Von Hans Leyendecker

Tatort Olympia - wie sauber werden die Spiele? Um diese Frage zu beantworten, schickt das ZDF gleich eine ganze Task-Force. Die ARD setzt auf Hajo Seppelt.

Leichtathletikstadion. Wettkampf. Zoom auf Füße im Startblock. Schnitt. Autos fahren vor. Zollfahnder vor dem Zugriff: "Es ist die größte Razzia gegen eine neue Mafia", sagt jemand aus dem Off. Dann zeigt die Kamera eine Startpistole. Läufer sprinten los. Ermittler gehen auf ein Haus zu. Eine Drogenrazzia läuft an.

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Die Olympischen Spiele drohen im Dopingsumpf zu versinken. (© Foto: Reuters)

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So beginnt der letzte Teil der ZDF-Dokumentation Mission Gold von Ralf Paniczek und Thomas Reichart. Teil eins hatte den Untertitel "Wie sauber sind Chinas Staatsathleten?" In Teil zwei lautet die Frage: "Wie sauber sind die Spiele?"

Die Kamera folgt der deutschen Hochspringerin Ariane Friedrich, die sich im Kraftraum schindet. Sie ist Polizeikommissarin-Anwärterin. Auch deshalb, sagt sie, komme es für sie "nicht in Frage", sich zu dopen, "um besser zu werden, zu betrügen".

Dann kommt ein großgewachsener Mann, der alte Fotos betrachtet, ins Bild. Nicht einmal alle Leichtathletikexperten wissen mit seinem Namen noch etwas anzufangen: Gerd Jacobs, 46, ehemaliger DDR-Kugelstoßer, Trainingspartner des Weltrekordlers Ulf Timmermann.

Vor fünf Jahren bekam Jacobs ein neues Herz. Sein altes war durch Dopingmittel so geschwächt worden, dass es einem Virus nicht widerstehen konnte. Als anerkanntes Dopingopfer erhält er eine kleine Rente. Der Trainer von Timmermann und Jacobs war einst Werner Goldmann. Frage: "Hat Werner Goldmann Ihnen Dopingmittel gegeben?" - "Hat er gegeben, natürlich". Auch "dieses bekannte Oral-Turinabol haben wir von ihm bekommen, das stimmt."

Schnitt. Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg. Im Publikum beobachtet Goldmann, der Kugelstoß-Trainer des Deutschen Leichtathletikverbandes ist und den Vizeweltmeister im Diskuswerfen, Robert Harting, betreut, seinen Schützling beim Wurf.

Bei der Frage nach seiner Vergangenheit stottert Goldmann: "Da gibt es sicherlich Dinge, die nicht in Ordnung waren. Damit muss man leben und damit haben wir ... wir haben unsere, wenn man so will, Strafen oder unsere, sagen wir mal so, Verfahren gehabt. Ich denke mal, das Ding ist erledigt." Goldmann sagt noch, er habe niemanden geschädigt. Frage: "Also, Sie meinen, Ihre Athleten sind gesund rausgekommen?" - "Na selbstverständlich."

Der Zuschauer erfährt noch, dass 1999 ein Strafverfahren gegen ihn nach Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro eingestellt wurde und dass ehemalige Sportlerinnen behaupteten, als Minderjährige von ihm Dopingmittel bekommen zu haben. Zu den Minderjährigen wird Goldmann nicht befragt.

"So sauber, wie die ...

Er hat, ebenso wie andere Trainer, Betreuer, Ärzte und Physiotherapeuten, eine "Ehren - und Verpflichtungserklärung" des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) unterschrieben, dass er "zu keinem Zeitpunkt Sportlerinnen oder Sportlern Substanzen weitergegeben, zugänglich gemacht, rezeptiert oder appliziert" habe, die gegen "Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen haben".

Goldmann darf, nach derzeitigem Stand zumindest, nach Peking. Der Generalsekretär des DOSB, Michael Vesper, wird im Film zu ihm befragt. Er kennt den Fall nicht, weiß mit dem Namen wenig anzufangen. "Wenn das zutrifft und wenn er das bestätigt, hätte er etwas unterschrieben, was er so nicht hätte unterschreiben dürfen", sagt der frühere Grünen-Politiker.

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