Der geständige Dopingsünder Jörg Jaksche würde gerne einen eigenen Rennstall gründen. Dafür fehlt ihm allerdings ein Sponsor.

Nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den geständigen Dopingsünder Jörg Jaksche hat Bayerns Justizministerin Beate Merk Gesetzeslücken angeprangert. "Der Fall Jaksche zeigt nun endgültig: Das Gesetz ist nicht viel mehr als ein Placebo", erklärte die CSU-Politikerin am Mittwoch in München in einer Mitteilung. Eine ernsthafte Bekämpfung des Dopings sei nicht möglich, da auch das erst Anfang November in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung des Dopings im Sport nicht den Tatbestand des Sportbetrugs enthalte. Die Staatsanwaltschaft Ansbach hatte am Dienstag ihre strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Radsportler eingestellt.

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Zur Begründung hatten Oberstaatsanwalt Ernst Metzger angeführt, Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz oder dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb hätten nicht vorgelegen. Jaksche habe aber während seiner zehnjährigen Karriere als Profiradfahrer von 1997 bis 2006 "in verschiedenen Teams regelmäßig und systematisch verbotene Dopingmethoden" angewandt. "Mit dem allgemeinen Betrugstatbestand kommt man nicht weiter, wenn man gegen Doping im Sport vorgehen will", erklärte Merk. Deshalb sei die Schaffung einer Strafvorschrift des Sportbetrugs überfällig. "Wer gedopt an Wettkämpfen teilnimmt, um daraus Profit zu schlagen, muss bestraft werden können."

Der weiter gesperrte Jaksche plant den Aufbau eines eigenen Rennstalls. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern sagte der 31-Jährige, falls er keine neue Anstellung als Fahrer bekomme, könne er sich einen Job als Teamchef vorstellen. "Ich würde gern ein eigenes Team aufmachen. Selbst der Chef einer Mannschaft sein, in der nur Jungs fahren, die einen echten Neuanfang wollen. Das heißt: Sie müssten ihre Dopingvergangenheit schonungslos offen legen und sich strengen internen Kontrollen unterziehen."

Den Heidelberger Dopingkritiker und Zellforscher Werner Franke bringt Jaksche, der seit seinem Doping-Geständnis im Juni dieses Jahres arbeitslos ist, als Leiter der medizinischen Abteilung seines Radrenn-Stalls ins Spiel: "Der soll dann mal ein richtig hartes Kontrollprogramm aufstellen, das den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft entspricht - ich bin ja zehn Jahre negativ getestet worden, aber zehn Jahre gedopt gewesen." Für einen Rennstall bräuchte er allerdings einen Gönner, der sechs Millionen Euro zur Verfügung stellt: "Ich halte das nicht für unrealistisch. Vom Radsport geht noch immer eine Faszination aus. Wer würde nicht gern mit einem garantiert sauberen Team werben?"

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(dpa/sid/lsp)