Die Rumänen gruben sich wie gewohnt tief in der eigenen Hälfte ein, was eher unverständlich erschien, da sie mit einem Sieg doch sicher weitergekommen wären. Vielleicht sind sie das mittlerweile so gewohnt: auf dem Platz kommen, sich erstmal hinten einbuddeln, und dann mal sehen. Diese erfrischend sinnfreie Taktik hielten sie eisern durch, manchmal traten sie den Ball nach vorn, wo Adrian Mutu herumlief. Die Idee: Mutu sollte irgendetwas machen da vorne. Der ausgeklügelte Plan ging nicht ganz auf. Niemand machte irgendwas, bis nach etwas über einer halben Stunde der Niederländer Kahlid Boulahrouz rechts im gegnerischen Strafraum auftauchte. Acht, vielleicht neun Meter war er vom Tor entfernt, der Winkel war ein wenig spitz, und also schob Boulahrouz den Ball gemächlich zurück, statt zu schießen. Er musste ja nicht (33. Minute). Vier Minuten später schob Robben den Ball freistehend aus acht Metern vorbei. Und dann, plötzlich, eine Chance - ach was, die Chance für Rumänien. Rat legte zurück an die Strafraumgrenze, Codrea kam angestürmt, er hatte freie Schussbahn und jagte die Kugel mit sehr viel Wucht über das Tor (45.).

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Fast schien es im Anschluss, als würden die Niederländer sich denken: Gut, ein Tor müssen wir mindestens machen, wir können ja gar nicht anders. Erst vergab also van Persie eine Riesenchance, als er aus sieben Metern Torwart Lobont anschoss (49.), dann war es Huntelaar, der einen Querpass von Afellay aus sechs Metern lässig und - tatsächlich humorlos - einschob (54.).

Die Rumänen schenkten sich die Mühe des Aufbäumens, die Niederländer nahmen das zur Kenntnis. Was konnten sie noch tun, um die Zuschauer zu unterhalten? Im Grunde nichts, also wechselte van Basten den Stürmer mit dem spektakulären Namen Jan Vennegoor of Hesselink ein (83.). Da aber Namenswitze mittlerweile international verboten sind, verlegten sich die Niederländer auf einen angemessenen Abschluss der Partie. Van Persie nahm einen Pass von Engelaar im Strafraum mit der Brust an und jagte die Kugel aus sechs Metern - durchaus humorlos - ins Tor (87.).

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  1. Der Versuchung widerstanden
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(SZ vom 18.6.2008)