Nach dem 1:2 in einem denkwürdigen Regenspiel gegen die Türkei ist einer der Gastgeber bereits ausgeschieden.
Sie hätten diese Pfütze so gut brauchen können. Eine hinterhältige Pfütze, der es gelang, sich mithilfe von Grashalmen zu tarnen - aber eben doch mit allen technischen Fertigkeiten einer Pfütze ausgestattet. In der zwölften Minute hatte es zu regnen begonnen im komplett rot eingefärbten St. Jakob-Park, ach was: zu schütten, dass das Wort "sintflutartig" für eine knappe Halbzeit lang mehr war als nur eine abgegriffene Floskel. Jeder Schritt setzte einen kleinen Springbrunnen in Gang, jede Grätsche verdrängte Wassermassen, als springe man von einem Dreimeterbrett in einen Pool, mit angezogenen Beinen. Der Zufall übernahm nun die Regie im vorentscheidenden Gruppenspiel zwischen Gastgeber Schweiz und der Türkei. Der Zufall - und die Pfütze vor dem Tor des türkischen Torwarts Volkan Demirel.
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Wasserschlacht, Baseler: Kontrolle hieß das Zauberwort im St. Jakob-Stadion (© Foto: Getty)
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Eren Derdiyok, einer von drei Schweizer Spielern mit türkischen Wurzeln, konnte am rechten Strafraumeck den Ball abschirmen, während die gegnerischen Verteidiger reihenweise an ihm vorbeischlidderten, er passte den Ball flach vors Tor - und dort blieb er liegen. In der Pfütze. Hakan Yakin musste ihn nur noch einschieben zum 1:0, jener zweite Schweizer mit Familie in der Türkei. Er verzichtete auf übertriebenen Jubel. Die Geschichte könnte wunderbar an das Duo Klose/Podolski erinnern, die am Sonntag, mit einem deutschen und einem polnischen Herzen versehen, die Polen abschossen. Könnte - wären die Umstände am Mittwochabend in Basel nicht völlig andere gewesen. Und das Ergebnis.
Denn in der 57. Minute war die Partie wieder ein halbwegs normales Fußballspiel. Eine Flanke von links segelte heran, getreten von Semih Sentürk, sie segelte genau auf den Kopf von Mehmet Topal, dann vorbei am Schweizer Torwart Diego Benaglio zum 1:1 ins Tor. Und kurz vor Schluss versetzten die Türken dem Gastgeber endgültig den Genickbruch: Arda Turan traf zum 2:1, entscheidend abgefälscht von Patrick Müller. Ins Viertelfinale kommen die Schweizer nun nicht mehr - zwei couragierte Auftritte und ein Glückstreffer dank einer Pfütze waren dann doch nicht genug. Die Türken haben gegen die Tschechen am Sonntag noch alle Möglichkeiten.
Schon vor dem Spiel hatte der Schweizer Nationaltrainer Köbi Kuhn für sein Team ein "vorgezogenes Finale" ausgerufen. Beide Mannschaften hatten jeweils ihr Auftaktspiel verloren und standen nun mit dem Rücken zur Wand. Nichts, was nur im Ansatz an eine biblische Plage erinnerte, konnten die Schweizer gebrauchen nach dem Verletzungspech, dass sie bereits heimgesucht hatte. Der Kapitän Alexander Frei humpelte an Krücken ins Stadion, matt gesetzt von seinem Innenbandanriss aus dem Eröffnungsspiel gegen Tschechien (0:1), neben ihm schlenderte frustriert Marco Streller. Über den ehemaligen Stuttgarter hatten die Teamärzte zuletzt berichtet, seine Leiste habe sich etwas "verschoben". Das klang schon beunruhigend, vor dem Spiel meldeten dann mehrere Medien, Streller leide an einem Leistenbruch. Das hätte seine zuletzt stocksteifen Auftritte erklärt, doch der Verband dementierte: Streller sei eben mit einer "weichen Hüfte" ausgestattet, einer Bindegewebsschwäche also, die zum Leistenbruch führen kann. Die Schmerzen verhinderten seinen Einsatz.
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Piratenpartei
unverdienter Sieg der Türken? Ich weiß nicht von welchem Spiel sie reden aber die türken waren deutlich die bessere Mannschaft. und wenn schon. auch das gegentor von der Schweiz hat ein türke geschossen.
türken dies türken das.
und viertelfinale bekommen sies zurück.
zu spät. die deutschen haben ja gegen kroatien verloren, weil sie mal wieder eine zu grpße Klappe hatten. Danke Kroatien
cantonesque
welches spiel beschreiben sie?
von wegen flüssiges spiel der schweizer und vor allem system?
redet euch die em schön...
wahrnehmungsprobleme... mehr nicht. ich war letzte woche in der schweiz.
die schweizer können in deutschland lernen wie man so eine veranstaltung macht und damit meine ich nicht organisation. ich glaube schweizer verachten andere nationen. für sie sind andere nationen gut um ihr schmutziges geld in der schweiz zu deponieren aber zu mehr nicht. so einen rassismus habe ich nur in wenigen orten von bayern erlebt.
fakt ist... die schweiz ist raus. und das ist gut so!
wenn sie nicht den herrn blatter hätten der den afrikanischen delegationen die stimmen gekauft hat dann wäre nie die em in der schweiz veranstaltet worden.
Präambel: wie immer werde ich mich hier nur zum Spiel äußern.
- begeistert über den unverdienten Sieg der Türken: ein Viertelfinale gegen Deutschland bleibt möglich - und das wollen, hier in Berlin, alle, aber a l l e sehen.
Yakin hätte drei Tore machen können, ein weiteres in jedem Fall machen müssen. Sein Jubel: podolskisch. Seltsame Tendenz bei dieser EM. Die vergebenen Großchancen gleichen sich aus (Türkei: Pfostenschuss vor dem 0:1; Schweiz: Yakins Ball am leeren Tor vorbei kurz nach der Führung). Aber was die Spielanteile angeht ist unbestreitbar: in den irregulären ersten 45. Minuten wie auch in der 2. Halbzeit war die Schweiz überlegen. Flüssigere Kombinationen, mehr Engagement, nicht nur mehr Linie, sondern ü b e r h a u p t Linie: bei den Türken war letzteres Fehlanzeige. Insbesondere nach dem Ausgleich spielte nur die Schweiz. Alle warteten darauf, dass Kuhn einen Spieler mit einem Namen wie. . . . sagen wir: Osmanovic oder so ähnlich einwechselt und der dann das Tor macht (sollte jetzt ein Witz sein, pardon). Sie drängten und verloren ähnlich unglücklich wie im ersten Spiel. Haupmanko: kein Finisher auf dem Platz (sprich: Frei). Siehe auch Behrami im Spiel gegen die Tschechen: Barnetta schießt, Cech kann den Schuß nur nach vorne prallen lassen, Behrami nimmt diesen Rückpraller nur Halb-volley anstatt idealerweise volley und dieser technische Mangel lässt den Ball nur an den Pfosten gehen. Alles Halbfertigkeiten im Abschluss, die für die Schweiz den Unterschied im negativen Sinn machten.
War das nicht schonzu Zeiten von Jenatsch abgeschafft in der Schweiz ?
Ihr könntet ja gelegentlich auch die Leibeigenschaft wieder einführen, per Volksentscheid natürlich, damit es auch legitim wäre.
Na immerhin schiessen sie den Schweizern die (ohnhin seltenen) Tore ! Jeder das, was er kann.
Paging