"Gazzetta" enttarnt Cipollini

Doping im Radsport /
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Aktenlage zum Fußball-Wettskandal Vom Skandal zum Skandälchen

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Doping im Radsport: Dem Radsport droht der nächste Dopingskandal. Nach Medienberichten soll auch der frühere italienische Sprintstar Mario Cipollini gedopt haben. Der Weltmeister von 2002 sei Kunde des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes gewesen, berichtete die Gazzetta dello Sport. Der heute 45 Jahre alte Ex-Profi habe im Jahr 2002 von Fuentes Blutkonserven, Epo, Anabolika und Hormone bekommen. Cipollini sei unter dem Namen "Maria" in der Kartei von Fuentes geführt worden.

Das Blatt veröffentlichte mehrere Dokumente, die den Italiener belasten. Darunter ist auch eine Tabelle, in der vermerkt ist, wann er welche Mittel bekommen haben soll. Cipollini selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen, hat aber Doping stets bestritten. Der Fall des italienischen Ex-Weltmeisters ist tief: Er gewann fast 200 Profirennen, war Italiens "Super Mario" und galt als einer der besten Sprinter seiner Generation. "Von Super Mario zu Maria", schrieb die Gazzetta dello Sport in Anspielung auf seinen Namen in der Kundenkartei von Fuentes. "Eine Wahrheit, die weh tut."

Der Flügelflitzer Zlatan, der Große!

Zlatan Ibrahimovic ist nicht nur ein begnadeter Fußballer, er ist auch ein Philosoph von Descartes'schem Ausmaß. Er findet feine Metaphern, beleidigt wie einst Muhammad Ali und hat eine Meinung zu Steuerpolitik und Botanik. Sein neuer verbaler Erguss dreht sich um David Beckham.

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Seine größten Erfolge feierte Cipollini um die Jahrtausendwende, als er als einer der größten Konkurrenten des deutschen Sprinters Erik Zabel 17 Etappen bei der Tour de France und 42 beim Giro d'Italia gewann. Cipollini hatte seine Karriere 2008 beendet. 2002 wurde der Italiener Straßenweltmeister und gewann den Radklassiker Mailand-San Remo. Die Zeitung enthüllt jetzt, wann Cipollini vor seinen Erfolgen welche Mittel bekommen haben soll. So habe er zum Beispiel drei Tage vor seinem Sieg beim Radklassiker Mailand-San Remo eine Bluttransfusion erhalten. Auch vermeintliche Überweisungen von Cipollini an den spanischen Mediziner wurden von der Gazzetta dello Sport dokumentiert. Der spanische Arzt Fuentes steht momentan im Prozess um den großen Dopingskandal der "Operación Puerto" in Madrid vor Gericht.

Fußball in England: Nationalspieler Lewis Holtby hat mit Tottenham Hotspur einen wichtigen 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen Newcastle United gelandet. Der Ex-Schalker wurde von Teammanager Andre Villas-Boas erstmals seit seinem Wechsel in der Winter-Transferzeit in der Anfangsformation aufgeboten, allerdings in der zweiten Halbzeit ausgewechselt. Gareth Bale (6.) hatte die Spurs frühzeitig in Führung gebracht, doch Yoan Gouffran (25.) erzielte den Ausgleich. In der 69. Minute wurde Holtby ausgewechselt. Für ihn kam Stürmer Emmanuel Adebayor, der erst vor kurzem vom Afrika-Cup zurückgekehrt war, beim Londoner Traditionsklub. In der 79. Minute traf erneut Bale zum Siegtor für die Spurs. Mit 48 Punkten überflügelten Tottenham in der Tabelle der Premier League den Champions-League-Sieger und bisherigen Dritten FC Chelsea (46).

