So mancher Journalist will schon mal Einfluss auf die Kader genommen haben. Zumindest weiß man jetzt, wie es bei der WM zum Tor gegen Polen kam.
Bei jedem großen Fußballturnier tauchen neue Stars auf. Spieler, die man vorher kaum kannte, die dann zu Helden werden. Einige spielen bei einem zweitklassigen Verein, einige dürften noch in der A-Jugend kicken.
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An mancher Karriere nicht ganz unbeteiligt: Journalisten bei der EM. (© Foto: dpa)
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David Odonkor war 2006 so ein Beispiel, in diesem Jahr hätte es Marko Marin sein können. Bei jeder Mannschaft - außer den Griechen vielleicht - gibt es diese Spieler, und bei Fans und Journalisten gehört es zum guten Ton, mindestens einen von ihnen zu kennen, entdeckt oder in den Kader geschrieben zu haben.
Bei der polnischen Mannschaft etwa gibt es Dariusz Dudka. Der Mittelfeldspieler gilt inzwischen als eines der größten Talente Polens. "Den wollten sie 2006 nicht mit zur WM nehmen", erzählt ein polnischer Journalist. "Dann habe ich den Stift in die Hand genommen und so lange geschrieben, bis er nominiert wurde." Ich habe kurz überlegt, ob ich dem Mann danken soll, schließlich war Dudka jener Mann, der im Spiel gegen Deutschland eingewechselt wurde und dann das Laufduell gegen Odonkor verlor.
"Da hab' ich schon gesagt..."
Es gibt auch den Schweden Petter Hansson, der zwar schon einige Jahre älter ist, auf seine internationale Berühmtheit aber bis zum Spiel gegen Griechenland warten musste, als er zuerst beinahe ein Eigentor köpfte und dann den Ball ins gegnerische Tor wurstelte. Einen Tag nach dem Spiel erklärte ein schwedischer Fan in der Salzburger Innenstadt: "Den Hansson kenne ich, seit er so groß war." Er hält seine Hand in Hüfthöhe. "Der hat damals schon solche Tore erzielt, weil er nie aufgegeben hat."
Wer einen EM-Star nicht schon lange kennt, der muss seinen Mund halten - so wie ich. Ich habe zwar mal Mercedes-Sterne abgebrochen mit einem, der jetzt ein großer Fußballer ist. Aber zum einen sagt dieser Jugendstreich nichts über die fußballerischen Qualitäten des guten Mannes aus, zum anderen ist er noch kein Star dieser EM, was meine Geschichte uninteressant für andere Menschen macht.
Da höre ich lieber dem Menschen zu, wegen dem David Odonkor zur Nationalmannschaft gehört: "Ich war damals Jugendkoordinator beim DFB. Da hat der Odonkor noch kein Spiel in der U21 gemacht. Da hab ich schon zum Dieter Eilts gesagt: Der da ist der künftige Nationalspieler!"
Jetzt wissen wir also, wie das kommen konnte bei der WM 2006: Es war nicht Klinsmann, nicht Löw und schon gar nicht Andy Köpke. Es waren ein polnischer Journalist und ein deutscher Jugendtrainer, die für das 1:0 in der 93. Minute gesorgt haben.
Ich bin schon gespannt, wer den entdeckt hat, der heute beim Spiel Deutschland gegen Kroatien für die Entscheidung sorgt. In welchem Jugendverein hat eigentlich Mario Gomez gespielt?
(sueddeutsche.de/pes)
Bergkirchweih in Erlangen
Dann würde ich mal auf Journalisten oder Touristen mit oberschwäbischem Zungenschlag achten :-)
Unlingen liegt im Landkreis Biberach in der Nähe von Riedlingen und Bad Schussenried
http://www.sv-unlingen.de
Das größte Talent das aus der Jugend des SV Unlingen hervorging ist Mario Gomez.
Geboren 1985 spielte er in allen Jugendmannschaften des SV Unlingen, einschließlich D-Jugend.
Als 12-jähriger wechselte er zum FV Bad Saulgau 04, wo er 2 Jahre in der C-Jugend und 1 Jahr in der B-Jugend spielte. Dann wechselte er mit 15 Jahren zum SSV Ulm 1846 und spielte noch 1 Jahr in der B-Jugend, bis er dann 2001 als A-Jugendlicher zum VfB Stuttgart wechselte. Da er weiterhin sehr gute Leistungen brachte, zuerst im Jugendbereich dann bei den Aktiven, erhielt er vom VfB einen Profivertrag über mehrere Jahre.
Schon frühzeitig wurde auch der Deutsche Fußball Bund auf das aufstrebende Talent aufmerksam und in der U-15 bestritt er sein erstes Internationales Turnier in der Nähe von Neapel.