Nur zwei Siege in neun Spielen: Vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München steigt in Leverkusen die Nervosität und steht Trainer Bruno Labbadia erstmals unter Druck.
Beim Pokalspiel gegen Bayern München am Mittwochabend muss Bruno Labbadia etwas tun, was er selten und offensichtlich ungern macht. Er muss seine Stammelf verändern. Durch die Meniskusverletzung von Manuel Friedrich fällt aber nicht nur ein eingeübter Innenverteidiger aus, es fehlt auch der mit Abstand älteste Spieler in Bayer Leverkusens ständiger Vorzeigeformation. "Und Manuel ist 29 Jahre alt", hebt Bruno Labbadia in einem Tonfall hervor, der vorübergehend in Moll wechselt, "ich glaube, das sagt viel aus."
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"Wir haben hier Spieler mit sehr gutem Potential, aber keine fertigen Spieler." Als Klage sollte diese Aussage von Leverkusen-Trainer Bruno Labbadia aber nicht verstanden werden. (© Foto: dpa)
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Öfter wird in diesen Tagen die Frage gestellt, ob es Bayer Leverkusen nicht übertrieben hat mit der Jugendverehrung und seinem optimistischen Konzept. Lauter Spieler mit hell scheinender Zukunftserwartung hat der Verein in seiner ersten Elf zusammengeführt, und nun glauben nicht wenige Kritiker, dass diese progressive Linie einige elementare Anforderungen des Profisports vernachlässigt hat. Eine unproduktive Mehrheit von "Schöngeistern" sieht beispielsweise die Rheinische Post am Werk, und der Boulevard vermisst, nicht unerwartet, die rauen Typen mit der Aufrüttler- und Anführermentalität, die "dazwischenhauen".
Labbadia gehört jedoch, der Aussage über den fehlenden Routinier Friedrich zum Trotz, nicht zu den Zweiflern, jedenfalls spricht er es nicht aus. "Wir haben hier Spieler mit sehr gutem Potential, aber keine fertigen Spieler. Der Probleme, die dieses Team beinhaltet, sind wir uns immer bewusst gewesen, auch im Erfolgsfall", sagt er. Man sei "trotzdem froh, dass wir diese Mannschaft haben".
Zwei Siege in neun Spielen
Vom Erfolgsfall kann derzeit keine Rede sein, eine über die Jahreswende konservierte miese Serie im Punktspielbetrieb hat binnen neun Partien nur zwei Siege eingebracht. Anzeichen zunehmender Nervosität wurden offenbar, als Sportchef Rudi Völler am Wochenende überraschend polemisch den Torwart René Adler maßregelte, weil der dem Team und dem Klub ein unauslöschliches "Phlegma" bescheinigt hatte.
Davon will man bei Bayer nichts hören, "das bedient doch nur das Klischee", findet Völler. Dieses Klischee wird in Leverkusen gefürchtet und gehasst, umso mehr, wenn man ihm nicht mit Erfolgen entgegentreten kann. Am 15.August, dem zweiten Spieltag der nächsten Saison, muss Bayer sein neues, 30.000 Zuschauer fassendes Stadion wenigstens als Uefa-Cup-Teilnehmer beziehen.
Weil die Mannschaft dieses Ziel im Vorjahr verfehlt hatte, musste Trainer Michael Skibbe seinen Platz räumen, und bei der Grundsatzentscheidung über den Nachfolger wählten die Verantwortlichen den temperamentvollen Labbadia anstelle des sachlichen Mirko Slomka. Das hatte durchaus auch mit dem Klischee des Phlegmas zu tun.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Mich erinnert das alles an die Zeit vor der WM 2006. Was wurde da Klinsmann kritisiert. Letztendlich war diese Kritik, die größtenteils völlig daneben war, ausschlaggebend für seine Entscheidung, nach der WM seinen Job als Nationaltrainer an den berühmten Nagel zu hängen. Wenige glaubten damals, die Nationalmannschaft könne auch modernen, offensiven Fußball spielen. Und heute? Ein Déjà-vu-Erlebnis.
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@ironbutterfly: Das ist wohl so!
Die Bayern als Gegner zu bekommen, bedeutet in der Regel das Pokalaus und somit ist der Druck auf Brono Labadia wohl nicht so groß. Sollte er die Bayern rauskicken, wäre es wohl ein großer Erfolg und ein Debakel für Klinsmann. Er hätte dann nur noch 1 1/2 Eisen im Feuer und das ist für die Bayern zu wenig. Da können Manager und Vereinsspitze noch so sehr den Trainer verteidigen. Das glaubt ihnen keiner.