Der deutsche Rad-Profi Stefan Schumacher soll in Peking das Epo-Mittel Cera genommen haben. Bei nachträglichen Kontrollen ist auch ein Olympiasieger unter den Sündern.
Auch der deutsche Radprofi Stefan Schumacher gehört zu den sechs Athleten, die bei Nachkontrollen der Pekinger Olympiaproben positiv auf Doping getestet wurden. Dies bestätigte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Der BDR hat Unterlagen über eine positive Nachkontrolle auf Dopingmittel an den Sportler Stefan Schumacher weitergeleitet. Es ist nun seine Sache, eine Öffnung der B-Probe zu verlangen oder darauf zu verzichten", teilte der Verband.
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Schon wieder? Stefan Schumacher ist schon mehrfach beim Thema Doping auffällig geworden, jetzt soll er auch in Peking nachgeholfen haben. (© Foto: dpa)
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Schumacher war bereits im Oktober in Nachuntersuchungen der Proben von der Tour de France in der A-Probe des Cera-Dopings überführt worden. Die B-Probe wurde bisher noch nicht geöffnet, Schumacher dennoch vom Weltverband UCI für zwei Jahre gesperrt. Schumacher war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen, hat aber in der Vergangenheit Doping stets bestritten.
Das Internationale Olympische Komitee hatte mitgeteilt, sechs Olympia-Starter, darunter zwei Medaillengewinner, seien bei Nachkontrollen positiv auf Cera-Blutdoping getestet worden. Bei den Medaillengewinnern handelt es sich um 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi (Bahrain) und Radprofi Davide Rebellin (Italien), der Silber im Straßenrennen geholt hatte.
Der Vize-Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees von Bahrain, Ahmad Ben Hamad Al El Khalifa, hatte zuvor bestätigt, dass das NOK von der positiven A-Probe Rashids unterrichtet worden sei. Rashid selbst wolle bei der Analyse der B-Probe persönlich dabei sein. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am Dienstag mitgeteilt, sechs Olympia-Starter von Peking, darunter zwei Medaillengewinner, seien bei Nachkontrollen positiv auf Cera-Blutdoping getestet worden.
Rashid, am 17. Juli 1980 in Marokko geboren, war 2001 in den Bahrain gezogen. Ein Jahr später hatte er die bahrainische Staatsbürgerschaft bekommen und gewann in Peking die erste Goldmedaille überhaupt für den Bahrain bei Olympischen Spielen. Sollte sich der Dopingverdacht bei der B-Probe bestätigen, muss der Läufer mit der Verlust der Goldmedaille und einer empfindlichen Strafe durch die bahrainischen Autoritäten rechnen.
Nahezu zeitgleich bestätigte das Nationale Olympische Komitees Italiens (Coni), dass es sich beim zweiten überführten Silbermedaillen-Gewinner um Radprofi Davide Rebellin handelt. Der 37 Jahre alte Italiener hatte in Peking hinter dem Spanier Samuel Sanchez Silber im Straßenrennen geholt. "Das ist unmöglich. Ich habe nichts getan", ließ Rebellin, Ex-Fahrer des deutschen Teams Gerolsteiner, von seiner Frau und Managerin Selina Rebellin auf Anfrage der La Gazzetta dello Sport mitteilen.
Acht Monate nach der Schlussfeier werden die Olympischen Sommerspiele in Peking damit von weiteren Dopingskandalen überschattet. Davide Rebellin hatte in Peking die Silbermedaille im Straßenrennen gewonnen. Der 37 Jahre alte Italiener war von 2002 bis 2008 für das Team Gerolsteiner gefahren und gehörte zu den Leistungsträgern im Team. Am Mittwoch vergangener Woche hatte Rebellin, der inzwischen für das italienische Serramenti-Team fährt, den Fleche Wallonne gewonnen und anschließend bei Lüttich-Bastogne-Lüttich den zweiten Platz belegt.
847 Peking-Proben hatte das IOC in den Labors von Chatenay-Malabry und Lausanne nachträglich auf Cera, 101 Proben im Institut in Köln auf Insulin getestet. Dabei erwies sich das bei der Tour de France erstmals angewendete Testverfahren auf Cera erneut als Volltreffer. Ein Sportler ist gleich zweimal positiv getestet worden, da es insgesamt sieben auffällige Proben gab.
Wie die Nachrichtenagentur AP mit Berufung auf eine IOC-Quelle berichtete, sollen insgesamt drei Leichtathleten, zwei Radprofis und ein Gewichtheber positiv getestet worden sein. Die Athleten haben nun die Möglichkeit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen.
Rebellin hatte schon einmal unter Dopingverdacht gestanden. Beim Doping-Prozess in Padua vor gut fünf Jahren hatten die Staatsanwälte den Richtern ein im Mai 2001 aufgenommenes Video gezeigt. Die Aufnahmen zeigten damals Rebellin und seine Frau Selina in der Praxis des skandalumwitterten Sportarztes Enrico Lazzaro bei der Entgegennahme einer Ampulle mit einem angeblich verbotenen Mittel. Zu einer sportrechtlichen Verurteilung war es gegen den Italiener aber nicht gekommen.