Tennis, Fed-Cup: Sabine Lisicki hat die deutschen Tennis-Frauen im Fed-Cup-Duell in Frankreich mit 1:0 in Führung gebracht. Im ersten Einzel der Partie in der Weltgruppe II setzte sich die 23 Jahre alte Berlinerin gegen Pauline Parmentier mit 7:5, 7:5 durch. Parmentier war erst durch die Absage der kranken Marion Bartoli ins Team gekommen. Vor 3500 Zuschauern in der umgebauten Basketballhalle in Limoges verwandelte Lisicki nach hartem Kampf auf dem Sandplatz ihren zweiten Matchball. Mit einem Erfolg würde sich die deutsche Auswahl ein Aufstiegsspiel am 20./21. April erarbeiten und damit die Chance auf die Rückkehr unter die besten acht Nationen der Welt.

3. Liga: Preußen Münster hat im Aufstiegskampf der 3. Fußball-Liga einen Rückschlag kassiert. Der Tabellenzweite unterlag bei Verfolger 1. FC Heidenheim 1:3 (0:2) und muss nun um den direkten Aufstiegsplatz bangen. Schon mit einem Remis am Sonntag gegen die Stuttgarter Kickers kann der VfL Osnabrück vorbeiziehen. Durch ein 2:0 (1:0) gegen Rot-Weiß Erfurt verkürzte Arminia Bielefeld den Rückstand auf Münster auf einen Punkt, hat zudem ein Spiel weniger bestritten. Bereits am Freitagabend hatte der Karlsruher SC die Tabellenführung durch ein 4:0 (1:0) bei Alemannia Aachen gefestigt. Der KSC liegt nun drei Punkte vor Münster. Im Abstiegskampf verschaffte sich der Hallesche FC am Samstag durch ein 1:0 (1:0) gegen den SV Babelsberg weiter Luft. Wacker Burghausen gelang nach fünf Spielen ohne Sieg mit einem 2:1 (1:0) gegen den 1. FC Saarbrücken ein Befreiungsschlag. Das Duell zwischen Hansa Rostock und Darmstadt 98 fiel aus.

Fußball in Frankreich: Als Einwechselspieler steuerte der schwedische Fußballer Zlatan Ibrahimovic seinen 21. Saisontreffer für Paris St. Germain bei. Beim 3:1 (0:0) gegen den SC Bastia war der Tor-Garant in der 71. Minute per Foulelfmeter erfolgreich, nachdem Ibrahimovic erst in der 65. Minute eingewechselt worden war. Die weiteren Tore für PSG erzielten Jeremy Menez (56.) und Ezequiel Lavezzi (89.). Für die Korsen war Wahbi Khazri (83.) zum zwischenzeitlichen 1:2 erfolgreich. Mit 51 Punkten führt PSG klar die Tabelle der Ligue 1 vor Olympique Lyon (45) an. Lyon trifft erst am Sonntagabend auf OSC Lille.

Wintersport, Nordische Kombination: Björn Kircheisen hat im kasachischen Almaty seinen ersten Weltcup-Sieg seit fast zwei Jahren gefeiert. Der 29-Jährige aus Johanngeorgenstadt nutzte bei der Generalprobe für die WM in Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März) die Abwesenheit zahlreicher Top-Läufer und gewann mit 5,3 Sekunden Vorsprung auf den Japaner Akito Watabe. Für Kircheisen war es der 16. Weltcup-Sieg seiner Karriere, zuletzt hatte er im März 2011 im finnischen Lahti ganz oben auf dem Podest gestanden. "Das war ein gutes Rennen, eine gute, komplexe Leistung. Im Nachhinein war es natürlich richtig, hier gestartet zu sein. Ich hatte meinen Start schon vor der Saison geplant", sagte Kircheisen. Nahezu alle Top-Stars, darunter Weltcup-Spitzenreiter Eric Frenzel (Oberwiesenthal) und Tino Edelmann (Zella-Mehlis), hatten auf die Reise nach Kasachstan verzichtet.

