Von Von Christopher Keil

"Ganz" bekommt man bei ARD und ZDF, bei RTL die Sonntagsspiele, eine neue optische Tiefenschärfe bei Premiere, und bei Sat1 WM-frei.

Am 9. März will Georg Kofler das Pay-TV-Unternehmen Premiere an die Börse bringen. "Premiere heißt: 1. sein" steht auf einer Broschüre, mit der Kofler in diesen Tagen für seine Geldmarkt-Vision wirbt.

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Unter dem Stichwort "Exklusivität" fehlt nicht der Hinweis, dass Premiere als einziger deutscher Sender plane, Spiele der Fußball-WM 2006 in Deutschland im so genannten HDTV-Standard zu übertragen, der eine neue optische Tiefenschärfe bietet.

Zwischen 20 und 30 Millionen Euro hat Kofler schätzungsweise bezahlt, um alle 64 Partien, davon acht exklusiv, ausstrahlen zu können. Premiere braucht Werthaltiges. Bei erfolgreicher Aktien-Emission wäre die Investition rentabel. Außerdem bietet das WM -Turnier vier Wochen lang eine geeignete Werbeplattform für die Industrie.

Ausschließlich wegen zu erwartender Werbeerlöse hat RTL sich in die WM eingekauft. Die Champions-League-Rechte waren den Managern des kommerziellen Free-TV-Kanals unlängst zu teuer, für die WM kalkulierten sie ein Geschäft.

, die an drei Wochen enden zum Super Sunday aufgewertet werden sollen. Konkurrent Sat1 bleibt WM-frei: "Entweder ganz oder gar nicht", sagte eine Sprecherin.

"Ganz" bekommt man bei ARD und ZDF. 230 Millionen haben die öffentlich-rechtlichen Anstalten für 48 Spiele ausgegeben. Ihre Refinanzierungsmöglichkeiten sind definiert. Weil nach 20 Uhr keine Werbung erlaubt ist, werden für die Abendspiele nur Titel-Sponsoring und Gewinnspiele eingesetzt.

Für die Dauer der Gruppenphase, in der am frühen und am späten Nachmittag gekickt wird, ist die Einnahme erwartung groß. In dieser Zeit sind Werbeblöcke erlaubt. Man wird dann auch vermutlich kaum einen Unterschied zur Programm-Präsentation bei RTL feststellen.

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(SZ vom 24.2.2005)