Kein Sieg, nur Skandale: Die Bürger der gebeutelten Automobil-Stadt Detroit finden Halt bei den Sportvereinen - obwohl die auch kräftig kriseln.
Die Gebäude an der Michigan Avenue in Detroit haben zugenagelte Fenster und Wände, die mit Schimpfwörtern beschmiert sind. Menschen findet man in diesen Häusern nicht, eher schon Wölfe und Füchse, die aus den Wäldern in die Stadt gekommen sind und nun dort hausen.
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Das Ford Field in Detroit vor der Super Bowl XL im Jahr 2006: ein Zufluchtsort in einer gefährlichen Stadt. (© Foto: rtr)
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Auf der anderen Seite, Richtung Woodward Avenue, fällt der Blick auf das Rathaus, in dem Ex-Bürgermeister Kwame Kilpatrick in den vergangenen Jahren auf seine Art Politik machte: Er feierte Orgien mit Stripperinnen und berechnete der bankrotten Stadt die Kosten dafür. Er kaufte seiner Frau mit städtischen Mitteln eine Luxuslimousine. Es war wie im alten Rom: Die Stadt brennt an allen Ecken und Enden, während "Nero" - so taufte ihn die Tageszeitung Detroit News - in seinem Palast rauschende Feste feiert.
Aber eine Rechtskurve weiter, auf der East Adams Avenue hinter dem Grand Circus Park, ragen plötzlich zwei prächtige Arenen auf: der Comerica Park der Tigers und das Ford Field für die Lions.
Die Glasfront des Ford Field erinnert an eine Kathedrale, vor dem Comerica Park grüßen riesige Bronze-Tiger. Es gibt Hot Dogs und Zuckerwatte, Bier mit Alkohol, Vergnügungsparks - und überall Polizisten. Es sind sichere Orte inmitten einer Stadt, die als die gefährlichste der USA gilt und in der Stadtführer Touristen raten: "Nehmen Sie Ihre Ringe ab, ziehen Sie Ihre ältesten Klamotten an, und lassen Sie es bitte nicht wie eine Führung aussehen. Sonst könnten wir tot sein."
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