DOSB "Drei Ausrufezeichen"

DOSB-Präsident Alfons Hörmann zieht zufrieden Bilanz - und will Olympische Spiele in Deutschland ausrichten.

Von Johannes Aumüller

14 Mal Gold, zehn Mal Silber, sieben Mal Bronze. 31 Medaillen. Sichtlich zufrieden zog die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ihr Olympia-Fazit. Von der Bilanz verspricht sie sich auch Rückenwind für die anstehende Reform des Leistungssports und die Verhandlungen mit dem Bundesinnenministerium (BMI) über den Spitzensport-Etat. Der soll von 160 Millionen Euro um bis zu 100 Millionen steigen. Die Reform müsse gelingen, er sage das "mit drei Ausrufezeichen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Darüber hinaus erhofft sich der Sport offenkundig eine weitere Form von Rückenwind: für eine Olympia-Bewerbung. "Die Vision Olympische Spiele in Deutschland bleibt auf unserer Agenda", sagte Hörmann - "auch gerne mit drei Ausrufezeichen". So deutlich hat sich die DOSB-Spitze seit dem im Herbst 2015 gescheiterten Referendum für Sommerspiele in Hamburg nicht mehr geäußert.

Zwei Bewerbungen waren zuletzt am Nein der Bevölkerung gescheitert, München 2022 und Hamburg 2024. Dennoch gibt es wieder Initiativen. An Rhein und Ruhr hat sich um den Sportmanager Michael Mronz eine Gruppe formiert, die 2032 Sommerspiele austragen möchte. Auch mehren sich die Stimmen, die sich Berlin als Austragungsort vorstellen könnten. Altkanzler Gerhard Schröder meinte in Fortsetzung vergangener Basta-Tage gar, diesmal brauche es da aber kein Referendum. Und via Sportbild hatte sich Thomas Bach eingemischt, der IOC-Präsident: "Ich würde auch eine deutsche Bewerbung sehr begrüßen", sagte er. Nun lässt sich also auch beim DOSB-Chef Hörmann eine offensivere Wortwahl feststellen.

Der deutsche Sportboss sieht sich dabei auf einer Linie mit der Politik. Doch die gibt sich noch zurückhaltender. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist zwar die Rede davon, eine nationale Strategie für sportliche Großveranstaltungen zu entwickeln, insbesondere für Olympia. Der scheidende Innenminister Thomas de Maizière sagte jedoch dieser Tage, er halte die Debatte für "verfrüht".

Eine ganz eilige Sache wäre eine deutsche Kandidatur aber sicher nicht. Die Sommerspiele 2024 (Paris) und 2028 (Los Angeles) sind vergeben, die Kandidatenliste für den Winter 2026 schließt kommenden Monat.