Mit dem 1:0 gegen agile Belgier gelingt der deutschen Nationalmannschaft ein erfolgreicher Start in die EM-Qualifikation. So rauschhaft wie bei der Weltmeisterschaft spielt das Team dabei nicht.
Nicht, dass die Belgier es nicht bis zum Schluss versucht hätten. In den letzten 20 Minuten wechselten sie drei neue Leute ein, sie spielten gefällig, sie schossen, drückten, drängten und rannten, aber ein zählbarer Erfolg entsprang ihren Mühen nicht. 0:1 (0:0) unterlagen sie der deutschen Nationalelf, der damit ein erfolgreicher Start in die EM-Qualifikation gelungen ist. Es war, was man im Fußball einen Arbeitssieg nennt, gegen die fleißigen Belgier hatte sich die deutsche Auswahl schwergetan, aber schließlich aufgrund ihrer größeren Erfahrung gewonnen.
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Trifft wieder: Miroslav Klose. (© REUTERS)
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"Das war ein schweres Stück Arbeit", sagte Bastian Schweinsteiger, "wir sind froh, dass wir hier gewonnen haben. Das war nicht leicht gegen eine gute belgische Mannschaft." Bundestrainer Joachim Löw ergänzte: "Ich habe die Belgier so gut erwartet. Der Sieg war wichtig, die Mannschaft hat guten Spirit bewiesen. In der ersten Halbzeit haben wir etwas gebraucht, um in Schwung zu kommen. Die Kombinationen waren nicht so sicher wie bei der WM. In der zweiten Halbzeit ist das besser geworden, da haben wir das Spiel gut im Griff gehabt."
Mit diesem gelungenen Auftakt in die EM-Qualifikation ist nun auch die Zeit des Redens vorerst vorbei. Nach den Diskussionen der vergangenen Wochen war ja fast zu erwarten gewesen, dass die Deutschen die Belgier nach dem Anpfiff zunächst zum Gesprächskreis bitten würden, um doch noch einmal wirklich alle Aspekte der deutschen Kapitänsfrage auch aus internationaler Sicht zu erörtern. Belgiens Kapitän Thomas Vermaelen hätte zum Beispiel davon erzählen können, wie es ist, die Binde zu tragen, obwohl ein anderer, Marouane Fellaini, der Chef auf dem Platz ist. Fellaini wiederum hätte davon erzählen können, wie es sich mit dieser wahnsinnig gut aussehenden Afro-Frisur lebt, die sein Haupt hoch überwölbt und zu den Himmeln strebt. Das hätte zwar wenig bis nichts mit der deutschen Kapitänsfrage zu tun gehabt, wäre aber mindestens ebenso interessant gewesen. Jedoch: Niemand bildete einen Gesprächskreis, alle spielten sofort munter los.
Die deutschen Scouts hatten vor der Partie herausgefunden, dass der 22 Jahre alte Fellaini und der 17 Jahre alte Romelu Lukaka die wohl besten Spieler des belgischen Teams sind. Fellaini ist, wie gesagt, an der Frisur zu erkennen (bei seinem Klub, dem FC Everton, verkaufen sie Fellaini-Perücken im Fanshop), Lukaka daran, dass er trotz seines jugendlichen Alters auf dem Platz die Präsenz eines Sprinters verströmt, der auch als Schwergewichtsboxer gut zurecht käme. 93 Kilogramm wiegt er, und wehe, diese Masse kommt einmal in Bewegung. Bereits nach neun Minuten deutete er sein Potential an, als er sich im Mittelfeld den Ball nahm und aus 25 Metern aufs Tor jagte, Torwart Manuel Neuer brachte seine Fäuste noch an die Kugel. Drei Minuten zuvor hatte sich auch Fellaini schon bekannt gemacht, als er aus neun Metern links vorbeischoss. Belgien spielte zunächst besser als Deutschland.
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