DFB-Pokal Der BVB marschiert weiter Richtung Berlin

Früher Dosenöffner: Marco Reus trifft in der fünften Minute zum 1:0.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Gegen einen starken VfB Stuttgart zieht Dortmund ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Ein Konter entscheidet die enge Partie.

Auf Pierre-Emerick Aubameyang ist auch im Pokal Verlass: Angeführt von seinem erneut überragenden Top-Torjäger hat Borussia Dortmund zum dritten Mal nacheinander das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Beim verdienten 3:1 (2:1) beim VfB Stuttgart traf Aubameyang (31. Minute) zum 2:1 und bereitete die beiden anderen Tore der Dortmunder vor. Marco Reus hatte nach fünf Minuten die frühe Führung für den BVB erzielt. Lukas Rupp traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich (21. Minute) für das beste Rückrundenteam der Fußball-Bundesliga. Henrich Mchitarjan (90.) sorgte nach einem feinen Zuspiel von Aubameyang schließlich für die Entscheidung.

"Wir haben einen Pokalfight geliefert. Das müssen wir uns nicht vorwerfen. Aber ein Tick hat gefehlt", sagte VfB-Kapitän Christian Gentner. "Stuttgart ist eine gute Mannschaft, vor allem vorne haben sie viel Tempo. In der ersten Halbzeit war das Spiel zerfahren", sagte Marco Reus.

BVB-Fans werfen Tennisbälle aufs Feld

Vor nur 46 500 Zuschauern kassierte der VfB am Dienstagabend die erste Niederlage nach zuvor sieben ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie. Auf drei Positionen hatte VfB-Trainer Jürgen Kramny seine jüngste Erfolgself im Vergleich zum 4:2 gegen Eintracht Frankfurt umgebaut. Stürmer Artem Kravets und Innenverteidiger Toni Sunjic spielten von Beginn an. Zudem kam im Tor der Ex-Dortmunder Mitch Langerak zu seinem Pflichtspieldebüt für die Stuttgarter Profis - und musste schon nach fünf Minuten erstmals hinter sich greifen. Nach einer feinen Kombination über Mchitarjan und Aubameyang ließ Reus seinem früheren Teamkollegen Langerak aus spitzem Winkel keine Abwehrchance.

Nach den heftigen Regenfällen und Sturmböen am Nachmittag taten sich die Gastgeber auf dem tiefen Rasen in der Anfangsphase zunächst schwer und kamen nicht so recht ins Spiel. Nach knapp 20 Minuten beendeten einige BVB-Fans ihren Boykott wegen der ihrer Meinung nach zu hohen Eintrittspreise und betraten den Block. Einige warfen auch während des Spiels Tennisbälle aufs Feld. Nach 20 Minuten fiel auch das 1:1. Rupps Schuss von der Strafraumgrenze fälschte Mchitarjan unhaltbar für Borussia-Keeper Roman Bürki ab. Der Treffer sorgte aber nur kurz für schwäbische Ausgelassenheit.

"Wurden für doofe Fehler bestraft"

"Wir wurden bestraft, weil wir doofe Fehler gemacht haben. Es wäre mehr drin gewesen, weil wir kämpferisch dagegen gehalten haben", sagte Kevin Großkreutz, der gegen seinen alten Verein in der Startelf stand.

Zehn Minuten nach dem Ausgleich spielte Reus mit einem schönen Steilpass Aubameyang frei, der aus 16 Metern cool und abgezockt abschloss. Der VfB hielt mit physischer Präsenz und Kampfstärke dagegen. Vor allem Winterzugang Kevin Großkreutz wirkte beim Wiedersehen mit seinem Ex-Club hochmotiviert, gewann wichtige Zweikämpfe. Kurz nach dem Wechsel sah er wegen eines übereifrigen Einsatzes gegen Erik Durm die gelbe Karte. Durm und Weltmeister-Kollege Matthias Ginter standen für Gonzalo Castro und Julian Weigel in der Dortmunder Startelf.

Die Gäste hatten auch in der zweiten Hälfte die erste Großchance. Nach Zuspiel von Reus tauchte Aubameyang vor dem australischen Nationaltorwart auf, doch Langerak lenkte den Ball reaktionsschnell über die Latte. In der 68. Minute feierte Martin Harnik nach seinem Außenbandriss im Knie sein Pflichtspiel-Comeback. Die Schwaben hielten bis zum Schluss dagegen und kamen zu Chancen, kassierten dann aber das entscheidende 1:3 durch Mchitarjan, der ein Zuspiel von Aubameyang einschob.