Doping Ferrari will Armstrong-Film stoppen

Ben Foster als Lance Armstrong in einer Szene des Kinofilms 'The Program - Um jeden Preis'

(Foto: dpa)

Der umstrittene Mediziner fühlt sich in der Filmbiographie über Lance Armstrong falsch dargestellt. Die Fifa sperrt den Südafrikaner Lindile Kika für sechs Jahre. Ex-Uefa-Präsident Johansson schlägt Wolfgang Niersbach für sein ehemaliges Amt vor.

Doping: Der skandalumwitterte italienische Sportmediziner Michele Ferrari startet einen Feldzug gegen die Filmbiografie "The Programm - Um jeden Preis" über das Leben des gefallenen Radstars Lance Armstrong. Ferraris Rechtsanwälte haben die italienische Vertriebsgesellschaft des Films, Videa, aufgerufen, den Streifen aus Italiens Kinos zurückzuziehen. Der Film stelle ein verzerrtes Bild des lebenslang gesperrten Ferraris dar, der vom französischen Schauspieler Guillame Canet gespielt wird, betonten die Anwälte des Arztes laut der Tageszeitung "Corriere della Sera". Im Film werde Ferrari als kaltblütiger Dopingarzt dargestellt, der skrupellos den Radprofis seine verbotenen Substanzen verabreiche, um sich zu bereichern. Ferrari habe Armstrong niemals Epo verabreicht, wie aus dem Film zu entnehmen ist. Er sei außerdem nie festgenommen worden, wie im Streifen gezeigt werde. Die Filmproduktionsgesellschaft weigerte sich, den Film aus den Kinos zu nehmen. Über den Fall muss demnächst ein Richter entscheiden. Fifa: Im FIFA-Korruptionsskandal ist ein weiterer früherer Funktionär gesperrt worden. Lindile Kika, ehemaliger Offizieller des südafrikanischen Fußball-Verbandes, wurde von der Ethikkommission des Weltverbandes wegen Auffälligkeiten bei internationalen Testspielen vor der WM 2010 für sechs Jahre suspendiert. Das teilte das Gremium am Mittwoch mit. Zuvor waren FIFA-Präsident Joseph Blatter, UEFA-Chef Michel Platini, Weltverbands-Generalsekretär Jérôme Valcke und der thailändische Verbandschef Worawi Makudi von der rechtsprechenden Kammer unter Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert für 90 Tage gesperrt worden.

WM-Qualifikation: Vize-Weltmeister Argentinien hat mit dem 0:0 in Paraguay seinen Fehlstart in die südamerikanische Qualifikation zur Fußball-WM-Endrunde 2018 perfekt gemacht. Die Gauchos waren zuvor zum Auftakt der Eliminatorias mit 0:2 gegen Ecuador gestrauchelt. Dagegen schoss sich Erzrivale Brasilien mit einem 3:1 (2:0) gegen Venezuela nach der 0:2-Schlappe vom vergangenen Donnerstag in Chile vorerst aus der Krise. Nach dem ersten Doppelspieltag haben noch drei der zehn Teams eine weiße Weste. Uruguay fuhr gegen Kolumbien mit 3:0 (1:0) ebenso seinen zweiten Sieg ein wie Ecuador mit dem 2:0 (0:0) gegen Bolivien sowie Copa-América-Sieger Chile, der sich in Peru auch dank eines Doppelschlags des Hoffenheimers Eduardo Vargas mit 4:3 (3:2) durchsetzte.

Tiger mit großer Klappe

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Uefa: Der frühere Uefa-Präsident Lennart Johansson hat sich klar für Wolfgang Niersbach als neuen Chef der Europäischen Fußball-Union ausgesprochen. "Niersbach sollte Uefa-Präsident werden", sagte der 85 Jahre alte Schwede der Sport Bild. Niersbach leite "sehr erfolgreich mit dem DFB den wahrscheinlich wichtigsten Verband der Welt. Er wäre als Uefa-Präsident ein hervorragender Mann", meinte Johansson. In der Korruptionsaffäre des Weltverbandes Fifa forderte er Transparenz. "Die Fakten müssen auf den Tisch und öffentlich werden", erklärte der ehemalige Chef des europäischen Verbandes. Johansson war von 1990 bis 2007 Uefa-Präsident. 1998 unterlag er Joseph Blatter bei der Wahl zum Fifa -Chef, 2007 wurde Johansson in einer Kampfabstimmung von Michel Platini als mächtigster Mann im europäischen Fußball abgelöst. Platini war zuletzt von der Fifa-Ethikkommission für 90 Tage gesperrt worden. Der Franzose hatte für Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002 erst knapp neun Jahre später von Blatter zwei Millionen Schweizer Franken erhalten. 2011 unterstützten die Uefa-Verbände unter der Führung von Platini den Schweizer im Wahlkampf gegen den Katarer Mohamed bin Hammam, der Franzose trat selbst nicht an. Für die Zahlung habe er "keine Erklärung", sagte Johansson und betonte: "Es ist eine Tragödie, wie der wichtigste Sport der Welt gerade geführt wird."

