Auch nach kurzem Dialog bleibt das Verhältnis zwischen DFB-Chef Zwanziger und Trainer Löw angespannt. Der Prügelknabe aus Sicht des DFB heißt Bierhoff.
Belebend war der gemeinsame Wochenendausflug nach Polen für die Spitzenkräfte von Deutschem Fußball-Bund und Nationalteam nur insofern, als das frostige Innenverhältnis nun in aktuelle Fernsehbilder gekleidet werden konnte. Bewegt hat sich die Kältefront nicht, Eiszeit herrscht zwischen den DFB-Granden, Verbandschef Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach, sowie den leitenden Angestellten, Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff.
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Nur zu zweit zu haben: Joachim Löw (hinten) und Oliver Bierhoff. (© Foto: AP)
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Ändern dürfte sich daran wenig in den nächsten Monaten, die zur WM in Südafrika hinführen. Löw will vor dem die Welt berührenden Ereignis "auf keinen Fall noch mal verhandeln" und sieht eine Zukunft über die WM hinaus beim DFB nur an Bierhoffs Seite. Auf den hat sich indes die DFB-Spitze samt beigeordnetem Medientross eingeschossen.
Ein Prügelknabe muss her beim finalen Freistil-Ringen um Fußball-Deutschlands liebstes Kind, die Nationalelf. Die Gemengelage beim Zwangsausflug zur EM-Auslosung stellte sich so dar: Während in Warschau von DFB-Seite weiter der Eindruck befördert wurde, man habe sich erstens mit so dreisten Forderungen von Löw, Bierhoff und Co, konfrontiert gesehen, dass sich jedes klärende Wort dazu erübrigt hätte, und zweitens festgestellt, das Ganze sei sowieso nur ein Bierhoffsches Ego-Projekt, dem der brave Jogi und seine Trainergesellen Flick und Köpke auf den Leim gingen, zeigte der Bundestrainer mit bemerkenswerter Leidenschaft, dass zumindest letzteres nicht zutrifft.
Vor jeder Kamera legte er dar, dass Bierhoffs Vorgehen beim Vertragspoker in Absprache und vollem Einklang mit dem Trainertrio stattgefunden habe - und er verknüpfte sein Angestelltenschicksal beim DFB mit der Personalie Bierhoff. Was eingedenk der DFB-Version, dass Bierhoff ihn nur für seine Zwecke gebrauche, zwei Schlüsse anbietet:
Entweder sie ist falsch, und Bierhoff hat doch für alle agiert, die sich dabei im Vollbesitz ihrer Geisteskräfte befanden - oder es hat eine Gehirnwäsche stattgefunden, die weiter anhält und schlimmste Befürchtungen für die WM nähren muss. Löw nämlich erläuterte am Sonntag: "Bierhoff war jahrelang mein Partner, er hat immer hervorragende Arbeit geleistet und mich und unser Team im DFB-Präsidium immer gut vertreten" - sie stehen weiter fest zusammen.
Die Schwarzweiß-Nummer mit dem lieben Jogi und dem bösen Olli funktioniert nicht so recht, da wartet eine harte Nuss auf Zwanziger und seinen General. Auch sonst gibt es mancherlei Klärungsbedarf in dieser Causa, aus der sich gerade die Verbandsleute nicht mit Diskretionsverweisen manövrieren können. Unbeantwortet ist die Schlüsselfrage zum Verständnis des Zerwürfnisses: Wie sind vertrauliche Inhalte aus den Vertragsgesprächen samt dem unpopulären Teil der Forderungen von Löw und Co. immer wieder bei Bild gelandet?
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Das würde ich unterschreiben und noch folgendes anfügen: Bierhoff als Ich-AG zu betiteln, zeigt, mit wieviel Mißtrauen vor allem diejenigen agieren, die ja selbst nur über Gewinnmaximierung nachdenken (z.B. Rummenige). Ich weiß aus eigenen beruflichen Kontakten zum DFB, dass die Vermarktung der Nationalmannschaft bereits vor der Ära Klinsmann ein absolutes Top-Thema war. Bierhoff hat ja hier das Rad nicht neu erfunden, sondern wurde u.a. exakt deswegen installiert, um als Bindeglied zwischen DFB, Wirtschaft und Nationalmannschaft zu fungieren. Auch Klinsmann musste hier immer wieder als "Türöffner" für potentielle Partner fungieren.
