Als Johannes B. Kerner vom früheren Olympiasieger Michael Johnson vorgeworfen wird, dumme Fragen zu stellen, wandelt er sich zum Journalisten.
Im Februar präsentierte Johannes B. Kerner seine 1000. ZDF-Talkshow. Vieles von dem, was bei Kerner wochentags so verhandelt wird, sollte man sich nicht zumuten. Manches allerdings war auch interessant, sogar politisch oder wenigstens gesellschaftspolitisch. Clinton, Schröder, Kohl saßen dem adretten Moderator gegenüber - ein ziemlicher Kontrast zu den Wunderheilern, Hysterikern und Friseuren. Kerner, 43, kann eben mit allen und über alles reden. Das liege, hat er oft hören müssen, an seiner Mittelmäßigkeit. Doch Kerner, der gewissermaßen von der ARD in Berlin ausgebildet wurde im Wahlfach Sport, kann auch anders, beispielsweise journalistisch.
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Kann auch anders: Der sonst so freundliche Johannes B. Kerner. (© Foto: dpa)
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Den besten Platz, dies zu beurteilen, hatte Donnerstag der frühere Olympiasieger Michael Johnson aus den USA. Der saß ihm gegenüber in Peking, von wo das ZDF gerade abends zur besten Sendezeit noch einmal die olympischen Entscheidungen, die Höhe- und die Tiefpunkte zusammenfassen lässt - von Kerner und Katrin Müller-Hohenstein.
Johnson ist ein Star der Leichtathletik. Er rannte 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney über 400 Meter schneller als jeder andere. Seine Weltrekorde stehen bis heute. Sein Auftritt im ZDF sollte Show sein, und bei der Begrüßung war's auch noch wie bei Kerner. Dann kamen ein paar Einspielfilmchen und -bilder, und auf einem der Bilder sah man Johnson mit den Kollegen der in Sydney siegreichen 4x400-Meter-Staffel.
Vom Weichspüler zum Kritiker
Die lieben Kollegen waren, wie sich später herausstellte, gedopt. Sie wurden nachträglich disqualifiziert und zur Rückgabe der Medaillen gezwungen. Auch Johnson gab seine Plakette jetzt in Peking zurück. Und ausgerechnet er, der Schnellste, war nicht gedopt? Fragte Kerner und verwandelte sich. Er war zunächst noch JBK, weil er die Frage auf Distanz hielt mit dem für ihn typischen Zusatz: Es gebe "kritische Stimmen" die bezweifelten, dass nun ausgerechnet der Schnellste der Staffel nicht gedopt gewesen sei. Da machte Johnson, der Schnellste, einen Fehler. Er antwortete: "Das ist eine dumme Frage." Und plötzlich bearbeitete ihn ein deutscher Entertainer mit ehemals roten Haaren und nun gar nicht mehr freundlichen Gesichtszügen.
Johannes B. Kerner, der erträgt, dass man ihn als Weichspüler und Wegmoderierer bezeichnete, erträgt keine Kritik an seiner Professionalität. Seine Berufsehre ist an Vorbereitung, Fleiß und sein Talent gebunden, sich mühelos vor der Kamera zu halten. Dämliche Frage? Da wird sogar er wieder zum Kritiker.
Kerner verfolgte den Olympiasieger aus Texas mit allen Zweifeln, die man haben muss. Johnson erzielte seine Höchstleistungen zu einem Zeitpunkt, da es der amerikanische Sport mit Dopingkontrollen noch nicht ernst nahm und positive Proben schon mal unter den Tisch fielen. Zwar ist nie einer seiner Urintests beanstandet worden, das hat aber nichts zu bedeuten. Die amerikanische Sprinterin Marion Jones passierte so 160 Kontrollen, später gestand sie Doping und musste ins Gefängnis. Seit Jahren fällt Johnsons aggressives Verhalten bei Doping-Fragen auf. Während der Schwimm-WM 1999 hätte er sich deshalb beinahe mit einer NDR-Reporterin geprügelt.
Am Freitag, nachdem er durch die Verbotene Stadt und auf den Platz des Himmlischen Friedens geführt worden war, hatte Johannes B. Kerner sein Interview mit Johnson bereits als "spannender als andere Gespräche" verbucht: "Über Doping zu reden, das war vorbereitet. Ich hätte diese Schärfe nicht reingebracht. So musste ich mich wehren." Katrin Müller-Hohenstein sah ihm dabei zu. Sie sagte kein einziges Wort.
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(SZ vom 16.08.2008)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Es ist schon erstaunlich wie die Wahrnehmung der Menschen auseinander gehen kann. Herr Kerner versucht sich als Investigativjournalist und scheitert. Dabei ist nicht die Tatsache, dass er Michael Johnson dirket mit den positiv getesteten Ex-Kollgenen in Zusammenhang bringt peinlich, denn das ergibt sich alleine aus den Fakten. Nein, es ist in der Tat peinlich, dass er quasi eine Behauptung eines mexikanischen Dopinghändlers als wissenschaftlich erwiesene Tatsache hinstellt. Nämlich, dass angeblich NIEMAND die 400 Meter schneller als 44 sec laufen kann ohne gedopt zu sein! Wahnsinn!!
