Beide haben gegen Bayern gewonnen, beide setzen auf eine ähnliche Taktik: Der BVB und Gladbach sind radikale Trainermannschaften. Sie werden von Klopp und Favre mit einleuchtender Autorität dirigiert und haben eine Formel für alle Bayern-Verfolger entwickelt.
In der Fachliteratur heißt es, eine Gruppengröße von sieben bis zwölf Personen sei ideal. Als Faustregel gilt auch, dass jedes Treffen anderthalb bis zwei Stunden dauern solle. Bis hierher passt alles, bis hierher kann man sich die Fußballspieler von Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach wunderbar als Teilnehmer an einer Gruppentherapie vorstellen.
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Stark als Gruppe: Borussia Mönchengladbach lebt vom Zusammenhalt - für die Höhepunkte sorgt dann Marco Reus (mitte). (© dpa)
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Die Gruppe besteht aus elf Profis, das Treffen dauert 90 Minuten - dass die Profis allerdings vor dem Spiel ohne Tisch im Kreis sitzen und sich in die Augen schauen, würde man spontan eher bezweifeln. Wobei: Weiß man's? Wer den beiden Borussias zurzeit beim Sport zuschaut, sieht, dass beide ein Geheimnis haben. Bei der einen Borussia ahnt man das schon länger, bei der anderen ist die Erkenntnis recht neu.
Vor genau einem Jahr war die eine Borussia Erster, die andere Letzter - mit zehn Punkten nach 13 Spielen. Borussia Mönchengladbach war eine ungeordnete Ansammlung von Fußballprofis. Heute ist diese Borussia eine Ansammlung, die geordneter nicht sein könnte. Die beiden Borussias kommen von weit her, und sie sind fest in der Hand ihrer Gruppentherapeuten.
In Dortmund hat Jürgen Klopp viel Zeit bekommen, um den unter einer hauseigenen Finanzkrise zusammengebrochenen Klub wiederaufzurichten, und in Gladbach haben sie sich im Frühjahr in dringendster Abstiegsnot einem Trainer ausgeliefert, der ebenfalls im Ruf stand, Zeit zu brauchen. Lucien Favre, der schrullige Schweizer, hat die Borussia dann zur allgemeinen, womöglich auch zur eigenen Überraschung in derart gespenstischem Tempo kuriert, dass nicht auszuschließen ist, dass die Profis vor dem Spiel ohne Tisch im Kreis saßen und sich dabei in die Augen schauten.
Und jetzt ist seine Borussia Dritter - mit nahezu demselben Kader, auf den schon Favres Vorgänger Michael Frontzeck Zugriff hatte. Die beiden Borussias sind radikale Trainermannschaften. Sie werden von Klopp und Favre mit fachlich einleuchtender Autorität dirigiert und haben nebenbei eine schöne Formel für alle Bayern-Verfolger entwickelt. Man kann den Münchnern am besten gefährlich werden, wenn man in einer gruppendynamisch straff organisierten Ordnung spielt - und die Ordnung dann Künstlern wie Götze oder Reus zur Verfügung stellt, die von dieser Ordnung gleichermaßen beschützt wie inspiriert werden.
Das Unpraktische an dieser Formel ist, dass die Bayern eine Gegenformel kennen. Am Sonntag hat Vorstandschef Rummenigge das bayerische Interesse an den Spielern Götze und Reus bekräftigt.
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(SZ vom 21.11.2011/jbe)
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"Eine sehr unausgewogene, von niederen Instinkten geleitete Differenzierung."
Danke für die Gratis-Analyse meiner Instinkte, aber ich habe doch
nur geschrieben, dass der FCB sich einen Luxus leisten kann,
den andere BuLi-Vereine sich nicht leisten können ... ?
Oder fällt Ihnen ein Beispiel ein, bei dem ein anderer BuLi-Verein einen FCB-Spieler "weggekauft" und damit die FCB-Mannschaft beschädigt hat ?
Oder hat Gladbach Reus gekauft, um Ahlen zu schwächen ?
Eben.
Aber machen Sie sich nichts draus, ich prangere Ihre Loyalität nicht an. ;-)
dww
Sie haben nicht gut aufgepasst, Herr Oleinek! Aber ich helfe Ihnen auf die Sprünge: Spieler dürfen nur zu den Bayern wechseln, wenn es der Verbreiterung der Bundesligaspitze nicht entgegensteht.
Was aber ist mit den Spielern, die der FC Bayern ausleiht? Hätte Lahm zum Beispiel je zurückwechseln dürfen? Wie ich adoul verstehe, nein, denn er hat zusammen mit dem FCB verhindert, dass der Vfb Stuttgart die Bundesligaspitze mitverbreitern kann!
Gut für die Verbreiterung der Bundesligaspitze wäre es auch, wenn nur noch schlechte Spieler zum FC Bayern wechseln dürften! Am besten wäre es, die Bayern verliehen gute Spieler und kauften schlechte ein. Dann endlich wäre für Gerechtigkeit gesorg!
Diese Diskussion hatten wir in der Tat schon öfter - und wir werden sie - leider - auch noch öfter haben. Und trotzdem ist mir nicht klar, was Kneer/Kuno771/adoul wirklich wollen. Wollen sie generell keine Wechsel? Oder wollen sie, dass man vor einem im Raume stehenden Wechsel differenziert (beispielsweise, ob zum FC Bayern gewechselt wird oder zum Verein x). Bei ersterem zum Beispiel hätte Rudi Völler seine Karriere bei den Offenbacher Kickers beenden müssen (wenn nicht sogar bei 1860 Hanau). Im Falle der Differenzierung wäre es interessant, wann Völler hätte wechseln dürfen und wann nicht. Das ist mir noch nicht ganz klar, hierzu bedürfte es noch präziserer Angaben seitens Kneer/Kuno771/adoul. Völlers Stationen: TSV 1860 Hanau (Jugend), Kickers Offenbach, 1860 München, Werder Bremen, AS Rom, Olympique Marseille, Bayer Leverkusen.
@DerWeisseWal
Eine sehr unausgewogene, von niederen Instinkten geleitete Differenzierung. Dagegen ist Schwarz-Weiß-Malerei der reinste Grauschleier.
" ... immer diese ewige Wegkauferei!"
Nur der FCB kann sich den Luxus leisten, Spieler einzig (oder auch) deshalb "wegzukaufen", damit sie nicht für einen Konkurrenten spielen.
Die anderen "wegkaufenden" Vereine tun dies stattdessen,
um ihre Mannschaft zu verstärken. Das ist der grosse Unterschied.
dww
Glauben Sie wirklich - also allen Ernstes - der FC Bayern kauft vielversprechende Spieler, um sie "auf´s Eis zu legen"?
Bei Ihrem Beispiel mit Klose vergessen Sie einige Details, wie die jeweiligen Trainer und vor allem seine eigenen Interessen und Beweggründe.
Diese Diskussion hatten wir ja ausführlich schon bei Manuel Neuer, ob Fußballspieler ein Recht darauf haben, sich für den FC Bayern entscheiden zu dürfen. Ob sie ein Recht darauf haben, sich den Schritt zuzutrauen und zu entscheiden wann.
Sie sollten vielleicht ein Internetforum gründen mit Kuno771 und anderen, und darin eine "unabhängige und qualifizierte Fanberatung für junge Fußballtalente" anbieten, inklusive kostenloser Warnung vor den bösen Bayern. Vielleicht hat Herr Kneer Lust, mitzumachen? ;-)
Paging