Im Bundestag kritisieren Experten den Gesetzesentwurf zum neuen Anti-Doping-Gesetz. Doch der Sport wehrt sich weiterhin gegen eine Verschärfung.
Schubkarre ohne Rad, Schaufel ohne Blatt: Die geplanten Rechtsverschärfungen der Großen Koalition im Anti-Doping-Kampf sind bei Fachleuten auf teilweise scharfe Kritik gestoßen. "Welche Schubkarre und welche Schaufel wollen Sie mir an die Hand geben?", klagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt David Kirkpatrick bei einer Anhörung im Bundestags-Sportausschuss am Mittwoch in Berlin. Die geplanten Ermittlungsmöglichkeiten reichten nicht aus, um erfolgreich nach Doping-Netzwerken zu fahnden.
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(© Foto: ddp)
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Eine Woche nach der ersten Lesung zu den Gesetzesverschärfungen im Bundestag blieb umstritten, ob gedopte Sportler auch strafrechtlich verfolgt werden sollen. Die Große Koalition plant, den Handel und den Besitz nicht geringer Mengen zu bestrafen, während gedopte Athleten weiter der Sportgerichtsbarkeit unterliegen sollen. Dafür plädierten auch Generaldirektor Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und Franz Steinle, der Präsident des Landesgerichtes Ravensburg. Er sprach sich für eine zentrale Verfolgung aus, einen Bedarf für Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften sieht er jedoch nicht.
Forderung: Straftatbestand Sportbetrug
Für die Einführung eines nicht geplanten Straftatbestandes Sportbetrug plädierten indes die Bielefelder Rechtsprofessorin Britta Bannenberg, die mit ihrer Anzeige gegen Jan Ullrich für Aufsehen sorgte. Ihr Kollege Jens Adolphsen von der Universität Gießen warf den Regierungsparteien vor: "Was vorliegt, ist ein Anti-Dealing-Gesetz und kein Anti-Doping-Gesetz. Sportler sind Täter. Sie gehen nicht gegen das vor, was Sie bestrafen wollen."
Verfassungsrechtliche Bedenken sieht er - anders als sein Kollege Matthias Jahn von der Universität Erlangen - nicht. Jahn erklärte, es dürfe sich nicht nur um nicht geringe Menge verbotener Substanzen handeln. Sie müssten auch ein Sucht- und Abhängigkeitspotenzial bergen. Dies sei nicht für alle Stoffe geklärt, die auf der Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) stehen.
Vesper widerspricht Danckert
Vesper hob heraus, dass der Sport die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) mit Eigenmitteln von mehr als einer Million Euro - fast 60 Prozent zum bisherigen NADA-Budget - unterstütze. Damit widersprach Vesper dem Ausschuss-Vorsitzenden Peter Danckert (SPD). Er hatte bei der Bundestags-Debatte das Interesse des Sports an der Dopingbekämpfung angezweifelt und zog sich für seine Amtsführung im Ausschuss Kritik aus den anderen Fraktionen zu.
Der italienische Dopinggegner Sandro Donati verlangte mehr Anstrengungen von Deutschland. "Der Kampf hat sehr spät eingesetzt. Besser spät als nie - aber man muss jetzt an Tempo gewinnen", sagte Donati. Er sprach sich dafür aus, Profisportler für Dopingmissbrauch zu bestrafen. Donati betonte aber auch, es sei wichtiger, die sportlichen Leiter, Trainer und Ärzte zur Verantwortung zu ziehen, weil sie die Athleten verleiteten.
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) bekräftigte vor der Anhörung, dass Dopingsünder aus der Bundeswehr entlassen werden. Bisher gebe es keine Verdachtsmomente gegen Sportler, die der Bundeswehr angehören. "Aber wir gehen dieser Frage nach", betonte Jung. Nach den Dopinggeständnissen prominenter Radprofis werde untersucht, welche Verbindungen von Bundeswehr-Athleten zur Universitätsklinik Freiburg bestehen. Bereits an diesem Donnerstag wollen sich auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), DOSB-Präsident Thomas Bach und der Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard Pound, zu Doping äußern.
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(dpa)
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Aber nun! Bis hoch zur Bundesregierung: Empörung, Geschrei, untaugliche Rezepte, saudummes Geschwätz inklusive, und zum Schluss wie immer weiter.
Dabei braucht man nur die Apothekentouren vom Bildschirm zu nehmen, vor allem bei dem Bezahlfernsehen ARD und ZDF, dann geht die Lawine ab. Kein Fernsehen = keine Werbung, keine Werbung = keine interessierten Spüonsoren, keine interessierte Sponsoren = keine Kohle. Ende der Möglichkeit, viel, sehr viel Kohle zu verdienen, also auch kein gesteigertes Interesse, die Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Aber ab 1 Million Verdienstmöglichkeit setzt es sich die Spritze leicht.
Ich finde, die Bemühungen derer, die für einen sauberen (Rad)Sport kämpfen, ehrenwert, aber sie ernten nur die Don-Quichotte-Medaille. Sobald ein Wissenschaftler herausfindet, dass Alkohol die Leistung auf dem Rad steigert, fahren die mit Wodka in den Trinkflaschen, so wie plötzlich alle Radrennfahrer Asthmatiker waren, um gefahrlos an das Zeug zu kommen.
Moment, noch eine Verfeinerung! Wodka mit ösi-Limo, verleiht Flügel, vielleicht sogar den Berg hinauf!