Michael Johnson hat während dieses Interviews als einziger logisch und vernünftig argumentiert und er hat Kerner bloßgestellt. Und wohlgemerkt ist Kerner der Journalist. Schade, dass die Autoren dieses Artikels dies nicht bemerkt haben, aber vielleicht haben die das Interview auch nicht wirklich gesehen. Offensichtlich ein kläglich gescheiterter Versuch seine Blamage ins Gegenteil zu stilisieren.
JEDER, selbst das Publikum hat dies gemerkt und Kerner fand das voll unfair... mehrmals hat er bemerkt Johnson habe das Publikum auf seiner Seite.... bla bla bla beleidigte Leberwurst.
Dann noch die direkte Frage an Johnson: "haben sie jemals gedopt?". Wow, die Spannung steigt ins Unermessliche, gleich wird Johnson alles gestehen!! LIVE bei Kerner! Nein, doch nicht - Mist.
Ob Johnson je gedopt hat oder nicht werden wir wohl niemals erfahren, aber solange es keine Beweise und schon gar keine wirklichen Verdachtsmomente gibt, ist dies auch völlig unerheblich!
Die einzigen, die auf diesem Feld wirklich investigativ tätig werden können und auch müssen, sind die Wissenschaftler, aber gewiss nicht Johannes B. Kerner.
Ganz genau: Kerner war mal wieder extrem peinlich, und es waren extrem dämliche Fragen Ni-veau-bist-du?, Knallchargen als Journalisten getarnt; das Interview ist noch im Netz, man höre einmal genau zu, wie er freundlich lächelnd kiebig um sich beißt, als er bei einer bodenlosen journalistischen Leistung ertappt wird. Penetrant moralisch-wichtigtuerisch=kritischer Journalismus, liebe SZ? Einer deutschen Legende, und auch da liegt der Hase im Pfeffer, wäre nicht so ans Bein gepinkelt worden! Im ZDF-Forum (ja sowas gibt's!) schreibt einer von vielen Genervten kurz und knackig: "stupid questions from a stupid man".
Die Herren von der SZ haben ein anderes Interview gesehen und gehört als ich und anscheinend die Mehrheit im Netz, wie ich gerade feststellen durfte, vielleicht können sie auch kein Englisch, oder Deutsch, oder Empathisch?: Das war nicht "investigativ", sondern scheinheilig, nichtssagend (mit vielen Worten), pseudo: so wird der Eindruck eines kritischen Ö-R Senders aufrecht erhalten. Was ist der Erkenntnisgewinn, einen Michael Johnson zu fragen, ob er gedopt habe? Was hat das mit intelligentem Journalismus zu tun? Aufklärung, Erhellung, Befähigung zum Denken, verstehen, was da abgeht und warum im Sport, im Olympiasport? Fehlanzeige! Welche Hintergründe sollen denn so erfahrbar werden?? Auch die Schreiber des Tagesspiegel finden, das sei wohl journalistisch. Bodenlos.
Was ist der Erkenntnisgewinn, wenn ein Kronzeuge der US-Justiz behauptet, Zeiten unter 44 seien nicht ohne Doping machbar? Kann sein oder auch nicht, der gute Mann ist für so eine Aussage so wenig kompetent wie Lieschen Müller, und genau das hat MJ kritisiert an der Frage (und nur das), aber da hat Kerner schon ab- und auf Mimosengang umgeschaltet. Nur: er (MJ) hat doch Recht: Was für eine dämliche Frage? Ein Drogenhändler sagt "Geht nicht.", "Also: Haben sie gedopt, MJ?" Lernt man heute so eine Frage einzuleiten auf der Journalistenschule? Und warum MJ, und wenn's denn immer noch sein muß, warum so? Wie gesagt: Öffentlich-Rechtlich scheinheilig, populistisch, dumm, und die Zuschauer vor Ort haben's gemerkt, nur die SZ-Journalisten haben nicht mal zugehört, schade, denn logisch ist anders. Aufklärung auch. Ok, zu hoch gegriffen? : Ein kompetent geführtes Interview wäre ja schon Entschädigung genug.
ich fand das publikum sehr, sehr peinlich...
Ich fand Herrn Kerner sehr, sehr peinlich...
Ja der Johnston. Hat auch nie einen Dopertest nicht bestanden. Also dopte ich nicht. Dabei war er schneller als alle Doper. Haha. Sein sog. Welrekord wird wohl ewig bestehen. Das ist schon Verdacht genug. Kein Wunder der Mann ist äusserst nervös!
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