Der frühere Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer sagte dem Sportinformationsdienst: "Seit den Fällen Kohl und Schumacher glaube ich an nichts mehr. Das untermauert das Ganze nur noch. Mein Gesamtwerk ist ohnehin schon im Oktober den Bach runtergegangen, aber der Schock sitzt tief. Davide Rebellin war ein Stück weit noch meine Hoffnung, dass er es auf ehrliche Weise geschafft hat". Holczer will sich rechtliche Schritte gegen den Italiener vorbehalten: "Soweit ich kann, werde ich mich an den Aufräumarbeiten beteiligen."
"Die weiteren Analysen der Proben von Peking sind eine klare Botschaft an die Betrüger, dass sie sich nicht sicher sein können", sagte Arne Ljungqvist, Leiter der Medizinischen Kommission des IOC. Zu den Nachtests herangezogen wurden tiefgefrorene Dopingproben von Olympia-Teilnehmern in den Sportarten Rad, Rudern, Schwimmen und Leichtathletik. Bislang wurden bei den Sommerspielen 16 Dopingfälle - sechs bei Pferden, zehn bei Athleten - gezählt.
Das IOC hatte die Nachuntersuchungen angeordnet, nachdem die französische Antidoping-Agentur (AFLD) ein neues Testverfahren für den Nachweis des Epo-Präparats Cera entwickelt hatte. Dadurch waren auch nachträglich die beiden Gerolsteiner-Profis Stefan Schumacher (Nürtingen) und Bernhard Kohl (Österreich) sowie der Italiener Leonardo Piepoli bei der Tour de France positiv getestet worden.
Kohl und Piepoli haben ihre Schuld bereits eingestanden und sind für zwei Jahre gesperrt worden. Schumacher kämpft vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen das Strafmaß noch an.
Der Vorteil des Präparats Cera (Continuous Erythropoiesis Receptor Activator) gegenüber anderen Epo-Mitteln ist, dass die Halbwertzeit von Cera nach intravenöser Verabreichung 80 bis 120 Stunden und nach subkutaner (unter die Haut) etwa 150 Stunden beträgt. Damit kann Cera in größeren zeitlichen Abständen verabreicht werden. Nachteilig für gedopte Sportler ist, dass es länger nachzuweisen ist.
Insgesamt hatte es während der Spiele in der Kontrollperiode vom 27. Juli bis 24. August 4770 Dopingtests gegeben, darunter 3801 Urin- und 969 Bluttests. Sie sollen acht Jahre lang aufgehoben werden.
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(sueddeutsche.de/sid/bosw/mikö)
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Ich bin ein grosser Radsportfan und gäbe das auch gerne zu.
Bis jetzt kenne ich keine einzige Person die jemals geglaubt dass Stefan Schumacher nur durchsichtig fährt.
Die grösste Witznummer ist und bleibt aber Michael Holczer.
Wenn die Fahrer gut sind,dann schwärmen wir der Presse was vor und lieben unsere Fahrer.Wenn dann aber ein Doppingfall kommt,verklagen wir sie sofort.
Drei Doppingfälle in einem Team,und der Chef weis nichts?
Villeicht sollte mal jemand Anzeige gegen ihn erstatten.
Hätte A. Schleck in Peking gewusst dass er von einem Doppingsünder im Sprint geschlagen worden ist,er hätte sich sicher nicht sein eigenes Fahrrad maltraitiert.
In so einem Fall können einem die Leid tun,die das ganze Rennen über für eine Medaille gekämpft haben und dann gegen einen wie Rebellin verlieren.
Vielleicht ein guter Zeitpunkt für manch deutschen Sportfan/Journalisten, etwas Demut zu üben: 16 nachgewiesene Dopingfälle und davon immerhin zwei aus der deutschen Mannschaft, da sollten wir vielleicht aufhören, Doping immer nur mit chinesischen Schwimmern, weißrussischen Hammerwerfern und spanischen Radsportlern oder mit Einzelpersonen wie Usain Bolt oder Michael Phelps in Verbindung zu setzen.
Das soll nicht heißen, daß ich nicht glaube, dass die erwiesenen 16 Fälle recht viel mehr als die Spitze des Eisbergs sind - es wird viele weitere Olympioniken gegeben haben, die gedopt waren und Glück hatten (oder vorsichtiger waren und geringere Dosen genommen hatten - oder einfach die bessere medizinische Assistenz hatten und mit noch moderneren Methoden gedopt haben). Nur muss uns das Resultat, dass ein Achtel der erwiesenen Fälle aus dem deutschen Lager stammen schon zu denken geben, wie hoch denn dann der deutsche Anteil bei den nicht erwischten Teilnehmern ist. Es ist also wie immer in jedem Lebensbereich: Erstmal vor der eigenen Haustür kehren - wenn alle das machen würden, wäre der Sport erheblich sauberer! Aber die deutschen Verbände bekleckern sich kaum mit Ruhm wenn es um den Umgang mit Dopingsündern/-verdächtigen geht - der Fall Ahlmann in Peking ist das beste Beispiel! Aber wir schauen ja lieber auf die anderen als auf unseren eigenen Saustall!
indem man die segel mit stereoiden einschmiert.
Wie dopt man denn bitte beim Segeln?
"Schumacher positiv getestet" - wen juckt's?!
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