"Bei meinem ersten Tor war ich ein Idiot", sagt der Spielfilm-Maradona am Telefon zu seiner großen Liebe, weil seine Hand im Spiel war. Der Presse hatte er nach dem Spiel gesagt, es sei die "Hand Gottes" gewesen - "La Mano de Dios".
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Seine "Hand Gottes" macht er mit dem nächsten Tor gut: Die eingeblendeten Originalaufnahmen zeigen den echten Maradona, wie er alleine über die ganze gegnerische Hälfte dribbelt, sieben englische Spieler aussteigen lässt und dann den Ball ins Tor befördert. Das Tor, das die Fifa im Jahr 2002 zum Tor des Jahrhunderts kürte.
"Ich habe so viele Leute mit meinen Toren glücklich gemacht", sagt Maradona zur Richterin, die ihn wegen Kokainbesitzes in den Knast zu bringen droht. Und er sagt das, als sei das nicht sein Verdienst, sondern seine Pflicht. Die Richterin erspart ihm die Haft und schickt ihm stattdessen zum Psychologen. Aber an das schwarze Loch in Diego Maradona kommen sie nicht heran.
Diego wird von der WM ausgeschlossen
Als die Argentinier ihn 1994 wieder bei der WM in den USA dabei haben wollen, sagt der 33-jährige Maradona: "Meine Knie sind kaputt, und ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr im Team gespielt." Eigentlich will er seine Ruhe haben. Als seine kleine Tochter sagt, sie habe ihn noch nie bei einer Weltmeisterschaft spielen sehen, ist der Fall klar. Diego muss spielen, seine Tochter und ganz Argentinien glücklich machen. Also müssen die Drogen weg und 15 überflüssige Kilo auch.
Nach hartem Training und bravourösem Spiel gegen Griechenland wird Ephedrin in seinem Urin nachgewiesen. Maradona wird von der WM ausgeschlossen. "Die können das nicht mit mir machen", protestiert Diego. Für ihn sind die Amerikaner schuld. Und das suggeriert auch der Film, in dem es erscheint, als habe er wirklich nur die falschen Vitaminpillen geschluckt.
Am Ende liegt der vollkommen aufgeschwemmte Diego angekettet in der Psychiatrie, und Claudia kommt ihn besuchen. "Die Leute hier sind verrückt", sagt der hilflose Fußballstar. "Es gibt einen, der behauptet, er sei Napoleon" sagt er, und die Verrückten glaubten ihm. "Ich bin Diego Maradona, aber das glaubt mir hier niemand."
Die Fans beten für ihn
Als Maradona nach einem kokainbedingten Herzinfarkt im Krankenhaus liegt, beten die Fans vor seinem Fenster. Für Maradona. Sonst haben sie immer ihn selbst als Gott angebetet. Eine eigene Kirche haben sie für ihn gegründet, die "Iglesia Maradonia". Zehntausende glauben an ihren "D10S", wie die Maradona-Gläubigen ihren "Dios" mit der Nummer 10 schreiben.
In seinem fast zweistündigen Opus "La Mano de Dios" zeigt Regisseur Marco Risi, dass der "Gott mit der Rückennummer 10" aber in Wahrheit ein kleiner Kerl war, den es schrecklich überforderte, ein Gott zu sein. Einer, der in seinem Leben selbst dringend eine "Hand Gottes" gebraucht hätte, die ihn aus seinen Löchern zieht.
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Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/tbc)
Berliner Zeitung
Na wenn sie hier mal nicht gegen die nettiquette verstoßen!!!....tststs