Ermittlungen gegen Uli Hoeneß Bayern-Aufsichtsräte rücken von Hoeneß ab

In der Steueraffäre um den Bayern-Präsidenten haben die Hauptsponsoren des FC Bayern bislang geschwiegen. Nun berichten übereinstimmend mehrere Medien, es gebe es Anzeichen, dass Aufsichtsratsmitglieder Uli Hoeneß nahelegen, seine Ämter im Klub vorerst ruhen zu lassen.

Im brisanten Steuerfall Uli Hoeneß gerät der Aufsichtsrat der FC Bayern AG zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Mehrere Vertreter des mit Konzernbossen gespickten Gremiums seien inzwischen vom Bayern-Präsidenten abgerückt, wie nach der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Freitag auch das Handelsblatt berichtete. Demnach wollen einige Aufsichtsräte dem 61-Jährigen auf ihrer nächsten Sitzung, die offenbar bislang für Montag geplant war, nahelegen, seine Ämter bis zur Klärung der Vorwürfe gegen ihn ruhen zu lassen.

Hoeneß, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats beim deutschen Fußball-Rekordmeister ist, geriet nach einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung ins Visier der Staatsanwaltschaft. Gegen den Bayern-Patriarchen lag sogar ein Haftbefehl vor, der aber außer Vollzug gesetzt wurde. Einen Rücktritt schließt Hoeneß bisher aus.

Konkrete Forderungen nach einem Amtsverzicht gab es in den Tagen nach Bekanntwerden der Steuersünde des Bayern-Präsidenten weder von den Sponsoren noch aus der Führung des Vereins. Im Aufsichtsrat sitzen unter anderem Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer, VW-Boss Martin Winterkorn, der Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler und Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges. Öffentliche Stellungnahmen der Aufsichtsräte zum Fall Hoeneß? Bislang Fehlanzeige. Das beredte Schweigen öffnet Raum für Spekulationen.

Am Rande der VW-Hauptversammlung in Hannover am Donnerstag zeigten sich Aktionärsschützer besorgt, die Affäre Hoeneß könne sich auch negativ auf den Ruf des Volkswagen-Konzerns auswirken. Die VW-Tochter Audi ist Anteilseigner beim Bundesligisten. "Sobald die Richter ein Strafverfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft zur Hauptverhandlung zulassen, sollte Hoeneß zurücktreten", sagte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz der FAZ (Freitag).

Die Klub-Spitze stellte sich indes geschlossen hinter Hoeneß. "Uli Hoeneß ist für den FC Bayern wahnsinnig wichtig. Ich kann mir den FC Bayern ohne Wenn und Aber nur mit Uli Hoeneß vorstellen", hatte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem berauschenden 4:0-Erfolg im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona verkündet. Hoeneß hatte 1979 nach dem frühen Ende seiner Spielerlaufbahn das Amt des Managers bei den Bayern übernommen und den verschuldeten Verein zu einer Weltmarke mit Riesen-Umsätzen geformt. 2009 wechselte er ins Amt des Präsidenten.

Jüngster Manager, Lautsprecher, Steuerhinterzieher

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