe demnach dem Spielmacher und seiner Entourage, sich zwischen der momentan markant dosierten Arbeit auf dem Rasen und dem nächsten Halbfinal-Endspiel am Donnerstag gegen den HSV um die Zukunft zu kümmern.

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Möglicherweise spielt Diego bald schon nicht mehr gegen, sondern mit den Spielern des FC Bayern. (© Foto: ddp)

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Zumindest Djair da Cunha, Diegos Vater, der die Interessen des Sohnes vertritt, tat das denn auch - er weilte nach SZ-Informationen am Montag in München und verhandelte mit dem Vorstand des FC Bayern. Als Ablösesumme steht ein Betrag zwischen 15 und 18 Millionen Euro im Raum.

Dass Diego, 24, den Verein verlassen wird trotz eines Vertrags bis 2011, legen Bremens Verantwortliche mit ihren Äußerungen ja schon länger nahe. Sportchef Klaus Allofs bestätigte erst das Interesse von Juventus Turin und ließ sich auch nach dem 0:1 im lästigen Nebenprogramm Bundesliga in Köln (Sportseite 2) ganz und gar nicht verärgert vernehmen, als er zu einer angeblichen Offerte der Bayern gefragt wurde. Noch bestehe kein Kontakt, "doch wenn sie anrufen, werde ich den Hörer nicht auflegen".

Nachdem Bayern-Manager Uli Hoeneß erstmals geäußert hatte, sich unter Umständen mit Diego befassen zu wollen,durfte man ohnehin davon ausgehen, dass er - wie bei Louis van Gaal - auch bei dieser Personalie längst weiter ist, als er bisweilen zugibt.

Zwar möchten sich die Münchner nach dem neuen Trainer richten. Doch eine Verpflichtung Diegos steht schon länger auf der Agenda - sofern Franck Ribéry ginge. Dass nun bereits konkret verhandelt wird mit Diego, legt eigentlich den baldigen Abschied des Offensivspielers sehr nahe. Hoeneß wäre allerdings vor seinem letzten Halbjahr auf dem Managersessel sogar zuzutrauen, sich zum Abschied eine Elf mit Diego und Ribéry zu gönnen.

Dennoch: Angesichts der Unruhe, die der extravagante wie abwanderungswillige Franzose intern verbreite, so ist zu hören, könnte er bald doch die Freigabe erhalten. Falls der Preis stimmt.

Hierfür sind die Bayern auch darauf angewiesen, dass ganz oben in der Pyramide der Königstransfers das Startsignal für zahlreiche Rochaden im europäischen Fußball gegeben wird. Und ganz oben thront: Weltfußballer Cristiano Ronaldo, ihn zieht es von Manchester United zu Real Madrid. Nach dem Champions-League-Hinspiel gegen Arsenal teilte der Portugiese zwar mit, sein "Traum von Real Madrid ist tot". Doch ManU wolle ihn, nach immerhin sechs Jahren, nach Saisonende sehr wohl ziehen lassen, heißt es inzwischen nicht nur in England.

Derweil positioniert sich in Madrid nicht ganz zufällig der millionenschwere Bauunternehmer und frühere Real-Präsident Florentino Pérez (2000 bis 2006) als vermeintlicher neuer Heilsbringer. Übereinstimmend verkündeten die Sportblätter Marca und As, dass Pérez am 14. Mai seine Bewerbung um den Präsidentenstuhl erklären werde. Pérez kaufte einst mit hochbezahlten Cracks wie Luis Figo, Ronaldo, Zinedine Zidane oder David Beckham die Galácticos zusammen.

Nun gilt Cristiano Ronaldo als Symbol eines galaktischen Comebacks; noch zu Zeiten des im Januar abgelösten Präsidenten Ramón Calderón soll er einen Absichtsvertrag bei Real signiert haben. Die Eckdaten der Vereinbarung wären jedoch noch zu vermitteln in diesen Krisenzeiten: 85 Millionen Euro Ablöse, dazu eine Transferprämie von acht Millionen Euro für Ronaldos Berater sowie ein Gehalt - für den Spieler - von zwölf Millionen Euro.

Womöglich kommt also auch bei Real noch Ribéry ins Spiel, obwohl dieser zuletzt von Barcelona schwärmte. Bei Kennern des Geschäfts gilt Barças Interesse jedoch als erloschen, seitdem die jüngste Begegnung von Ribérys Berater mit Sportchef Txiki Beguiristain publik wurde - mit dieser Indiskretion, mutmaßlich von Ribérys Parteigängern lanciert, gilt die bei den Katalanen für eine Verpflichtung verbindliche Charakterprüfung als nicht bestanden.

Doch Ribéry wird das verkraften, zumal sich nach SZ-Informationen neben Manchester nun auch der FC Chelsea um ihn bemüht. Egal, wie es letztlich kommt: Eine Zukunft von Diego in München wird immer wahrscheinlicher.

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(SZ vom 05.05.2009)