DFB-Pokal Dortmund gewinnt die Schlammschlacht

Stuttgarts Artem Kravets (l) gegen Dortmunds Mats Hummels.

(Foto: Daniel Maurer/dpa)
  • In einer umkämpften Partie auf einem schwierigen Platz gewinnt der BVB verdient gegen einen starken VfB Stuttgart.
  • Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan treffen für die Dortmunder.
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Von Sebastian Fischer, Stuttgart

Er schaute nicht nach rechts, nur auf den Boden und nach links. Wie ein Teenager, der in der einen Ecke der Diskothek seine Ex-Freundin wähnt, lief Kevin Großkreutz am Dienstagabend in die Stuttgarter Arena ein. Er klatschte nach links, zu den Fans des VfB Stuttgart. Rechts, da standen die Fans von Borussia Dortmund. Das erste Wiedersehen des Weltmeisters mit seiner große Liebe war ja die schwülstige Geschichte dieses Pokalviertelfinales: Großkreutz, der als Vierjähriger erstmals mit seinem Vater auf der Südtribüne im Westfalenstadion stand, spielte gegen seine Borussia, die er im Sommer verlassen hatte. Am Ende war Großkreutz wohl zum ersten Mal in seinem Leben enttäuscht, während die Dortmunder Fans ihre Lieder in die kalte Nacht sangen. Der BVB hatte Stuttgart mit 3:1 (2:1) geschlagen.

"Wir haben einen Pokalfight geliefert. Das müssen wir uns nicht vorwerfen. Aber ein Tick hat gefehlt", sagte VfB-Kapitän Christian Gentner. "Stuttgart ist eine gute Mannschaft, vor allem vorne haben sie viel Tempo. In der ersten Halbzeit war das Spiel zerfahren", sagte Marco Reus.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften Ende November war das Debüt des Trainers Jürgen Kramny gewesen, damals hatte Dortmund 4:1 gewonnen - danach verlor der VfB kein Spiel mehr. "Gegen Dortmund zu verlieren, ist nicht unnormal", sagte Kramny nun nach dem 1:3 am Dienstagabend. "In der Bundesliga werden wir wieder aufstehen." Thomas Tuchel kommentierte: "Wir haben in der zweiten Hälfte zwar fahrlässig Konterchancen liegen gelassen. Aber in dieser Situation des Gegners, unter diesen Gegebenheiten haben wir ein perfektes Spiel gemacht."

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Rupp schießt aus 20 Metern zum Ausgleich

Der BVB versuchte die Stuttgarter von Beginn an in die Defensive zu drängen. Tuchel stellte im Vergleich zum 0:0 am Samstag in Berlin Erik Durm für Julian Weigl auf und ließ den Verteidiger über die linke Seite in einem 4-1-2-3-System stürmen. Stuttgart schien überrascht zu sein und stand unsortiert, als Henrikh Mkhitaryan nach fünf Minuten auf den VfB-Strafraum zu dribbelte und den freistehenden Pierre-Emerick Aubamyang anspielte. Aubameyang passte vors Tor, Marco Reus schoss den Ball zum 1:0 hinein. In der Mitte hatte Rechtsverteidiger Großkreutz nicht klären können. Fünf Minuten, und er lag das erste Mal auf dem aufgeweichten Platz.

Dortmund kombinierte weiter, Stuttgart kämpfte. Großkreutz' Trikot war braun vom schlammigen Platz. Nach 21 Minuten hatten sich die Stuttgarter erstmals in der Dortmunder Hälfte festgebissen. Mats Hummels blockte einen Schuss von Daniel Didavi in die Mitte ab, dann traf aus 20 Metern Lukas Rupp zum Ausgleich.