Die Zeit, da eine von Funktionären ersonnene Sportgerichtsbarkeit rechtsfreie Räume besetzt, ist vorbei. Nun muss der Sport auch staatliche Rechtsordnung beherzigen, wenn es um Dopingfälle geht.
Dass Ullrichs Fall im Bundestag aufgearbeitet werden soll, setzt das richtige Signal. Von den Funktionären im Deutschen Olympischen Sportbund ist ja nach aller Branchenrealität nichts für die Wahrheitsfindung zu erwarten, wie auch: In Zeiten, da ein Antidopinggesetz näher rückt, ist das System voll damit beschäftigt, sich selbst zu schützen.
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Zumal in einem Verband, dem der Chef der weltweit gültigen Sportjustiz vorsteht, Thomas Bach. Ihm passt die Causa Ullrich gewiss nicht in den Kram, die fromme Betrugsbekämpfung des Sports steht ja auch so schon auf tönernen Beinen: In der Vorwoche hob erstmals das Schweizer Bundesgericht ein Urteil des in Lausanne ansässigen Weltsportgerichtshofs Cas auf.
Geklagt hatte Tennisprofi Guillermo Canas, der sich zu Unrecht als Doper gesperrt sah, und ohne den Fall hier zu vertiefen, ist festzuhalten, dass er die Wende markiert: vorbei die Zeit, da eine von Funktionären ersonnene Sportgerichtsbarkeit rechtsfreie Räume besetzt. Nun muss der Sport auch staatliche Rechtsordnung beherzigen, wenn es um Dopingfälle geht.
In der Kritik ist die Beweislastumkehr, das Sonderrecht, mit dem der Sport Betrug bekämpft: Nur wer positiv getestet wird, bekommt Probleme, allen anderen Betrüger kann man nicht beikommen, weil sich der Sport staatliche Einmischung verbittet. Deshalb trifft es in der Regel lediglich Athleten, die sich mit Grippesprays oder Beipackzetteln vertun, oder die dumm genug sind, statt (siehe Akte Ullrich:) Epo, Eigenblut, Insulin, Wachstumshormone und bestimmte Anabolika eines der harmloseren Mittel zu nehmen, die nachgewiesen werden können. Fachdopern kommt der Sport so nicht bei, weshalb sich jede umfassendere Affäre den Ermittlungen von Polizei, Zoll- und Steuerfahndern verdankt. Wie der Fall Jan Ullrich.
Nun steckt eine große Chance in einem Ausschuss, der Namensstifter Ullrich zwar eher nicht sehen wird, dafür aber interessante Leute aus dessen Umfeld. Etwa die Freiburger Ärzte, die sich in einer Doperbranche der Extraklasse so unglaubwürdig verhalten wie Erwachsene, die stur behaupten, immer noch an den Osterhasen zu glauben.
(SZ vom 5.4.2007)
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Ich glaube schon, dass man fast alle Doper mit staatlich Mitteln bekommen kann. Die komische Sportgerichtsbarkeit ist doch ein Witz und in einem Rechtsstaat völlig daneben. Auch die Dopingkontrollen sollen doch keine Sportler und damit Millionne Deals für die Funktionäre zerstören, sondern nur den Zuschauer das Gefühl geben, dass alles in Ordnung ist.
Den Sportler droht doch heutzutage noch relativ wenig, wenn sie mit Dopingmitteln erwischt werden. Dabei hilft ihnen auch noch, dass die Dopingkontroleure sich wirklich dumm anstellen. Haben auf ZDF oder so einen Bericht gezeigt, wo erklärt wurde, dass die Dopingfander sich erst ja erkundigen müssen, wo sich die Sportler zu welcher Zeit aufhalten. Deshalb kann eigentlich kein Sportler mit einer Dopinguntersuchung überrascht werden. Völlig gaga!
Das interessanteste im Fall Jan Ulrich ist aber, dass der Sponser mit einer Betrugsanzeige versucht, sich sein Geld zurückzuholen. Dies ist auch die Stelle an der Sie die Sportler und ihre Funktionäre richtig treffen können. Wenn einer dopt dann muss nicht nur seine Karriere zu Ende sein, sondern die Sponsoren müssen alles Geld, was der Sportler und die Funktinäre jemals erhalten haben, wieder zurückbekommen. Das würde auch einen Jan ullrich endlich aufwachen lassen!
Warum werden Millionen an Steuergeldern verplempert um Doper zu jagen, man wird sie sowieso nie einholen. Hochleistungssport ist in aller Linie Geschäft, sollen sich die Geldgeber also die Sponsoren darum kümmern, dass ihre Werbeträger sauber sind.