Länderspiel, Jürgen Klinsmann: Die Luft für Jürgen Klinsmann als Trainer der amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft wird immer dünner. Nach der verpassten Qualifikation zur Teilnahme am Confed Cup 2017 verloren die USA auch das Länderspiel gegen Costa Rica mit 0:1 (0:0). In Harrison war Joel Campbell (70.) vom FC Arsenal Matchwinner für die Gäste. Dabei feierte Torwart Tim Howard sein Comeback im Nationaldress. Zuletzt hatte der 36-Jährige im Juli 2014, dem Achtelfinal-Aus in der WM gegen Belgien, zwischen den Pfosten gestanden. Für die USA war es die dritte Niederlage zu Hause in Folge. Dies bedeutet die längste Negativserie seit 1997. Am Sonntag hatten die USA die WM-Generalprobe in Russland nach dem 2:3 gegen Mexiko verpasst. Klinsmann, der 2011 die Nationalmannschaft übernommen hatte, steht seither noch massiver in der Kritik der amerikanischen Öffentlichkeit. Das nächste Länderspiel für Klinsmanns Team ist am 13. November gegen St. Vincent und die Grenadinen im Rahmen der Qualifikation für die WM 2018.

Volleyball, EM: Die deutschen Volleyballer haben bei der EM in Bulgarien und Italien das Viertelfinale erreicht. Die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen bezwang am Dienstagabend in Sofia den Weltranglisten-21. aus Belgien klar mit 3:0 (25:16, 31:29, 25:17). Vor allem im zweiten Satz bewies der WM-Dritte gegen Heynens Landsleute Nervenstärke, als das DVV-Team gleich vier Satzbälle abwehren konnte. Die Deutschen dürfen nach ihrer bislang besten Turnierleistung zuversichtlich ins Viertelfinale am Mittwoch (19.45 Uhr/laola1.tv) gegen Bulgarien gehen. Der Co-Gastgeber hatte Heynens Mannschaft zum EM-Auftakt am Freitag noch mit 3:0 geschlagen.

Fußball, Test: Südkoreas Nationaltrainer Uli Stielike hat das Duell gegen Jamaika mit Coach Winfried Schäfer klar gewonnen. In Seoul setzten sich die Gastgeber mit 3:0 (1:0) durch. Dong-Won Ji vom Fußball-Bundesligisten FC Augsburg erzielte die Führung (35.), Klubkollege Jeong-Ho Hong und Jin-Su Kim (1899 Hoffenheim) standen in der Startelf. Für die Tore nach der Pause sorgten Sung-Yueng Ki (57./Elfmeter) und Ui-Jo Hwang (63.). Für Stielike war es der vierte Sieg in Folge mit dem Vize-Asienmeister, weiter geht es am 12. und 17. November mit den WM-Qualifikationsspielen gegen Myanmar und Laos. Auf Schäfers "Reggae Boyz" warten im kommenden Monat auf dem Weg zur WM 2018 in Russland die Teams aus Panama und Haiti.

Fußball, Verletzung: Bundesligist VfB Stuttgart muss bis zum Jahresende Daniel Ginczek ersetzen. Der Stürmer erlitt einen Bandscheibenvorfall und wird am Freitag in München operiert. "Er fällt definitiv die Vorrunde aus. Die Ginczek-Verletzung bereitet uns Sorgen", sagte Sportvorstand Robin Dutt am Dienstag in Stuttgart über den ehemaligen Torjäger des FC St. Pauli. Ginczek gelangen in den ersten sieben Saisonspielen drei Tore und zwei Vorlagen für den VfB.

Tennis, Männer: Titelverteidiger Roger Federer ist beim ATP-Turnier in Shanghai völlig überraschend in der zweiten Runde ausgeschieden. Der Schweizer Grand-Slam-Rekordgewinner, in der ersten Runde mit einem Freilos ausgestattet, unterlag dem spanischen Qualifikanten Albert Ramos-Vinolas mit 6:7 (4:7), 6:2, 3:6. "Ich denke, dass die erste Runde hier in Shanghai auch in den letzten Jahren schon immer schwer war", sagte Federer, der 2014 zum Auftakt fünf Matchbälle abwehren konnte: "Die Bälle springen hier anders ab als sonst. Letztes Jahr hatte ich Glück, dieses Jahr nicht". Federer, Nummer drei der Welt und 17-maliger Grand-Slam-Gewinner, verlor damit gegen den Weltranglisten-70., der noch nie ein Turnier gewonnen hat. Für den 34-Jährigen war es der erste Einsatz seit drei Wochen, damals sicherte er mit dem Schweizer Davis-Cup-Team in den Play-offs der Weltgruppe den Klassenerhalt.