Erschöpfte Düsseldorfer, euphorische Iserlohner, zurückhaltende Mannheimer und favorisierte Nürnberger - die Deutsche Eishockey-Liga vor dem Beginn der Play-offs.
Es ist ungefähr eine Woche her, dass der Eishockeyspieler Klaus Kathan von der Düsseldorfer EG gesagt hat, er würde gerne am Ende der Saison folgende Schlagzeile lesen: "Wie die Deppen doch noch Meister wurden." Damit meinte Kathan sich und seinen Klub, die Deppen aus Düsseldorf also: Die vor der Saison als einer der Titelfavoriten galten, dann miserable Spiele absolvierten, deshalb weniger Zuschauerzuspruch bekamen als erwartet und nun ein hohes sechsstelliges Minus in der finanziellen Bilanz stehen haben - und nur über die Pre-Playoffs doch noch die Möglichkeit bekamen, die Saison einigermaßen versöhnlich zu gestalten.
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Düsseldorfs Daniel Kreutzer (am Boden): "Wir sind so platt, dass kein Siegerbier mehr reingeht" (© Foto: dpa)
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Weil sie diese aber eindrucksvoll nutzten, steigen die Chancen, dass Kathan doch die Schlagzeile bekommt, die er gerne hätte: Düsseldorf besiegte Hannover im entscheidenden dritten Spiel nach 91 Minuten und 44 Sekunden - Rekordlänge in der deutschen Eishockeygeschichte - 2:1. Im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft, das diesen Dienstagabend beginnt, treffen die Düsseldorfer auf die Nürnberg Ice Tigers, den Besten der Vorrunde. "Wir sind zwar so platt, dass kein Siegerbier mehr reingeht", sagte Daniel Kreutzer, Kapitän der DEG, nach dem Sieg, "aber jetzt wollen wir mehr."
Und damit hatte Kreutzer auch schon umschrieben, um was es ab jetzt geht in der DEL: darum, dass alle mehr wollen, endlich mehr. Die lange Hauptrunde ist zu Ende, es beginnt die Phase, für die Eishockeyprofis überhaupt spielen, für die sie sich sogar eigens Bärte wachsen lassen. In dem Best-of-seven-Modus (vier Siege sind nötig) gibt es für jeden zunächst nur einen Kontrahenten. Die Kontrahenten sind: Nürnberg und DEG, Eisbären Berlin und Hamburg Freezers, Kölner Haie und Adler Mannheim, Frankfurt Lions und Iserlohn Roosters.
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