Der italienische Top-Sprinter war beim Giro d'Italia positiv auf das Asthma-Mittel Salbutamol getestet worden. Kommenden Montag soll Petacchi vom Nationalen Olympischen Komitee Italiens angehört werden.
Der unter Dopingverdacht stehende Weltklasse-Radsprinter Alessandro Petacchi ist von seinem Team vorläufig aus dem Verkehr gezogen worden. "Es ist richtig, dass das Team Milram seinen Fahrer Alessandro Petacchi suspendiert hat. Er war beim Giro d'Italia positiv auf das Asthma-Mittel Salbutamol getestet worden. Petacchi kann allerdings eine Ausnahmegenehmigung vorweisen. Diese gilt aber nur bis zum Grenzwert von 1000 Nanogramm. Der nach seinem Etappensieg am 23. Mai vorgenommene Test soll 1320 Nanogramm ergeben haben. Alle anderen vier Kontrollen beim Giro hatten die erlaubte Marke nicht überschritten", erklärte das Radsport-Team am Donnerstag auf Anfrage der dpa.
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"Die Mannschaft hält sich an den Ehrenkodex der ProTour-Teams. Demnach sind wir verpflichtet, Petacchi bis zur Klärung des Falls zu suspendieren", sagte Milram-Manager Gerry van Gerwen. Milram-Teammanager Gianluigi Stanga kündigte in Rom an, dass der Italiener schon am Montag vom Nationalen Olympischen Komitee Italiens (CONI) angehört werden soll. "Wir werden alle Patientendaten mitbringen, um zu beweisen, dass keine Absicht vorlag", sagte Stanga. "Ich bin bereit, ihn so schnell als möglich vorzuladen", war auch der Chef der CONI-Antidopingkommission, Ettore Torri, dem Wunsch nach einem schnellen Verfahren entgegengekommen.
Petacchi droht eine Sperre von zwei Jahren, falls ihm Doping mit dem Asthma-Präparat Salbutamol nachgewiesen werden kann. Der 33-Jährige, der das Asthma-Spray anwenden darf, bestreitet jegliches Doping. Er habe allenfalls einmal zu oft gesprüht, erklärte Petacchi den überhöhten Wert. Salbutamol gilt in hoher Dosierung als leistungssteigernd. Torri will vor dem Gespräch mit Petacchi einen Mediziner zu Rate ziehen. "Ich will wissen, ob Petacchis Erklärung plausibel ist", sagte Torri.
Während Petacchis Fall kurz vor der Aufklärung zu stehen scheint, bleibt der Fall von Leonardo Piepoli unklar. Für die Gerüchte, wonach bei dem Italiener während des Giro bei einer Dopingkontrolle eine sehr hohe Salbutamol-Konzentration von rund 1800 Nanogramm pro Milliliter festgestellt wurde, gab es in Rom keine Bestätigung. Fest steht dagegen, dass Torri im Rahmen seiner Ermittlungen in der Operation "Oil for Drug" Anfang der Woche mit den Verhören beginnen wird. Als erster soll Astana-Fahrer Eddy Mazzoleni über seine Kontakte zum mutmaßlichen Dopingarzt Carlo Santuccione Auskunft geben. Sollte sich Mazzolenis Position nicht klären, werde Torri die vorläufige Sperre für den Profi beantragen, der damit von der Tour de France ausgeschlossen werden würde, berichtete die La Gazzetta dello Sport.
(dpa)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Hallo Pit - DAS ist genau das Problem. Sie haben recht, die Zeitungen könnten gar nicht voll genug sein von Artikel, die "aufdecken, informieren", was da eigentlich schief läuft. Mehr oder weniger war mein Beitrag eine Kritik zu genau diesem Punkt.
Ich glaube, dass es den meisten Wurscht ist, wer da jetzt gedopt hat oder wer nicht; wie gesagt, bei acht von 10 ist ja ohnehin fast jeder mit dabei.
Meine Meinung deckt sich da mit Ihrer, wir Journalisten sollten viel mehr über die Sache an sich und die Machenschaften dahinter berichten , als den 100. Namen aufzählen und dem Leser präsentieren.
Allerdings dürfte das nicht ganz so einfach sein, denn das würde bedeuten, investigativ zu arbeiten und das kostet in vielen Redaktionen einfach mehr Zeit und Geld als die Pressemitteilung mit den eigenen Worten wiederzugeben. Nur: In der Pressemitteilung steht dann halt nicht so viel neues drin, da sind wir uns ja einig.
Hallo delanno,
doch, ich lese derartige Artikel noch.
Mein Interesse geht dabei allerdings auch an den Namen vorbei. Wer letztendlich Dopingmittel benutzt hat, ist für mich unwichtig.
Mich wundert eher, dass so wenig redaktioneller Ehrgeiz in die Aufdeckung der Systeme geht. Da gibt es doch Leute, die angeblich mit iher Dopingvergangenheit gebrochen haben. Diese sollten doch bereit sein alle Karten auf den Tisch zu legen.
Nichts wie ran an diese Leute und Fragen stellen. Es gibt doch wirklich genug Fäden die man aufgreifen könnte. Sollten dann Ungereimtheiten bleiben oder sollte es mit der Offenheit plötzlich vorbei sein, dann wäre das in meinen Augen immer eine Nachricht wert.
Dem Leser oder Zuschauer haben die Geständnisse bislang jedenfalls keine wirklich neuen Informationen gebracht.
Werter Kollege Redakteur,
ich weiß ihre Arbeitswut zu schätzen, ich gönne Ihnen, dass Sie ordentlich was zu schreiben haben, aber ich frage mich auch, ob wir alle das nicht einfacher haben könnten.
Warum schreiben Sie nicht einfach mal, dass mehr oder weniger alle Profis verbotene Mittel benutzen, um ihre Leistung im Radsport zu steigern.
Ehrlich gesagt ist ihre Nachricht eine "Null-Meldung", denn umwerfend Neues hat sie nicht zu bieten (ironisch gemeint). Pettachi hat wohl gedopt - ach nee? Un der Giro-Sieger auch? Sie machen Witze....
80 Prozent aller Tour-Teilnehmer sind - vom Arzt attestiert - Asthmatiker. Ich gehe mal davon aus, dass Sie das nicht besoners wundert. Und weil das so ist, brauchen wir auch nicht weiter über solche Leute zu berichten. Lasst sie einfach fahren, wer fährt oder nicht, ist mittlerweile ohnehin mehr oder weniger egal - und wer gewinnt auch.
Wir können den Leuten den Boden unter den Füßen weg ziehen, in dem wir nicht mehr über sie berichten, dadurch die Sponsoren abspringen weil die dann nicht mehr im Bild/Text sind und dadurch dann keine Wahnsinnsgehälter mehr möglich sind, weshalb dann auch weniger Profis zu unerlaubten Substanzen greifen (hoffentlich), um eben diese Wahnsinnsgehälter zu rechtfertigen.
Ich weiß, dass Sie den Leser informieren wollen, das schätze ich auch, allerdings wissen doch schon alle wie es läuft... Oder etwa nicht?