Dass es im Reitsport demnächst schärfere Dopingkontrollen geben soll, ist längst überfällig. Doch immer noch können sich Betrüger relativ leicht herausreden.
Wenn die Kontrolleure der Nationalen Antidoping-Agentur (Nada) mal wieder einen Profi-Reitstall aufsuchen, dann müssen sich selbst die notorischen Trickser der Branche keine Sorgen machen. Dann werden nämlich sie selbst kontrolliert - die Reiter. Ihre Pferde, die eigentlichen Sportler im Parcours, würdigen die Kontrolleure keines Blickes. Als handele es sich um Tennisschläger oder Laufschuhe, um reine Sportgeräte also, deren regelkonformer Zustand erst am Wettkampftag nachzuweisen ist. Eine clevere Betrugsenthüllungsstrategie ist das eher nicht, wo doch, wie inzwischen selbst Unbedarfte wissen, vor allem im Training gedopt wird. Im Wettkampf lassen sich nur noch die Dummen erwischen.
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Sorgte mit seinem Salbenskandal für Aufsehen: Der deutsche Olympiateilnehmer Christian Ahlmann. (© Foto: dpa)
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Wenn nun also die deutschen Turnierveranstalter - angetrieben von der Furcht, Sponsoren und Fernsehzeiten zu verlieren - anregen, Trainingstests im Pferdesport einzuführen, am besten von der unabhängigen Nada verantwortet, dann fordern sie bloß, was längst eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Einfach umzusetzen ist das Ansinnen dennoch nicht. Bei Vierbeinern erschöpft sich die Dopingprobe ja nicht darin, ihnen ein Becherchen hinzustellen.
Es fehlen Knowhow und feste Regelungen
Man braucht tierärztliches Knowhow, über das die Nada noch nicht verfügt. Wenn man aber bei den Tests schon nicht auf die Verbände (die ja immer auch Partei sind) verzichten kann, dann sollten sich die Verbände wenigstens bei der Sanktionierung von Verstößen einer neutralen Instanz unterwerfen, wie es die Turnierveranstalter ebenfalls verlangen: dem nationalen Sport-Schiedsgericht.
Doch das Kernproblem der Betrugsbekämpfung im Pferdesport würde auch das nicht lösen: die Unterscheidung in das böse "Doping" und die weniger böse "verbotene Medikation", also jene Regel, wonach im Training erlaubte Mittelchen am Wettkampftag nicht mehr im Pferdekörper nachgewiesen werden dürfen. Der sensibilisierten Öffentlichkeit ist dieser Kniff kaum zu vermitteln. Und den Reitern liefert er regelmäßig jene Ausreden, die sich meist strafmildernd auswirken: Sie wollten ja nur ihre Pferde behandeln. Und nicht etwa fit spritzen.
Die verschärften Strafen, die nun im Gespräch sind, würden zumindest eines signalisieren: das Ende der Gutgläubigkeit. Ein Jahr Sperre bereits bei Medikations-Vergehen, dazu zwei Jahre Nationalmannschaftspause. Letzteres droht auch Christian Ahlmann, der mit seinem Salbenskandal von Hongkong gegen alle Vereinbarungen verstoßen hat. Doch wie nennen das nun dessen Kollegen? "Unfair", "schockierend", "Wildwest". Viel scheinen sie nicht begriffen zu haben.
(SZ vom 30.10.2008/jbe)
Urteil am Bundesverfassungsgericht
Wenn Pferde erst neunjährig international starten dürften, hätte dies zusätzlich zur Folge, dass der Trainingsaufbau anders verlaufen müsste. Ein Umdenken bezüglich der Wertschätzung des Erhalts des Pferdematerials wäre unvermeidlich. Drei Jahre zusätzlich bedeuten auch drei Jahre zusätzlich ein gesundes Pferd heranzuziehen.
Ein Faktor, warum die Altersgrenze so niedrig liegt, ist dass die meisten Pferde für den Handel bestimmt sind. Der Käufer - meist kein Profi - bezahlt sehr gutes Geld für hochplatzierte Perde, möchte aber zugleich ein ganz junges Pferd für seine teure Investierung haben. Da es sehr viele sehr gute Pferde gibt, ist die Konkurenz entsprechend hart. Die Heraufsetzung der Altersgrenzen für die entsprechenden Prüfungen ist daher die einzig sportliche und die dem Tierschutz entgegen kommende Lösung des Dopingproblems.
Denn nicht vergessen: das wichtigste bei Pferden ist doch die Zubereitung. Ich möchte jedenfalls keine Dopingmittel in meinem Sauerbraten haben.
Mit der Reiterei scheinen Sie es ja eher nicht so zu haben? Der Artikel ist weitgehend arg daneben. Man kann nur unterzeichnen, was mein Vorforist Madoc feststellt, wobei ich die Altersgrenzen zur Zulassung eines Pferdes noch höher hänge, als Madoc!
Doch das Kernproblem der Betrugsbekämpfung im Pferdesport würde auch das nicht lösen: die Unterscheidung in das böse "Doping" und die weniger böse "verbotene Medikation",
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Wo ist der Unterschied zu den asthmatischen Spitzensportlern? Da gibt es doch genau die gleiche Litanei.
Leider merkt man bei diesem Artikel, dass es der Autor zwar gut meint, leider aber nicht genug Ahnung von der Realität hat und scheinbar auch keine hinreichende Recherche betrieben hat.
Richtig ist, dass gute Tierärzte vieles möglich machen. Es sollte aber eines nicht aus den Augen verloren werden. Das Pferd hat als Sportpartner das Recht, vernünftig behandelt zu werden und nicht gerade mal so, dass es die Dopingkontrolle und den Vet-Check besteht.
Zu diesem Zweck ist es erforderlich Referenzbereiche festzulegen, die eine aktuelle Leistungssteigerung anzeigen und nicht eine Medikation, die bereits Wochen zurückliegt und nur noch in Spuren nachzuweisen ist. Wenn man den Pferden wirklich etwas Gutes zukommen lassen möchte, sollte man die Altersgrenzen für die Zulassung zu den Nachwuchswettbewerben bzw. zu den Championaten (6 Jährige Pferde dürfen bereits international starten!) heraufsetzen um eine normale körperliche Entwicklung zu ermöglichen.
Die Gegenteilige Entwicklung ist derzeit der Fall. Um mit möglichst gesunden Tieren zu starten kommen immer jüngere Pferde zum Einsatz und werden dadurch gnadenlos vorzeitig verheizt.
Die scheinheilige Dopingdiskussion, die jetzt durch die Medien geistert führt nur dazu, dass sich nur noch die finanzkräftigen Sportställe eine Teilnahme an Wettbewerben leisten, da diese sich tatsächlich ständig mit neuem Material eindecken können.