Doping-Kronzeuge Jörg Jaksche Unterhaltung mit Jens Voigt

Jaksche berichtet zudem von einer Unterhaltung mit Voigt während des Festina-Skandals bei der Tour 1998. "Er kommt zu mir und fragt: ,Ey Jayjay, was macht denn ihr mit eurem Zeug?!" Ich: ,Wir verstecken es im Staubsauger.' Er: ,Naja, wir werden es wahrscheinlich irgendwo verbuddeln - und nach der Tour wieder abholen.' Mal auf den Punkt gebracht: Wir haben uns damals beide gegenseitig erzählt, dass auch wir dopten." Da der Radsport nicht bereit sei für eine Erneuerung, werde sich nichts ändern, glaubt Jaksche. "Der Radsport-Präsident sagt: Das Armstrong-Beben hat keinen Einfluss auf unsere Zukunft, wir müssen nur nach vorn schauen, ohne die Vergangenheit aufzuarbeiten. Und in drei Jahren gibt es den nächsten Skandal. Der Sport hat definitiv nur eine Chance, wenn er sich gravierend ändert. Aber innerhalb des Radsports schaffen das die Leute nicht."

Jaksche schlägt eine Art Amnestie für Geständige vor, wie sie zurzeit bei der Aufarbeitung der Rabobank-Vergangenheit in den Niederlanden praktiziert wird: "Du erzählst alles, wirst sechs Monate gesperrt, kriegst aber drei Monate dein Gehalt gezahlt und behältst den Job. Das ist als Idee sicher nur ein Ansatz, aber so kommst du vielleicht mal an die Hintermänner."

"Ich wollte für Chancengleichheit sorgen"

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Jörg Jaksche war von 1997 bis 2008 Radprofi, unter anderem bei Telekom und Liberty Seguros, das im Zentrum des Puerto-Skandals stand. 2004 gewann der Franke Paris-Nizza, er fuhr sechsmal die Tour de France. 2007 legte er nach seiner Enttarnung ein umfassendes Geständnis ab. Jaksche lebt in der Nähe von Kitzbühel und studiert in Innsbruck BWL.

Das ganze Interview mit Jörg Jaksche lesen Sie in der Süddeutschen Zeitung vom 16.3.2013 sowie auf dem iPad und Windows 8.