Entscheidung bei 1860 München Was tun mit Schmidt?

1860-Coach Alexander Schmidt: Falls Eriksson kommt, will er nicht Co-Trainer werden.

(Foto: dpa)

Der TSV 1860 berät diesen Montag über den Kompromissvorschlag seines Investors Ismaik. Der fordert, dass der Verein Trainer Sven-Göran Eriksson holt. Eines ist schon jetzt klar: Der aktuelle Löwen-Trainer Schmidt will nicht Assistent unter dem früheren englischen Nationalcoach werden.

Von Gerald Kleffmann

Bei 1860 München steht an diesem Montag die nächste Gesprächsrunde an, der Aufsichtsrat des e.V. tagt. Es gilt, über jenen Kompromissvorschlag zu beraten, den Löwen-Investor Hasan Ismaik übermitteln ließ. Das Treffen ist wichtig, da der e.V. Mehrheitsgesellschafter der Fußball-KGaA ist und mit Minderheitsgesellschafter Ismaik eine Lösung finden muss, wie der Zweitligist die Zukunft gestalten will.

"Ich bin gutes Mutes, dass wir die Geschichte so hinbringen, dass sich eine Perspektive für den Verein ergibt", sagte Präsident Dieter Schneider dem Deutschlandradio. Somit bahnt sich - nach zig Beschlüssen seit dem Einstieg des Investors vor bald zwei Jahren und zig Fehden - der nächste zelebrierte Schulterschluss an. "Beide Seiten müssen sich aufeinander zu bewegen", räumte Schneider ein - und das heißt wohl, dass 1860 bald eine neue Fachkraft hat. Diese dürfte, wenn es keine Überraschung gibt, Sven-Göran Eriksson heißen.

Ein Engagement des früheren englischen Nationalcoaches (der in England gerade wieder wegen einer früheren Liebschaft Schlagzeilen verursacht) ist nach SZ-Informationen Teil der Forderungen Ismaiks, die Bestand haben. Eriksson trainierte zuletzt den thailändischen Klub BEC-Tero Sasana und hatte Ende 2012 drei Löwen-Spiele auf Bitte Ismaiks besucht.

Schmidt gleichberechtigt neben Eriksson, kann das funktionieren?

In welcher Funktion Eriksson kommen soll, wird intern offenbar heftig debattiert. Zwei Posten wären auf ihn zugeschnitten: der des Trainers und/oder der des Sportchefs. Eine Variante fällt durchs Raster. Trainer Alexander Schmidt wird sich nicht als Assistent unter Eriksson zur Verfügung stellen. Das machte er im Trainingslager in Belek klar, wo das Team seit Sonntag weilt.

"Co-Trainer mache ich nicht mehr. Das schließe ich aus", sagte er der AZ und bestätigte, was er im November nach dem Amtsantritt mitgeteilt hatte. "Ich will mein eigenes Ding durchziehen, als Co-Trainer war ich stets blockiert", hatte er damals gesagt, mit giftigen Grüßen an Vorgänger Reiner Maurer.

Dass Schmidt den Ernst der Lage erkannt hat, ist zu klar. "Ich vertraue darauf, dass Robert Schäfer und die anderen Verantwortlichen die richtige Entscheidung für den Verein finden werden", sagt er nun - mit Grüßen an den KGaA-Geschäftsführer. Er erhofft sich wohl Loyalität vom Vorgesetzten und von Schneider, der ihm eine Weiterbeschäftigung in der Rückrunde zugesagt hat.