Er ist ein Held in Spanien. Doch Spaniens Trainer Aragonés verzichtete Spaniens Rekordtorschützen Raúl. Diese Entscheidung erweist sich nun als die beste des Trainers.
Auch zum Training der spanischen Nationalelf am Dienstag ist Raúl wieder erschienen. Dreifach saß er auf der Tribüne am Sportplatz in Neustift im Stubaital unter Dutzenden von David Villas und Fernando Torres'. Doch es ist keine Demonstration mehr, dass sich noch immer vereinzelt Kinder im Trikot mit der 7 und seinem Namen auf dem Rücken als Raúl ausgeben. Dass Spaniens berühmtester zeitgenössischer Fußballer noch immer im EM-Quartier auftaucht, ist wohl nur noch der Hartnäckigkeit von Eltern geschuldet, die ihren Kinder nicht schon wieder ein neues Fußballtrikot kaufen wollen.
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Gelöste Stimmung vor dem Halbfinale gegen Russland: Spaniens Team bei einem Ausflug in den Park. (© Foto: ddp)
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Daran lässt sich messen, wie durchschlagend der Erfolg der Angreifer Villa und Torres ist, die Spanien mit fünf Toren ins EM-Halbfinale an diesem Donnerstag gegen Russland schossen: Raúl sind nur noch ein paar Kinder; Raúl ist kein Thema mehr. Nach einer 2:3-Niederlage gegen Nordirland am 6. September 2006 als Tiefpunkt einer Reihe beliebiger Auftritte seines Kapitäns nominierte Trainer Luis Aragonés Spaniens Rekordtorschützen nie mehr.
Sportliche und menschliche Befreiung
Bis diese EM begann, schien der Trainer ihn deswegen nie mehr loszuwerden. "Raúl, selección!", rief bei jedem Länderspiel ein Teil des Publikums: Raúl für Spanien. "Raúl, paquete!", antwortete ein anderer Teil: Raúl, Du Paket! Es ist das neueste Modewort der spanischen Fußballsprache, um tolpatschige Spieler zu beschreiben. Einmal erwartete Raúl den Trainer vor einem Auswärtsspiel sogar am Flughafen Madrid - als Pappfigur. Ein Fernsehsender hatte sie aufgestellt.
Der Fußball verzehrt sich nach solchen Debatten: Kahn oder Lehmann? Netzer mit Overath? Raúl, ja oder nein? Wenn die Protagonisten längst abgetreten sind, wird sich das Publikum noch über diese Fußballfragen eines Jahrzehnts erhitzen. Dies macht die derzeitige Ruhe in der Raúl-Debatte so außergewöhnlich. Selbst die skrupellosesten Raúl-Lobbyisten der Madrider Presse können angesichts der EM nichts sagen. Die mutigste Entscheidung von Luis Aragonés war auch eine seiner besten. Raúls Rauswurf war eine sportliche und menschliche Befreiung der Mannschaft.
Raúl tauchte wieder auf
Einmal während dieser EM tauchte Raúl noch abrupt und unwiderstehlich auf. David Villa hatte mit dem Tor zum 2:1 über Schweden in letzter Minute Spanien vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert, und der Treffer riss alle mit. Alle Ersatzspieler fielen übereinander her, Trainer Aragonés, 69 Jahre alt, stürzte sich schreiend vor Glück zwischen sie. Und so viele, die die selección seit Jahren begleiten, sahen in diesem Moment vor ihrem inneren Auge: Raúl.
Wie er bei der WM 2006 ein ähnlich entscheidendes Tor erzielte, zum 2:1 gegen Tunesien, zur Ersatzbank lief und bloß seine Kumpels Santiago Cañizares und Michel Salgado abklatschte. Der Rest der Ersatzspieler sah schüchtern zu. "Ich werde nicht die Klasse Raúls in Frage stellen", sagt Aragonés nun, "aber die Sache ist die: Heute ist die Nationalelf eine echte Gruppe."
Raúl hat nie öffentlich Ärger gemacht, als ihn Aragonés bei der WM 2006 zum Ersatzstürmer degradierte, und ziemlich sicher wollte Raúl die Gruppe nicht mit seinem persönlichen Ärger belasten. Er ist ein misstrauischer, aber integrer Profi; dies vor allem: ein Profi. Doch auch wenn er nichts sagte, gelang es ihm 2006 nicht, seine Stimmung zu verbergen. Morgens kam er im WM-Quartier in der Sportschule Kaiserau mit verbiestertem Gesicht in den Frühstücksraum und bildete an einem Tisch mit den ebenfalls auf die Ersatzbank verbannten alten Kriegern Cañizares und Salgado einen geschlossenen Kreis.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie sich Raúls schlechte Laune auf die Stimmung auswirkte und welche Zunkunft der Stürmer in der Nationalelf hat.
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Ich denke ,dass die Spanier ausscheiden. Wie auf www.comedycontainer.de zu hören ist, kommt ihnen unerlaubt ein gewisser Don Quichote, auf einem Pferd, das er Rosi nannte zur Hilfe...Aber hören Sie selbst!
wird bis heute abend bestehen bleiben...