Viele die sich zu diesem Thema äussern - auch viele Medien - scheinen weder wirkliches Wissen zu haben, noch ein Interesse, genau zu recherchieren. Der DFB selbst hat das größte Interesse an einer bestmöglichen Wertschöpfung aus der Nationalmannschaft. Die "Fans" dort unterscheiden sich schon immer von den klassischen Vereinsfans und werden natürlich schon seit den frühen 90er Jahren mehr als "Kunden" gesehen. Da wird alleine schon konzeptionell in der Fanarbeit viel Wert darauf gelegt, hier eher "Edelfans" zu entwickeln.
Seit Klinsmann andere Strukturen installieren SOLLTE (das darf man nicht vergessen, das war auch Wunsch des DFB), hat sich der DFB selbst ein Bein gestellt. Jetzt entstehen plötzlich Begehrlichkeiten, die man gerne wieder mehr an den Verband binden würde. Die Geister die ich rief, werde ich aber nicht so einfach los.
Ich sehe es auch so, dass Bierhoff sich wunderbar als Blitzableiter in der Öffentlichkeit und bei jeder gearteten Medienkampagne eignet, weil er im klassischen Sinne nicht zum sportlichen Erfolf beiträgt. Man nimmt ihn nur als "Mitläufer" war, weil keiner seine Aufgaben wirklich kennt. Der Mann ist hochintelligent und jeder, der ohne Emotion über sein Potential als Manager berichtet, spricht in höchsten Tönen von ihm. Auch ein Rummenigge (läßt man die Eigeninteressen beider wg. Adidas/Nike mal aussen vor)
Das bescheuerte ist doch, dass Biehoff im Grunde viel mehr auf DFB Seite steht (sowohl per Vertrag, als auch über seine Präsidiumsmitgliedschaft), als es die Verantwortlichen in der Realität nutzen und leben. Darüber wundert er sich ja selbst. Da stellt sich mir die Frage, warum man ihn nicht entsprechend einspannt? Die Antwort kenne ich aber auch...weil es Leute wie Sammer gibt, die dann kein Bein auf die Erde bekämen.
Verlierer dieser ganzen Kampagne sind m.E. nach Löw u. Bie
Eigentlich ist es ja natürlich, dass einer der Gruppe die Rolle des Verhandlers spielt.
Und da Bierhoff der intelligenteste ist, hat er das gemacht.
Nun ist er aber auch der, den man nicht leiden kann. Gut aussehend, immer modisch in Schale und hochdeutsch sprechend ist er das natürliche Feindbild vieler Fußball-Fans.
Aber wie dem auch sei. Diese Kiste ist derart an die Wand gefahren, dass eigentlich nur noch ein radikaler personeller Schnitt einigermaßen helfen kann. Und wer ist am entbehrlichsten? Oliver Bierhoff. Wenn er freiwillig abdanken würde, würde er dem deutschen Fußball einen großen Dienst erweisen, Ganz schlecht wäre es, die Lösung auf die lange Bank zu schieben, Dann bräuchten wir nicht nach SA zu fahren.
Könnten einige es bitte einfach mal bleiben lassen, nur ihre persönlichen Abneigungen kund zu tun? Es geht doch in erster Linie darum die Arbeit des Teams Löw/Bierhoff zu bewerten und dann zu entscheiden, ob man mit ihnen, oder ohne sie weitermachen will. Keine der derzeit denkbaren Alternativen erscheint mir vernünftig und das was Klinsmann damals im DFB verändert hat, sehe ich ernsthaft gefährdet.
Fakt ist, dass die Nationalmannschaft nach wie vor nicht zu den stärksten der Welt gehört, dafür aber gute Resultate abliefert. Freundschaftsspiele zählen für mich in dieser Hinsicht absolut nicht, da in diesen niemand 100% gibt, was es dem Gegner immer leichter macht gut auszusehen.
Meiner Ansicht nach wird hier ganz gezielt gegen O. Bierhoff geschossen und Löw hat sich halt an diesen gekettet, was bedeutet, er geht unweigerlich mit, wenn Bierhoff geht. Ich finde das persönlich schade, denn mir gefällt was die Nationalmannschaft in den letzten Jahren auf dem Platz abliefert, wenn es darauf ankommt.
Der Ich-AG vom Starnberger See sollte mal einer klarmachen, das der DFB kein Wirtschaftsunternehmen ist, Wirtschaftsunternehmen haben Kunden und keine Fans. Wäre schön, wenn Wella-Oli sich durch diese freche Aktion selbst entsorgt hat.
ein Vetorecht bei der Trainerwahl fordert lehnt sich ein bisserl weit aus dem Fenster.
Zaborianer: Keine Ahnung was Sie gesehen haben, aber Rudi Völler erlangte Platz 2 bei einer spielerisch wesentlich anspruchsvolleren WM als sie es 2006 war. Klinsmann ist und bleibt Mittelmaß.
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