Von Andreas Burkert

In einem Fax des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes wird Jan Ullrich namentlich genannt. Damit dürfte nicht nur Ullrichs Behauptung, er habe niemals Kontakt zu Fuentes gehabt, als Lüge belegt sein.

Jan Ullrich befindet sich derzeit in den Vorbereitungen zur alsbald anstehenden Hochzeit mit seiner Partnerin Sara, der Schwester seines Freundes und früheren Trainingspartners Tobias Steinhauser. Ob allerdings das Familienfest (dessen publizistische Aufarbeitung sich das Zentralorgan des Boulevards gesichert hat) zu einem unbeschwerten Ereignis wird, ist äußerst ungewiss. Denn der Nation und wohl auch zahlreichen seiner langjährigen Begleiter gilt der Radprofi aus Rostock seit den Enthüllungen in der spanischen Dopingaffäre als enttarnter Betrüger, den demnächst der Schweizer Radsportverband vorladen wird angesichts einer beeindruckenden Indizienliste der ermittelnden Guardia Civil.

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Hier ein Auszug aus dem Fax. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (© )

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Vermutlich wird den Schweizer Sportrichtern dann auch jenes Papier vorliegen, das den im Nachbarland lizensierten Wahlschweizer Ullrich so konkret in Verbindung mit dem international operierenden Dopingring bringt wie kein Dokument zuvor. Denn auf diesem Papier (siehe Ausriss) steht unmissverständlich der Name Jan Ullrich geschrieben - und unterzeichnet hat es Eufemiano Fuentes, der mutmaßlichen Drahtzieher des gigantischen Schwindels.

Festival im Mai

Die bislang veröffentlichte Beweiskette aus abgehörten Telefonaten von Ullrichs langjährigem Berater Rudy Pevenage mit Fuentes und zahlreichen Dokumenten wie Rechnungen für verbotene Medikamente sowie beschrifteten Blutbeuteln (SZ vom 10./14. Juli) hatte bereits recht schlüssig den dringenden Verdacht der spanischen Ermittler gegen den Deutschen belegt. Allerdings fußten diese Belege bisher auf Codenamen (,,der Sohn des Rudicio'', ,,der dritte Mann'') oder Ullrich zugeordnete Ziffern (Nr. 1) und seinem in Unterlagen notierten Vornamen ,,JAN''. Jan Ullrich, von seinem Team T-Mobile längst entlassen wegen des konkreten Dopingverdachts, bestreitet weiterhin jeden direkten oder indirekten Kontakt zu Fuentes und hatte zuletzt erstmals mit einer allerdings wenig relevanten Einstweiligen Verfügung gegen den Molekularbiologen Werner Franke eine Art Lebenszeichen von sich gegeben.

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