Fußball, Ausschreitungen: Anhänger des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden haben bei schweren Ausschreitungen in Kaiserslautern negativ auf sich aufmerksam gemacht. Nach dem Punktspiel beim 1. FC Kaiserslautern (0:3) randalierten Dynamo-Hooligans auf dem Messeplatz, griffen Polizisten an, beschädigten Busse und Einsatzfahrzeuge. Ein Businsasse erlitt Schnittwunden durch herumfliegende Splitter, eine Frau einen Schock. Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf 70.000 Euro. Fest- oder Ingewahrsamnahmen gab es offiziellen Angaben zufolge trotz der Krawalle nicht. Im Stadion waren die Beamten bereits vor dem Anpfiff mehrfach eingeschritten und hatte eine Gruppe Dresdner zurückgedrängt, die den Nachbarblock stürmen wollte. Unmittelbar vor Spielbeginn und während der zweiten Halbzeit zündeten die nach Polizeiangaben "zum Teil äußerst aggressiven" Dynamo-Anhänger "massiv Pyrotechnik". Dynamo Dresden steht wegen seiner gewalttätigen Anhänger derzeit stark unter Druck. Im Dezember hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Zweitligisten wegen "fortgesetzten unsportlichen Verhaltens" seiner Anhänger für den kommenden Pokalwettbewerb gesperrt.

Wintersport, Eisschnelllauf: Olympiasiegerin Ireen Wüst hat zum Auftakt des Eisschnelllauf-Weltcups in Inzell das 1500-m-Rennen gewonnen. In Abwesenheit der Berlinerin Claudia Pechstein, die sich auf das Massenstart-Rennen konzentrierte, gewann die Niederländerin in 1:55,95 Minuten vor ihrer Teamkollegin Diane Valkenburg (1:56,42) und der Russin Jekaterina Schichowa (1:57,07). Die Weltcup-Führende Marrit Leenstra (Niederlande) brach auf der Schlussrunde ein und wurde nur Sechste. Nach der Absage von Pechstein war über die Mittelstrecke in der starken A-Gruppe beim Heimweltcup vor fast leeren Rängen in der Max-Eicher-Arena keine einzige deutsche Läuferin am Start. "Es ist offensichtlich, dass wir Schwierigkeiten bei den Damen haben", sagte Bundestrainer Markus Eicher.

Eishockey, Olympia-Qualifikation: Der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft droht ein historisches Debakel. Das Team von Bundestrainer Pat Cortina verlor bei der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2014 in Bietigheim-Bissingen gegen Italien 1:2 (1:1, 0:0, 0:0, 0:1) nach Verlängerung und muss im letzten Spiel gegen Österreich in der regulären Spielzeit gewinnen, um noch das Sotschi-Ticket zu lösen. Ansonsten würde die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) erstmals auf sportlichem Wege Olympia verpassen.

Jerome Flaake (14.) traf vor 4517 Zuschauern in der ausverkauften Halle für das DEB-Team. Robert Sirianni (11.) sowie Nathan di Casmirro nach 2:19 der Verlängerung besiegelten die erste deutsche Niederlage in einem Olympia-Qualifikationsspiel. Zum Auftakt hatte das Cortina-Team 5:1 gegen den krassen Außenseiter Niederlande gewonnen. Österreich holte mit Siegen gegen Italien (3:2) und die Niederlande (6:1) die Maximalausbeute von sechs Punkten. Italien hat trotz des Sieges keine Chance mehr auf die Teilnahme in Sotschi.

Rodeln, Weltcup: Eine Woche nach ihren WM-Titeln haben sich Natalie Geisenberger und Tobias Wendl/Tobias Arlt bei den Rennrodlern auch vorzeitig den Weltcup-Gesamtsieg gesichert. Die 25-Jährige Geisenberger feierte in Lake Placid ihren sechsten Sieg im achten Weltcuprennen und stand damit bereits vor dem Saisonfinale in zwei Wochen auf der künftigen Olympiabahn im russischen Sotschi als Gewinnerin der Gesamtwertung fest. Derweil profitierte der "Bayern-Express" Wendl/Arlt bei seinem Triumph im Gesamtweltcup auch von einem Missgeschick ihrer ärgsten Verfolger Toni Eggert/Sascha Benecken. Die WM-Zweiten aus Ilsenburg fuhren lediglich auf Platz sieben, nachdem sie im ersten Lauf einen Sturz nur mit viel Mühe verhindert hatten.