EM ohne England: Eine europäische Durchschnittsmannschaft fehlt, nicht mehr. Vielleicht ist sie besser als Russland, aber vielleicht auch schlechter als Dänemark.
Jens Lehmann hat ein Problem. Wenn er sich jetzt wieder zum Training beim FC Arsenal einfindet - wen soll er dann verspotten? Die 18 Jahre alten Marc Randall und Theo Walcott sind zu jung, als dass er sie schweren Lästereien aussetzen dürfte, und der Verteidiger Justin Hoyte ist mit seinem Schicksal als Hinterbänkler gestraft genug. Sonst jemand? Niemand. Drei englische Mitspieler hat Lehmann in seinem Team, das Tabellenführer der englischen Premier League ist. Echte Insulaner im Fußballerpersonal des Londoner Weltklubs, dessen Handelswert mit 415 Millionen Pfund bemessen wird, finden sich lediglich im ,,Arsenal Ladies Football Club'', aber dort Späße über das Scheitern der Engländer bei der EM-Qualifikation zu machen, verbietet Lehmann die gute Erziehung.
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Aus diesem Mangel an echten Engländern lässt sich natürlich leicht die These bilden, es seien die vielen Gastarbeiter vom europäischen Kontinent und aus anderen unzivilisierten Erdteilen, die den Weg für die einheimische Fußballjugend versperren. An dieser Behauptung mag einiges dran sein, aber insgesamt bleibt sie unbefriedigend, weil sie den komplexen Hintergrund der Misere nur auf die grobe Art durchdringt. Ja, es stimmt, die Auswahl englischer Spieler, die Nationaltrainer Steve McClaren aus den 20 Klubs der ersten Liga treffen konnte, war relativ übersichtlich. Aber für den Zweck der Qualifikation hätte sie genügen können. Als Coach hat McClaren versagt, ganz einfach.
Auf Täuschung beruht allerdings das Entsetzen, das nun in der ganzen Welt ausbricht, weil England nicht am Turnier im Alpenreich teilnimmt. Eine europäische Durchschnittsmannschaft fehlt, nicht mehr. Vielleicht ist sie besser als Russland, aber vielleicht auch schlechter als Dänemark. Überall glaubt man, dass die englische Nationalelf eine Eliteauswahl der Premier League sei, gewissermaßen das Konzentrat der neben der Primera División besten europäischen Liga, aber das stimmt nicht.
Der Sport der Premier League ist ein großartiges Kulturprodukt und globales Fernsehereignis, das die Menschen in den Savannen Afrikas und den hintersten Dschungeldörfern Asiens begeistert, aber mit Englands Nationalelf hat das nicht viel zu tun. Es führt bloß dazu, dass die Handvoll wirklich guter englischer Profis maßlos überschätzt wird und die Gagen für die Terrys, Gerrards oder Rooneys ins Absurde steigen.
Jens Lehmann mag es als guten Witz auffassen, dass er bei Arsenal Reservist ist, während die Torhüter seines Gastlandes regelmäßig groteske Vorstellungen bieten. Tatsächlich aber geht es ihm wie den meisten Fußballfans in Deutschland: Man kichert darüber, dass die Engländer für ihren immer noch herrschenden imperialen Hochmut bestraft wurden. Aber man wird sie vermissen. Nicht wegen ihres Fußballs, sondern wegen ihrer Anhänger und der lustigen Geschichten, die die Zeitungen erfinden.
Verrückter Eisladen in der Maxvorstadt
Einen ausgezeichneter Kommentar über den englischen Fußball habe ich gerade gelesen, der nur dadurch entwertet wird, daß der Schreiber den Unterscheid zwischen "dass" und "das" nicht kennt, genauer gesagt, nur das "dass" nicht, Das kiegt wohl an der Rechtschreibreform.
es ist einfach unerträglich, daß mit deieser Reform die Rechtschreibung zum Teufel geht. Daß das "dass" (vorher "daß") ständig falsch geschrieben wird, nervt mich.
So schreibt dieser ausgezeichnete Kommentator und Kenner des englischen fußball folgendes: ("dass" falsch geschrieben wird durch Ausrufezeichen kenntlich gemaqcht):
...wäre einem aufgefallen das (!) er in einem Formtief hängt, was länger als ein Jahr andauert.Aber statt vielleicht darauf zu kommen, das (!) dieses auf die taktischen Spielereien seines Trainers Benitez zurückzuführen ist... Das (!) dieser Spieler, ein klassischer Sechser, auf offensiveren Postionen ,,missbraucht' wird .....Herrn Selldorf ist vorzuwerfen, das (!) er nicht über Dinge schreiben sollte, über welche ......
Weiterer Kommentar überflüssig. Wie gesagt, ohne das "das" anstelle des "dass" (oder des alten "daß") ein vorzüglicher kommentar.
