Heatley, Getzlaf, Nash: Kanadas neuer Sturm jagt Rekorde und erhöht den Stellenwert der WM im eigenen Land.
Für so was stellt Käptn Doan sein Ego gerne zurück: "Die Jungs sind phänomenal", sagt Shane Doan, Kapitän der kanadischen Auswahl bei der Eishockey-WM in Halifax. Shane Doan meint: Dany Heatley, 27, Ryan Getzlaf, 22, Rick Nash, 23. Im ersten Spiel, das sie 5:1 gegen die Slowenen gewannen, schoss Heatley drei Tore, zu dritt brachten sie es auf acht Scorerpunkte. Beim 7:0 über die Letten traf Nash zweimal, Heatley, der am Freitag schon Marcel Dionnes Rekord als bester kanadischer WM-Torschütze (21) um zwei Tore überbot, kam diesmal nur zu einem Treffer, dafür aber zu vier Punkten. Macht insgesamt 40, womit er Steve Yzerman als Kanadas besten WM-Scorer ablöste. Sein Vorgänger ist 2008 General Manager von Team Canada und verkündete, in dieser Eigenschaft mache ihn des eher froh.
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Groß gewachsen, geschichte Hände: der kanadische Topstürmer Rick Nash. (© Foto: AFP)
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Mehr als ein Trostpreis
Es sind große Jungs, alle drei: "Die Reihe, in der man nur spielen darf, wenn man mindestens 1,95 ist und geschickte Hände hat", nennt sie spaßhalber Shane Doan. Zufall, dass in ihrer ersten Offensiv-Formation diesmal lauter Kerle über einsfünfundneunzig stehen, sagt Yzerman: "Wir haben eine Menge großer Spieler in unserem Team. Aber es war nicht so, dass wir gesagt hätten: Wir nehmen nur die Großen. Es hat sich einfach ergeben, dass Kanada viele gute, junge, geschickte Stürmer hat, die außerdem auch noch groß gewachsen sind. Prinzipiell wollten wir gute Spieler - wenn sie groß sind, umso besser."
Wenn sie dann auch noch so spielen wie Heatley und Kollegen in den ersten zwei WM-Matches - noch besser. "Heatley und Nash sind großartige Vollstrecker", lobt Doan, "und die Art und Weise, wie Getzlaf die Scheibe kontrolliert und Wege findet, um die beiden anzupassen, ist einfach phänomenal. Sie sind die Reihe des Augenblicks". Dafür sei er gern ins zweite Glied des Teams zurückgetreten, behauptet er. Vergangenes Jahr, als sie in Moskau Weltmeister wurden, war er der Anführer von Kanadas erster Reihe mit Nash und Matthew Lombardi, sie kamen auf 17 Tore und 33 Punkte in neun Spielen, die sie alle gewannen, bis der WM-Titel ihnen gehörte.
Ein Jahr später bei der WM im Heimatland findet Doan sich zurückgesetzt auf die Position eines Checkers im dritten Sturm. "Man ist nicht zurückgesetzt, wenn man für Team Canada spielt", entgegnete er trotzig, "sondern man tut, wozu man aufgefordert wir.
"Wir können alle nett passen"
Wenn du den Cheerleader machen sollst, dann wirst du eben der beste Cheerleader des Turniers; wenn sie von dir wollen, dass du in der ersten Reihe spielst, wirst du der beste Erste-Reihe-Spieler des Turniers; und wenn sie dich als Checker brauchen, wirst du der beste Checker". Das macht er jetzt als 31-Jähriger, weil für die Glanzlichter die drei großen Burschen zuständig sind.
Heatley, Getzlaf, Nash: "Wir sind alle drei derselbe Spielertyp. Wir können alle nett passen, wir sind alle gut im Abschluss", findet der letztere. Sie repräsentieren auch in anderer Hinsicht einen neuen Typ kanadischer Eishockeyprofis. Es gab Zeiten, da war die WM-Teilnahme nicht direkt der Traum aller NHL-Cracks, sondern ein Trostpreis für gute Spieler, leider mit ihren Klubs früh gescheitert, und der nationale Verband Hockey Canada war eine gering geschätzte Organisation.
Männer wie Nash sind in dieser Organisation aufgewachsen, nahmen an den Nachwuchsturnieren des Weltverbands bei, "und heute bedeutet es für die Spieler eine Menge, Teil des nationalen Programms zu sein", sagt Steve Yzermann. Stimmt, pflichtet Heatley bei, der in Halifax und nächste Woche in Quebec seine fünfte WM seit 2002 spielt: "Mir hat es jedesmal Spaß gemacht, dabei zu sein. Immer, wenn sie mich fragten, ob ich kommen will, war das eine Ehre für mich."
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- Eishockey-WM in Kanada Heimkehr an die Wiege 02.05.2008
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