DFB-Pokal Die Pokalmannschaft Werder Bremen ist zurück

Feiert den zwischenzeitlichen Ausgleich: Santiago Garcia (rechts).

(Foto: Bongarts/Getty Images)

In einem intensiven Spiel mit zwei Elfmetern, einer roten Karte und einem umstrittenen Tor schlägt Werder Bayer Leverkusen mit 3:1 und zieht ins Halbfinale des DFB-Pokals ein.

Der SV Werder Bremen bleibt das Pokal-Trauma von Bayer 04 Leverkusen. Der abstiegsbedrohte Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga setzte sich am Dienstag im Viertelfinale des DFB-Pokals in Leverkusen mit 3:1 (2:1) durch und feierte damit den Einzug in die Runde der besten Vier. Nach einem Rückstand durch den Treffer von Javier Hernández in der 22. Minute per Foulelfmeter sorgten Santiago Garcia (31.), Claudio Pizarro ebenfalls per Strafstoß (42.) und Florian Grillitsch (82.) für den Sieg des sechsmaligen Cupgewinners. Für das Foul, das zum 2:1 für Bremen führte, sah Leverkusens Wendell zudem die Rote Karte.

"Ich hoffen das geht weiter so. Ich habe immer gesagt, diese Mannschaft kann Fußball spielen. Wir waren in jedem Zweikampf präsent", sagte Werder-Trainer Viktor Skripnik. "Wir haben defensiv sehr gut gestanden, die Mannschaft hat nach dem Gegentor reagiert wie eine Einheit. Jetzt gehen wir weiter im Pokal", sagte Werder-Stürmer Claudio Pizarro. Bayer-Manager Rudi Völler haderte zwar mit Schiedsrichter Wolfgang Stark, "die eine oder andere Entscheidung war nicht unbedingt zu unseren Gunsten, aber daran lag es nicht. Wir waren nach dem 1:0 zu überheblich".

In Unterzahl konnte die Bayer-Mannschaft, Bundesliga-Fünfter, vor 24 104 Zuschauern die sechste Niederlage gegen Werder im sechsten DFB-Pokal-Duell nicht mehr abwenden. Und es war ein durchaus verdienter Sieg der Gäste, die sich bestens erholt zeigten von der 1:5-Schmach in der Meisterschaft am vergangenen Freitag bei Borussia Mönchengladbach. Konsequent in der Abwehr, gut gestaffelt im Mittelfeld: Viel ließ Werder nicht viel zu. Ein Schuss des agilen Karim Bellarabi konnte Werder-Keeper Felix Wiedwald in der elften Minute außerdem problemlos parieren. Die Taktik ging zu Beginn so sehr auf, dass die Gäste selbst zunehmend weiter in die Bayer-Hälfte vordrangen. Den Freistoß von Grillitsch (14.) aus rund 25 Metern hielt Bayer-Keeper aber souverän.

Das 3:1 für Werder schießt aus dem Abseits

Als die Gäste die Partie ausgeglichen gestalteten, leisteten sie einen folgenschweren Fehler im Spielaufbau. Ein Pass in der eigenen Hälfte von Levin Öztunali landete bei den Leverkusenern und letztlich bei deren Angreifer Stefan Kießling. Der wurde von Alejandro Galvez abgegrätscht, Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied auf Elfmeter und Gelb für Galvez. Hernández verwandelte, sein vierter Pokaltreffer, der 24. wettbewerbsübergreifend. Wieder ein Rückstand, wie in Gladbach. Diesmal gelang den Bremern aber die Wende, sogar noch vor der Pause. Der in der Meisterschaft zuletzt gesperrte Garcia traf aus Mittelstürmerposition, Pizarro vom Elfmeterpunkt. Wendell sah für das Foul an Werders Fin Bartels Rot.

Mit einem Feldspieler weniger musste Leverkusen nach dem Seitenwechsel umso mehr investieren. Die Gefahr von Kontern wuchs. Kurz nachdem Bartels am glänzend parierenden Leno gescheitert war (55.), wechselte Leverkusens Coach Roger Schmidt: Für Angreifer und Torschütze Hernández brachte er allerdings in Kyriakos Papadopoulos einen Abwehrspieler. Die Bayer-Mannschaft versuchte der Unterzahl zu trotzen, rannte, kämpfte und gab nicht auf. Bei der besten Chance scheiterte Kevin Kampl zehn Minuten vor dem Ende an Wiedwald. Zwei Minuten später zerstörte Werder alle Hoffnungen mit einem Konter, den Grillitsch abschloss. Trotz Reklamation der Leverkusener gab Stark den Treffer, Grillitsch stand bei seinem Tor im Abseits. "Der Schiedsrichter hat die Entscheidung so gefällt. Ich habe ihn noch darauf hingewiesen, dass ich weit aus dem Tor war und es deswegen Abseits war. Aber wir müssen das akzeptieren", sagte Bayer-Torhüter Bernd Leno nach dem Spiel.