Der Nahost-Konflikt erreicht den Spitzensport: Die Vereinigten Arabischen Emirate verweigern der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer die Einreise.

Die Spannungen im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den arabischen Staaten haben am Sonntag zu einem Eklat beim Tennisturnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Dubai geführt. Der Israelin Shahar Peer wurde ohne Angabe von Gründen das Einreise-Visum verweigert.

Bild vergrößern

Shahar Peer darf nicht zum Tennisturnier in Dubai einreisen. (© Foto: Reuters)

Anzeige

Von der Situation überrascht wurden die Verantwortlichen der Spielerinnen-Vereinigung WTA. "Wir sind tief enttäuscht, dass Shahar Peer kein Visum erhalten hat und deshalb nicht bei den Dubai Open starten kann. Sie hatte das Recht, dort zu spielen. Nach einigen Konsultationen haben wir uns aber entschlossen, die Zustimmung zur Fortsetzung des Turniers bis zum nächsten Wochenende zu geben", sagte WTA-Chef Larry Scott.

Der Verband sicherte der 21-jährigen Peer Rechtshilfe zu und will außerdem über die Zukunft des Turniers in Dubai nachdenken. "Die WTA Tour hat klare Regeln und Vorschriften. Kein Land sollte einem Spieler oder einer Spielerin das Startrecht bei einem Turnier verbieten können, für das sie sich qualifiziert hat", sagte Scott.

Schon in den vergangenen Jahren war der politische Konflikt auch auf die Sportlerebene übertragen worden. So boykottierten beispielsweise schon mehrfach iranische Athleten Wettkämpfe gegen Sportler aus Israel. Einer der bekanntesten Fälle ereignete sich bei den OIympischen Spielen 2004: In Athen weigerte sich der iranische Judoka und mehrfache Weltmeister Arash Miresmaeili, gegen Ehud Vaks aus Israel anzutreten. Die Folge: Vom IOC wurde Miresmaeili disqualifiziert, vom iranischen Staat erhielt er eine Sonderprämie.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/aum)