Ich frage die Kinder in meiner Nachbarschaft immer wieder, ob sie denn wissen, was Gerrard, Lampard, Rooney und all die anderen Durchschittsspieler,deren Trikots sie tragen, an großen Trophäen gewonnen haben. Hier im Forum lese ich bei einigen sogar die Enttäuschung über die Kritik am englischen Fußball heraus. Der echte englische Fußball wird ab Platz sechs gespielt. Der Trainer von West Bromwich hat mal im Kicker erzählt, daß ab da nur noch auf Unentschieden gespielt wird, und das in halbvollen Stadien. Wontorra, Beckmann, Kerner und Co haben über ihre Sender immer schöne Mogelpackungen in die Kinderzimmer geschickt. Jetzt hoffe ich, da keine britischen Mannschaften dabei sind, daß auf solche Begriffe wie, Scorer, Coach, Assist, One Touch- Fußball, Must have Ball, Last Minute usw. verzichtet wird. Außer uns Deutschen, die allem englischen so angetan sind (warum auch immer), versteht das nämlich kein Mensch. Und jetzt noch mal für alle Englandfans: Die oben genannten Durchschnittsspieler werden niemals auch nur Vizeweltmeister gewesen sein, oder Vizeeuropameister, allenfalls nationaler Meister in der Premierlegue, mit Hilfe von vielen Ausländern. Aber einer muß ja Meister werden.
Frueher gab es mal den Ehrencodex: wer am Boden liegt... Leider trifft dies weder auf die Englische Presse, noch auf die SZ zu... Zum Thema "echte Insulaner" sollte vielleicht noch eines gesagt werden: die Englische Nationalmannschaft kann immerhin auf Einbuergerungsspielchen verzichten, alle "echten Insulaner" sind, bis auf Heargraves, auch auf der Insel geboren und mussten nicht erst aus Schlesien, Spanien, der Schweiz und Brasilien importiert werden um ihnen einen Adler auf die Brust zu heften.
... anguckt. Und auch keine der italienischen Serie A und der spanischen Primera Division. Lieber wohl Spiele von ,,Kloni'' und co in der Bundesliga. Dies ist aber kein Wissensgehalt, der ausreichend wäre, Artikel in der Sueddeutschen Zeitung zu verfassen.
Und Raphael Honigstein hat wohl seine Versetzung von Spanien nach England nicht verkraftet. Ich möchte an dieser Stelle nicht mit dem englischen Wetter als Begründung kommen.Aber sein ewiges Gemecker über die englischen Spieler geht einen einfach auf die Nerven.
Es ist einfach unverschämt!!!! cheers
Dieser Kommentar von Phillip Selldorf und die Tiraden seines Kollegen Honigstein sind einfach lächerlich. Sie verdeutlichen ein mangelndes Fachwissen über Fussball im allgemeinen und bewegen sich auf dem Niveau eines sonntäglichen Stammtisches. Die Probleme des englischen Fussball sind vielfältig, werden aber nicht thematisiert. Diese liegen nicht am Mangel an Weltklassespielern oder fehlenden Talenten. Sie reichen vielmehr von einer fehlenden Winterpause bis zu einer teilweise nicht vorhandenen maximalen Leistungsbereitschaft für die Nationalmannschaft und der damit verbundenen stärkeren Zuwendung zu den Vereinen, welche den Veränderungen in der Gewichtung von Klubwettbewerben zuzurechnen ist. Aber natürlich lagen sie bei dieser Qualifikation vor allem beim Trainer ,,McClown''. Die Probleme einzeln jetzt hier darzulegen würde den Rahmen sprengen. Es sind besser zwei Beispiele zu Aussagen der genannten Autoren zu nennen. Zum einen hatte Arsenal London in den letzten Jahren keinen Erfolg mit seiner ,,Ausländermannschaft''. Die letzten Runden wurden von Chelsea und im letzten Jahr von Manchester United dominiert. Bei diesen zählen ,,auch'' englische Nationalspieler zu den tragenden Säulen. Das andere Beispiel ist Steven Gerrard. Wenn man ein paar seiner letzten Spiele saisonübergreifend verfolgt hätte, wäre einem aufgefallen das er in einem Formtief hängt, was länger als ein Jahr andauert. Aber statt vielleicht darauf zu kommen, das dieses auf die taktischen Spielereien seines Trainers Benitez zurückzuführen ist, welcher lieber Spieler in sein System pressen möchte als mit den Fähigkeiten der Spieler ein System zu formen, ist natürlich viel zu tiefgründig. Das dieser Spieler, ein klassischer Sechser, auf offensiveren Postionen ,,missbraucht'' wird ist nicht von Belang. übrigens ist dieses moderne Stilmittel des Fussballs, bestimmte Spieler auf verschiedenen Positionen einzusetzen, lediglich bei denen möglich, welche herausragende Möglichkeiten haben. Es ist einfach eine Unverschämtheit und respektlos Gerrard taktische und technische Fähigkeiten abzusprechen.
Herrn Selldorf ist vorzuwerfen, das er nicht über Dinge schreiben sollte, über welche er sich keinen überblick verschafft hat. Im konkreten bedeutet dies, das zu vermuten ist, das Herr Selldorf sich nicht wöchentlich Spiele der englischen Liga
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