"Michael Ballack war drei Monate verletzt", sagte Joachim Löw zu Ballacks derzeitiger Situation, "jetzt wird man sehen, wie seine Entwicklung weitergeht." Demnach wird wohl auch in den ersten EM-Qualifikationsspielen die WM-Mittelfeldformation auflaufen: "Im Moment sehe ich Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira auf den Positionen im defensiven Mittelfeld." Ballack könnte frühestens für den Doppelspieltag im Oktober gegen die Türkei und in Kasachstan wieder berufen werden und dann als Kapitän seine Länderspiele Nummer 99 und 100 bestreiten.

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Auch auf die Nummer eins im deutschen Tor legte sich Löw fest: Manuel Neuer. "Er hat bei der WM hervorragend gespielt", sagte der Bundestrainer. Die Nummer zwei teilen sich demnach René Adler und Tim Wiese.

Belgien einer der Favoriten

Die brisante K-Frage ist nun vom Tisch. Schon am Vortag hatte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff angedeutet, dass es eine Doppellösung mit Ballack und Lahm geben könnte. "Die WM hat gezeigt, dass wir die Verantwortung auf mehrere Schultern übertragen müssen. Man hat auch gesehen, einer allein kann es nicht. Es sind viele Chefs auf dem Platz gefragt", sagte er. Der ehemalige Nationalspieler und Torwarttitan Oliver Kahn dagegen widersprach dieser Aussage. Kahn sprach sich für einen "klaren und eindeutigen Kapitän" aus: "Ein Trainer muss im Idealfall sagen: Ich stehe zu 100 Prozent zu meinem Kapitän, das ist mein erster Ansprechpartner." Ballack könne der jungen Mannschaft mit seinem Potential und seinen Leaderqualitäten noch helfen, allerdings müsse er die totale Unterstützung des Trainerstabes und der Mannschaft haben.

Nach der Kapitäns-Entscheidung soll der Fokus nun ganz auf den Start in die EM-Qualifikation gerichtet werden. Vor der Reise nach Belgien an diesem Donnerstag wird die Nationalmannschaft noch einmal in Frankfurt trainieren. Weitere Gegner des WM-Dritten in Gruppe A sind die Türkei, Österreich, Kasachstan und Aserbaidschan. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die EM-Endrunde im Sommer 2012 in Polen und der Ukraine. Bundestrainer Löw geht die neue Aufgabe selbstbewusst an: "Wir wollen sechs Punkte aus den nächsten zwei Spielen." Aber auch respektvoll: "Ich zähle Belgien zu den Favoriten auf den Gruppensieg. Wir werden sicher auf eine hochmotivierte belgische Mannschaft treffen."

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(sueddeutsche.de/holz)