Doping-Prozess gegen Fuentes Fuentes lächelt

Fuentes lächelt, "keine Namen", werde er nennen, "ich werde nur auf Fragen des Gerichts antworten, und das sind keine Fragen zum Doping, sondern zur öffentlichen Gesundheit." Und dann lächelt er und fragt rhetorisch: "Hat denn Lance Armstrong alles ausgesagt?"

Das hat er nicht, und so will es demnach auch Fuentes halten: den größten Teil der Wahrheit für sich behalten. Keine Details zu handfesten Gerüchte über Profis des FC Barcelona oder Real Madrids, die er vor Jahren selbst geschürt hatte, oder über Asse anderer Sparten. Im Prozess will Fuentes nur die Anklage widerlegen, er habe die Gesundheit von Rad-Klienten wie Alberto Contador, Jan Ullrich oder Ivan Basso gefährdet - als die in Madrid in seinem Appartement oder in der Klinik des mitangeklagten Laborchefs José Ignacio Labarta den Arm zum Blutaustausch hinhielten.

Wer wie die Wada an umfassender Aufklärung des Sportskandals interessiert ist, dürfte wenig Hoffnung haben, dass jemand dem Gericht entscheidende Stichworte liefert. Der frühere Radprofi Jésus Manzano, der einst beim Team Kelme von Fuentes manipuliert wurde, könnte so einer sein; er hat vor Jahren erzählt, ihm seien bei Fuentes "bekannte Fußballer" begegnet. Manzano ist für 11. Februar als Zeuge geladen, wie der deutsche Kronzeuge und frühere Saiz-Fahrer Jörg Jaksche. Der 36-Jährige ist sicher, dass Fuentes nicht nur Radler dopte. "Aber ich bin kein Fußballfan, ich hätte damals keinen erkannt."

Jaksche ist jahrelang in Spanien Profi gewesen, und nach dem Auftakt des Prozesses hat sich seine Meinung verfestigt: "Ich glaube, das wird die totale Lachnummer."

Die ersten Impressionen aus dem Juzgado de lo Penal No 21 haben diese Befürchtung verstärkt. Da war ja nicht nur das Sicherheitspersonal, überfordert mit der Hundertschaft Medienvertreter, die völlig überraschend zu einem Prozess von weltweitem Interesse erschienen war: Nachdem Yolanda Fuentes die Theke wieder verlassen hatte, mussten die fünf Angeklagten stehend ertragen, wie sie die Fotografen in zwei Gruppen nacheinander "abschießen" durften. Dann flüchtete Fuentes, umringt von vielen Kamera- und Mikrofonträgern, über die Calle Julian Camarillo ins Taxi. Dienstag geht es richtig los für ihn. Aber irgendwie wirkte es schon am Montag so, als habe er das Schlimmste überstanden. Als die Türen noch geschlossen waren.