Fast sieht es so aus, als hätten sich Ballack und Frings abgesprochen. Doch man muss die Fälle getrennt voneinander bewerten.
Der Fußball hat schon viele seltsame und weniger seltsame Paarungen hervorgebracht, die sich der Öffentlichkeit eingeprägt haben. Die Gründe für die Zusammenschlüsse waren verschieden: Manchmal war es die Erkenntnis, dass man aufeinander angewiesen ist (siehe Beckenbauer & Schwarzenbeck); manchmal war es eine Art Friedens- oder Stillhalteabkommen (siehe Kahn & Effenberg); und manchmal war es, zumindest teilweise, das Produkt einer geschickten Medienstrategie (siehe Poldi & Schweini).
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Der Streit zwischen Frings, Löw und Ballack scheint zu eskalieren. (© Foto: dpa)
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Nun sind die Zeiten der erwachsen gewordenen Poldi & Schweini vorbei, die von Kahn & Effenberg auch, und die von Beckenbauer & Schwarzenbeck erst recht. Das Fußball-Duo mit der meisten Beachtung ist das Tandem Ballack & Frings - vulgo: der Capitano & der Lutscher - geworden. Als hätten sie sich abgesprochen, attackieren Ballack und Frings derzeit den Bundestrainer und spielen sich die Bälle verbal so gekonnt zu wie in ihren besten Zeiten auf dem Platz.
Schulter an Schulter durch die WM 2006
Entstanden ist die enge Verbindung zwischen den beiden spätestens in den Tagen vor der Weltmeisterschaft 2006, als Michael Ballack massiv darauf drängte, nicht offensiv vor Torsten Frings, sondern vor der Abwehr neben ihm zu agieren - im Sinne der Stabilität der Mannschaft. Danach standen sie Schulter an Schulter auf dem Feld und fundierten mit ihrem Defensiv-Wirken all die anschließenden Sommermärchen-Phantasien. Zwei Typen, die gleich ticken, die gleich spielen, kämpfen und auf den Putz hauen können.
Einige Jahre hat diese Verbindung als sportliches wie verbales Führungsduo gewirkt, nach außen wie nach innen. Doch nun stellt sich die Frage, ob das Tandem überhaupt ein Tandem ist. Erst fiel Frings im EM-Viertelfinale aus, und ausgerechnet ohne den Bremer zeigte Deutschland gegen Portugal eine überzeugende Leistung. Dann gab Joachim Löw vor den Länderspielen gegen Russland und Wales seine neue Marschroute in punkto Führungsspieler aus, verzichtete gegen Russland auf Frings und sah eine zumindest eine Hälfte lang überzeugende deutsche Mannschaft. Und weil Frings so seinen Stammplatz verloren hat, sieht Ballack mittlerweile auch seinen in Gefahr - und riskiert ein Interview, das er sich besser gespart hätte.
Zweifelsohne hat Ballack in einigen Punkten recht, doch er ist wohl nicht sonderlich gut beraten, die enge Vertrautheit mit Frings zu prononcieren. Denn die beiden Fälle müssen getrennt voneinander betrachtet werden. Ballack und Frings mögen ähnliche Spielertypen und ähnliche Charaktere sein, ihre derzeitigen Situationen sind es nicht.
Ballack belegt allwöchentlich in England und bei fast allen Nationalmannschaftsauftritten seine Qualitäten. Auf dem Platz ist er der Chef, und zwar einer von der Sorte, die vor allem dann gebraucht wird, wenn die Mannschaft mal gegen Russland 0:1 zurückliegen sollte. Frings hingegen könnte von seinem Auftreten her auch noch bei den Führungsspielern sein, doch spätestens seit der neuerlichen Verletzung ist feststellbar, dass dem Bremer die physischen Qualitäten (zu Glanzzeiten seine große Stärke!) etwas abhandengekommen sind.
Ein Lösungsvorschlag
Zugleich wird Frings zum Verhängnis, was ihn bei der WM 2006 noch qualifizierte: dass er Ballack so ähnlich ist. Dass er so tickt, so spielt, so kämpft und so auf den Putz hauen kann. Denn diese Qualitäten sind nun nicht mehr so gefragt, weil sie natürlich schon Ballack ausfüllt und sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass ein Ballack plus eine Ballack-Kopie zusammen in einer Nationalelf des Jahres 2008 keinen Platz haben. Sondern der Spielertypus Ballack besser mit einem feineren Fußballer wie Hitzlsperger oder Rolfes ergänzt wird.
Dennoch sollte Löw um Frings kämpfen. Es werden bis zur und während der WM 2010 wieder die Zeiten kommen, in denen dessen Qualitäten plus dessen Routine gefragt sind. Eine gute Lösung mit Blick auf die WM 2010 könnte beispielsweise so aussehen: Ballack und Frings stellen ihre verbalen Angriffe ein, Löw rudert in der Frage der Stammplatz-Garantie für Ballack etwas zurück und festigt seinen Kapitän - und erklärt zudem Frings, warum er nicht mehr Länderspiel für Länderspiel in der ersten Elf steht, aber dennoch ein wichtiger Bestandteil für den Nationalkader ist.
Und danach, das wissen der Capitano und sein Lutscher am besten, danach ist ihre Zeit in der Nationalelf ohnehin vorbei.
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(sueddeutsche.de/jja)
Berliner Zeitung
Dann braucht man das % ja gar nicht und meine Wortschöpfung ist dahin.
Sir Erich, sie können es ja nicht Wissen (Ich eigentlich auch nicht), aber in EDV Kreisen wird das "%" als Platzhalter genutzt... ;-)))
Einen schönen guten Tag :-) Für das % fällt mir was ein.
Null%Fußballer :-)
Schön, wie habe ich es bereios vermisst: "Ballack-Kopie" oder "Defensiv-Wirken", der "-" erscheint in gewohnt zuverlässiger Weise. Was mich ratlos und nachdenklich stimmt, dass Herr Aumüller nun ein weiteres Zeichen aus seiner Tastatur entdeckt hat, das "&". Hübsch!
Ich möchte wetten, es finden sich auich Verwendungen für "%" oder "§" , die Tastatur hält doch einen reichhaltigen Vorrat an Zeichen vor, den es noch zu entdecken giltl.
begriffen, mit Löw Jogi als Fussball-(Bundes)Trainer gewinnt keine Mannschaft der Welt einen Preis oder Titel, aussichtslos.
Im normalen Bundesliga-Alltag wäre Löw Jogi immer noch arbeitslos.
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