Egal, wie schwach Mario Gomez und Miroslav Klose im Verein auftreten: Bundestrainer Joachim Löw ist sich sicher, dass die Angreifer bei der WM wieder aufblühen.
Neulich beim Spiel des FC Bayern gegen den VfL Bochum: Thomas Müller darf nach seinen drei Treffern vorzeitig Feierabend machen, seinen Platz erhält Miroslav Klose, der den jungen Kollegen mit einer aufrichtig herzlichen Umarmung verabschiedet. Wenig später folgt dann dieser Angriff, der den bizarren Irrlauf der Nationalspieler Miroslav K. und Mario G. in einer einzigen Szene zusammenfasst.
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Miroslav Klose (links) und Mario Gomez. (© Foto: dpa)
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Aus der linken Strafraumecke kommt die Flanke zu Gomez, der an der Fünfmeterlinie frei steht. Für einen Torjäger sollte das nun eine einfache Übung sein, er streckt das Bein, trifft den Ball mit dem Außenrist, aber der Ball fliegt gegen die Latte, springt zurück ins Feld zum frei stehenden Klose, der jetzt die Wahl hat: ins Tor oder den letzten Bochumer Wachtposten, den Verteidiger Bönig, zu treffen. Im nächsten Moment wehrt Bönig den Schuss ab.
Über diese Szene wurde später nicht mehr gesprochen, sie war fürs große Ganze nicht wichtig, aber sie war typisch für die beiden. Gomez und Klose haben in diesem Halbjahr nicht viele gemeinsame Erfolge erlebt, unter anderem deswegen, weil Müller ständig auf dem Platz stand. Sie haben sich darüber nicht beschwert, weil sie wissen, dass ihnen das keine Vorteile verschaffen würde, und weil ihnen klar war, dass sie ohnehin keine Argumente vorweisen können.
Gomez hat sein letztes Tor geschossen, als das Land noch unter einer Schneedecke lag, Mitte Februar gegen Dortmund, und Klose hat zwar neulich in Mönchengladbach den wichtigen Ausgleich geschossen, doch seine Bilanz hat das nur geringfügig geschönt: Bei 21 Einsätzen, darunter elf von Anfang an, sind drei Tore verzeichnet. Insgesamt muss man sagen, dass die beiden deutschen Stürmerstars als bessere Einwechselspieler ein Jahr der Stille und Einkehr eingelegt haben, aber es ist nur scherzhaft gemeint, wenn jetzt Leute beim DFB erklären, dann seien sie während der WM wenigstens ausgeruht.
Dass sie zur WM fahren werden, daran hat der Bundestrainer keinen Zweifel gelassen, als er am Montag Kevin Kuranyi aus dem Aufgebot gestrichen hat. Vor Wochen war Joachim Löw zumindest unwohl angesichts der Form seiner Spitzenstürmer, aber er hat dann entschieden, sich bei der Auswahl der Angreifer nicht beeinflussen zu lassen von den Aktualitäten des Ligafußballs, den Polemiken der Kritiker ("es gibt Zweifel an der Berufsbezeichnung Angreifer") und den Ratgebern, die Partei für Kuranyi ergriffen.
Jetzt ist ihm die Kritik einerlei, er macht, was er für richtig hält. Er baut darauf, dass nun auch bei Gomez und Klose der Effekt eintritt, der bei Lukas Podolski schon seit bald vier Jahren Wunder bewirkt: dass sie ihre unselige Vereinsgeschichte ausblenden und in der Zweitexistenz als Nationalspieler aufblühen.
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