Ermittlungen zur Fußball-WM 2006 Staatsanwältin in der DFB-Affäre erhält Drohung per E-Mail

  • "Ich habe die Kripo eingeschaltet": In einer E-Mail wird die in der WM-Affäre ermittelnde Staatsanwältin bedroht und erpresst, berichtet die Bild-Zeitung.
  • Der DFB soll mehr als 2,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben.
  • Laut Spiegel ermitteln die Behörden zurück bis ins Jahr 2000.

Staatsanwältin in der DFB-Affäre erhält Droh-E-Mail

Im Zuge der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 ist die ermittelnde Oberstaatsanwältin in Frankfurt am Main bedroht worden und hat die Kriminalpolizei eingeschaltet. Wie die Bild-Zeitung berichtet, erhielt Nadja Niesen eine E-Mail, in der der unbekannte Absender vor Konsequenzen warnt, "wenn Sie den DFB vor Gericht stellen". Neben der Aufforderung zur Einstellung der Ermittlungen soll auch ein Betrag von 30 000 Euro gefordert worden sein.

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"Wir bekommen oft Wutmails, wenn wir gegen Persönlichkeiten ermitteln", sagte Niesen. "Aber diese E-Mail hat einen anderen Charakter, ich habe die Kripo eingeschaltet. Rechtlich gesehen geht es hier um räuberische Erpressung. Das heißt, um ein Verbrechen mit einer Strafandrohung von mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe."

Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, sein Vorgänger Theo Zwanziger und der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt gelten als Beschuldigte. Außer der DFB-Zentrale durchsuchten die Ermittler am vergangenen Dienstag auch Privaträume der verdächtigten Personen.

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Angeblich untersucht die Staatsanwaltschaft in der Affäre Abläufe beim DFB schon ab dem Jahr 2000. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter Berufung auf den Untersuchungs- und Durchsuchungsbeschluss der Behörde. Demnach soll sich der Verdacht der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall durch "bewusst unrichtige Angaben" auf eine Summe von exakt 2 567 125 Euro belaufen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt nahm zu den Angaben des Magazins keine Stellung. "Wir bestätigen und dementieren nichts", sagte Niesen dem SID.

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Die Hinterziehungssumme soll durch die Angabe der ominösen Zahlung von 6,7 Millionen Euro im Jahr 2005 an den Weltverband Fifa als Betriebsausgabe entstanden sein. Der Abzug der als "Beitrag zum Kulturprogramm" gekennzeichneten Überweisung minderte die Steuerschuld, obwohl die Summe nach bisherigen Erkenntnissen ein Darlehen des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus für die WM-Organisatoren von 2002 zur Absicherung eines FIFA-Zuschusses von 170 Millionen Euro für die WM-Macher ausgleichen sollte.